Das neunte Monat/Feierlichkeiten

Der neunte Monat war bei uns geprägt von Vorbereitungen für Weihnachten. Und so ganz neben bei versuchte ich noch die Wohnung kindersicher zu machen. Egal wie sehr ich dachte, ich bin auf alles vorbereitet, irgendwas ist dann immer noch nicht bedacht gewesen. Ich warte ja immer noch darauf, dass wirklich mal etwas zu Bruch geht. Aber Scherben bringen ja bekanntlich Glück.

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Weihnachten löst bei mir in der Familie an sich schon Stress aus. Meine Mutter möchte unbedingt alle zusammen am Heiligabend bei sich zu Hause haben. Das habe ich schon vor Jahren boykottiert und begonnen immer Abwechselt einmal Heiligabend, einmal Christtag bei ihnen zu sein, und den anderen Tag bei den Schwiegereltern. Ich wollte Weihnachten einfach mit meinem Mann (damals noch Freund) feiern. Außerdem verstehe ich ohnehin nicht, warum man in einem Haushalt in dem niemand in die Kirche geht, geschweige denn wirklich an Gott glaubt, so ein Drama um Weihnachten machen muss. Dann findet es halt einmal einen Tag später statt, na und?! Leider kam zu diesem Problem, das wir jedes Jahr wieder ausfechten, dieses Mal noch eines dazu. Meine Mutter wollte unbedingt das erste Weihnachten meiner Tochter mit uns feiern. Das wäre an sich jetzt noch nicht das Problem gewesen. Aber bei der einen Feier wäre es dann ja nicht geblieben. Man muss dann ja noch zu den Schwiegereltern am Tag drauf. Und weitere Verwandte kommen dann ja auch noch. Kurz um, zu Weihnachten haben wir in 7 Tagen gerne mal 5 Feiern, und das war mir mit einem Baby definitiv zu viel. Nur, wem absagen? Und wie begründet man es? Ziemlich schnell habe ich gemerkt, dass ich eigentlich mir all diese Fragen gar nicht stellen wollte. Also haben wir es einfach sein gelassen und beschlossen zu Weihnachten nicht da zu sein. Also, so richtig. Einfach weg. Wir planten also Weihnachten im Ferienhaus in den Bergen zu verbringen. Stellt sich dann nur die Frage: Wie das jetzt allen beibringen?


Ich habe bei den Schwiegereltern angefangen, die es sehr gelassen genommen haben. Da galt der Tenor: wenn es für euch so besser ist, dann passt das so. Man sieht sich ja trotzdem irgendwann. Meine Mutter hat es, wie ich auch befürchtet habe, nicht so gut aufgenommen. Sie war ziemlich sauer. Jetzt muss man dazu sagen, dass sie immer mal wieder sehr damit hadert, dass wir näher bei meine Schwiegereltern wohnen als bei ihr (was eher etwas mit der Gegend und den Preisen zu tun hat, als damit dass wir vor ihr flüchten, wie sie das gerne einmal behauptet). Leider führt das dazu, dass ich ihr nicht sage, wie viel Zeit wir bei den Schwiegereltern verbringen (gar nicht mal so viel mehr als mir ihr). Aber sie unterstellt mir dann halt auch immer mal wieder etwas. Und genau das war auch hier wieder der Fall. Sie hat nur gehört dass wir nicht bei ihr sind, und hat daraus geschlossen, dass wir bei den Schiegereltern sind… Das ich gesagt habe: Wir feiern alleine, hat sein einfach überhört.


Nachdem ich es ein paar Mal wiederholt habe ist es dann irgendwann auch bei ihr angekommen. Ich glaube nicht, dass sie wirklich verstanden hat, warum. Dass ich einfach keinen Stress wollte, meine Ruhe haben und auch herausfinden wollte, wie wir, als nun kleinen Familie, eigentlich Weihnachten feiern wollen, das alles hat sie nicht bedacht. Vielleicht wird ihr irgendwann noch klar, dass wir nicht alles so machen werden, wie sie es gemacht hat. Und das man manchmal altes weglassen muss, um zu entscheiden ob man es doch wieder haben möchte.


Nachdem was, wo für Weihnachten geklärt war, kam dann noch das Wie. Ich bin, wie vielleicht schon aufgefallen ist, nicht gläubig, auch wenn ich katholisch getauft bin. Mein Mann und ich sind auch aus der Kirche ausgetreten und unsere Tochter ist nicht getauft. Trotzdem steht für mich außer Frage, Weihnachten zu feiern. Es gehört zu unserem Kulturkreis dazu und ich finde es an sich auch ein sehr nettes Fest. Man muss ja nicht unbedingt glauben, dass es die Geburt von Jesus ist (was ja auch gar nicht Stimmt, da der wohl im August geboren wurde, wenn es ihn wirklich gab, und man sich das Datum eher genommen hat, um die heidnischen Bräuche besser eingliedern zu können). Meine Tochter wird später sicher erfahren warum wir Weihnachten feiern. Sie wird aber auch immer wissen, dass man daran nicht glauben muss. Für mich ist es einfach ein nettes Fest, dass man mit Menschen verbringt, die man sehen möchte. Und in diesem Jahr waren das für mich nur mein Mann und meine Tochter. Was aber dazu gehörte, war ein Christbaum. Den schon vorher zu kaufen und in die Berge mit zu nehmen wäre platztechnisch nicht gegangen, also planten wir den am Weg zu kaufen. Baumschmuck habe ich allerdings noch besorgt, genau wie den Adventkranz (den ich auch eher wegen den Kerzen haben wollte, ich stelle einfach gerne Kerzen auf im Winter). Es war gar nicht so leicht das zu bekommen, da wir auf Grund der Pandemie nur sehr eingeschränkt einkaufen gehen konnten.


Ich mache Weihnachtsgeschenke gerne selber. Zum einen, weil es einfach günstiger ist, zum anderen steckt für mich dann mehr Zeit und liebe darin, weil ich mich halt habe hinsetzen müssen. Dafür bekommen auch nur ausgewählte Menschen Geschenke. Dieses Jahr habe ich allerdings nur Kekse gebacken und verschenkt. Meine Mutter macht das seid viele Jahren so (eigentlich seit ich denken kann), und ihre Kekse sind sehr beliebt und bei Vielen heiß begehrt. Vielleicht habe ich daher meine Neigung zu solchen Geschenken. Meine Tochter konnte die Kekse natürlich noch nicht essen, ich habe für sie stattdessen Haferkekse gemacht, mit Apfelmus, damit sie auch etwas zum knabbern hat. Die bekommt sie zwar auch so, aber das war in diesem Fall ja auch nicht so schlimm.


Für unsere Reise musste ich erheblich mehr planen als beim letzen Mal. Meine Tochter brauchte eben einem Sessel fürs Essen, den es oben nicht gab, auch schneetaugliches Gewand. Außerdem ist es in den Bergen ziemlich kalt, weswegen ich alles was wir an warmem Gewand haben eigepackt habe. Wir haben uns auch eine neue Trage gekauft, da die alte bei ihrem Gewicht für meine Rücken zur Qual geworden war. Sie ist zwar offiziell dafür geeignet, Kinder bis 18kg zu tragen, ich würde es aber niemandem empfehlen. Wir haben uns dann eine mitwachsende Schnallentrage gekauft. Zu den ganzen Tragen, Kinderwagen und Ähnlichem werde ich in nächster Zeit noch ein Sonderkapitel schreiben. Die neue Trage war ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, so dass wir sie gleich mit in den Urlaub nehmen konnten. Meine Tochter lernte derweilen sich an Gegenständen hoch zu ziehen. Damit wurde ihre Reichweite noch größer. Außerdem hat sie angefangen, alles was sie erreichen konnte zu nehmen und herum zu werfen. Am liebsten waren ihr dabei unsere Bücher. Ich habe ziemlich viele Bücher, lese sehr viel und bin auch ziemlich heikel auf so manches Stück in meiner Sammlung. Daher war ich natürlich nicht sehr begeistert. Also wanderten die „wertvolleren“ Bücher immer höher hinauf. Unten bleiben dann nur die, bei denen es mich nicht so sehr störte, wenn sie Ecken hinein machte. Ich wollte ihr nicht an sich alle Bücher wegnehmen. Lieber sollte sie lernen, wie man sie behandelt und außerdem hoffe ich ja, dass sie auch gefallen am Lesen findet. Das dafür ein paar Bücher wohl sehr leiden würden, nehme ich da in Kauf, wenn es nicht gerade meine Lieblinge sind.


Weniger tolerant bin ich da bei Dingen die Kaput gehen wen man sie wirft, wie zum Beispiel Modellautos. Mein Mann und ich sammeln Modelle von Oldtimern (ich nur VW T1 also Bullis, er eigentlich alles was etwas älter ist). Die mögen zwar für viele als Spielzeugautos durchgehen, sind aber ziemlich teuer und keineswegs zum Spielen geeignet, zumindest nicht für eine unter Einjährige. Also wurden die schweren Herzens in Kisten verpackt und weggeräumt. Ich habe einfach keinen freien Platz gefunden, wo sie sie nicht erreicht hätte. Da kommt einem dann mal wieder die zu kleine Wohnung in die Quere.


Nachdem die Adventszeit relativ locker war, was die Beschränkungen auf Grund der Pandemie betrafen, wurde dann mit Weihnachten wieder alles dicht gemacht. Daher wurde der gesamte Urlaub wieder komplett umgeplant. Wir mussten eigentlich alles Streichen, was wir vor hatten. Ich muss sagen, es ging mir in dem Moment ziemlich auf die Nerven. Meine Tochter wurde immer mobiler und ich konnte ihr nicht wirklich etwas bieten, damit sie die Welt auch entdecken konnte. Wenigstens würde der Ortswechsel spannend werden.


Zusammengefasst war das neunte Monat entwicklungstechnisch eher langweilig. Meine Tochter machte genau dort weiter, wo sie aufgehört hatte und prüfte unsere Wohnung auf Herz und Nieren. Ich dagegen stellte mal wieder alle kulturellen Gepflogenheiten in Frage und plante ein Weihnachten ohne alles, nur um dann am Ende ziemlich „normal“ zu enden. Doch bei allen Versuchen, eines konnte ich nicht verhindern. Geschenke gab es für meine Tochter zu Hauf, dabei hat sie eigentlich eh von allem zu viel. Aber darum geht es beim nächsten Mal.

Ein Tag mit uns im achten Monat

Der Alltag mit Baby kann stressig und unorganisiert sein. Manchmal schaff ich nur die Hälfte der Dinge, die ich mir vorgenommen habe. Aber ich habe schnell gemerkt, dass es für mich sehr viel Stress heraus nimmt, wenn ich versuche meinen Tag zu planen und nach Möglichkeit immer den gleichen Ablauf habe. Heute möchte ich euch einmal durch eine Tag mitnehmen, so wie er bei uns im achten Lebensmonat meistens war.

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Gleich vorweg, nur weil ich es so geplant habe, hieß das noch lange nicht, dass es dann auch genau so abgelaufen ist. Meistens ist uns dann doch irgendwas dazwischen gekommen. Besondere Ereignisse, Besuche aller Art zum Beispiel, können auch noch drei Tage später für Wirbel und Irritation sorgen. Und auch die Launen meiner Tochter und mir sind so manches Mal zum Problem geworden.


Unser Tag beginnt ca. um sieben, manchmal etwas später, manchmal etwas früher. Meine Tochter ist eine Langschläferin, steht sie schon um sechs Uhr auf, ist sie meist den ganzen Tag grantig. Dafür geht sie halt auch am Abend erst um neun ins Bett. Mein Mann steht um sechs Uhr auf. Je nach dem wann meine Tochter das letze Mal getrunken hat, wacht sie davon auf oder nicht. Oft schläft sie dann aber wieder ein, gerne auch bei uns im Bett. Manchmal ist die Nacht dann aber auch vorbei.


Nach dem Aufstehen ziehe ich sie an und richte unser Frühstück her. Für sie gibt es Obststicks, für mich Joghurt mit Haferflockenmüsli. Das habe ich mir nach der Geburt angewöhnt, weil meine Hausärztin meinte, Müsli würde meine Darmbeschwerden verbessern, die ich nach der Geburt hatte. Ich mag eigentlich keine Haferflocken, daher habe ich ein Müsli mit relativ wenig Haferanteil.


Nach dem Obst bekommt meine Tochter immer auch noch die Brust. Je nachdem wie viel Obst sie gegessen hat (also nur drei Bissen oder doch schon einen halben Apfel) trinkt sie mehr oder weniger. Wasser gebe ich ihr keines, durch die Muttermilch bekommt sie genug Flüssigkeit und ich will nicht, dass sie sich den Magen mit leeren Kalorien füllt.


Vormittag sind wir zuhause. Sie spielt oder übt krabbeln und ich kann Wäsche aufhängen, Bügeln oder was sonst so im Haushalt anfällt. Was leider nicht geht, ist Staubsaugen, weil sie große Angst vorm Staubsauger hat. Daher muss da immer jemand Zweiter dabei sein, damit der sie beruhigen kann. Wenn ich einkaufen muss machen wir das auch in dieser Zeit. Da muss ich dann schnell sein, damit sie mir nicht am Nachhauseweg im Auto schon einschläft.


Ca. um 11 Uhr trinkt sie noch mal etwas und macht dann ein Nickerchen. Das dauert meist nicht länger als einen Stunde. Manchmal schläft sie dabei in ihrem eigenen Bett, wenn ich es geschafft habe sie abzulegen, dann kann ich in der Zeit auch mal was alleine machen. Manchmal schläft sie aber auch noch auf mir, dann ist außer lesen leider nicht viel möglich.


Wenn sie früher aufgestanden ist, ist sie manchmal auch schon früher müde, dann bekomm ich sie aber meistens nicht ins Bett, und sie schläft auf mir. Oft schläft sie auch zuerst im Bett und dann noch ein bisschen auf mir weiter. Je nachdem wie lange sie schon geschlafen hat, versuche ich sie wieder ins Bett zu bringen, oder aber (wenn sie eh schon 40 Minuten geschlafen hat) ich lass sie einfach aufstehen. Das ist meistens entspannter als sie krampfhaft wieder hinlegen zu wollen.


Um 13 Uhr gibt es Mittagessen. Ich bin da ziemlich genau, auch weil ich selber dann meist schon ziemlichen Hunger habe. Für sie gibt es dann Gemüse. An guten Tagen isst sie auch ganz ok, meistens landet aber ziemlich viel am Boden. Sie wirft das Essen auch gerne herunter. Da ich es immer schade um das Gemüse finde, und selbst Essen auch von unserem Fußboden essen würde, heb ich die Sachen auch wieder auf und gebe sie zurück auf ihren Teller. Wenn sie aber nur noch wirft und gar nicht mehr isst, heißt das meistens, dass sie fertig ist. Auch zu Mittag stillen wir noch nach. Insgesamt hat sich ihre getrunkene Milchmenge allerdings bereits etwas reduziert, auch wenn es stark vom Tag abhängt.


Nachmittags ist wieder Spielen angesagt. Wir gehen dann auch eine Runde in den Park spazieren. Eigentlich sollte sie dann auch ihr zweites Nickerchen halten, aber das klappt nicht immer so gut. Oft schläft sie dann nur recht kurz, oder erst am Heimweg ein. An guten Tagen kann ich sie dann im Vorzimmer im Kinderwagen liegen lassen und sie schläft noch etwas weiter.


Um 17 Uhr kommt mein Mann von der Arbeit heim. Meistens trinkt sie zu dieser Zeit auch noch etwas. Bei uns zu Hause kocht mein Mann, daher spiele ich noch mit der Kleinen, wenn er das Essen richtet. Abends ist sie leider oft schon recht anstrengend und will viel getragen werden. Je nachdem wie viel sie geschlafen hat kann man sie mehr oder weniger gut von ihrem Jammern abbringen. Da sie langsam anfängt sich im Vierfüßler umzusehen und versucht zu krabbeln, kletter sie auch sehr gerne auf einem herum.


Abendessen gibt’s um 19 Uhr, also so genau wie es sich halt mit kochen und einem schon etwas müden Baby ausgeht. Sie bekommt meistes wieder Gemüse, manchmal auch Obst dazu. Abends isst sie eigentlich immer am Besten. Ich glaube, dass hat damit zu tun dass wir dann alle da sind und gemeinsam essen, aber ich weiß es nicht. Am Wochenende isst sie auch mittags besser, daher glauben wir, sie hat einfach lieber Gesellschaft beim Essen. Das Abendessen kann schon mal eine Weile dauern, weshalb wir nach dem Wegräumen meistens schon mit der Abendvorbereitung anfangen.


Während mein Mann unter der Dusche ist, ziehe ich der Kleine den Pyjama an und mache sie bettfertig. Wir geben die Vitamin D-Tropfen immer abends auf ihren Schnuller drauf. Das macht die Vergabe einfach und durch den immer gleichen Ablauf können wir es auch nicht so leicht vergessen. Ich bin furchtbar was solche Dinge betrifft und vergesse recht schnell, wann ich wie viel von welchem Medikament nehmen oder geben muss, wenn mal sie oder ich krank ist/bin. Ohne Rituale würde ich komplett den Faden verlieren.


Abends bringt mein Mann sie ins Bett. Das sind dann meine paar Minuten freie Zeit, die ich einfach nur mit mir verbringen kann. Wobei ich es meist auch nutze, um Spielsachen und dergleichen wegzuräumen, damit wir das Wohnzimmer am Abend auch wieder benutzen können. Abends ist meine Tochter meist schon ziemlich müde und schläft recht bald ein.


Dann haben wir noch ein bisschen Zeit als Paar, auch wenn wir schauen, dass wir nicht zu spät ins Bett gehen. Um 10 herum will die Kleine meist zum ersten Mal trinken, so dass es ganz angenehm ist, ungefähr zu dieser Zeit ins Bett zu gehen. Sie schläft in ihrem Gitterbett neben meiner Bettseite. Daher kann ich sie in der Nacht schnell heraus nehmen und anlegen. Sie stillt meist um 1 und 4 Uhr noch einmal. Das sind auch ungefähr die Zeiten, an denen sie unter Tags etwas zu essen bekommt. Das ist mir erst nach einer Weile aufgefallen, aber es hat dann irgendwie auch Sinn gemacht. Manchmal kommt sie auch öfter, aber das sind meistens dann besonders stressige Tage oder wenn die Zähne mal wieder besonders stark weh tun.


Und das war unser Tag dann auch schon wieder. Nicht sehr aufregend und auch ziemlich stark strukturiert, denkt ihr euch jetzt sicher. Mir gibt die Struktur Sicherheit, weil ich dann immer weiß was jetzt als nächstes kommt. Außerdem kann ich mir immer Denken: noch diese und jene Punkte, dann kommt mein Mann nach Hause und ich muss nicht mehr alleine schauen, wie ich klar komme. Nicht jeder möchte seinen Tag so extrem Planen, aber eine gewisse Struktur hilft meiner Meinung nach sehr, um Ruhe in alles hinein zu bringen. Gerade Babys und Kleinkinder mögen die immer gleichen Abläufe, diese geben ihnen Sicherheit. Daher glaube ich, dass es zumindest für uns der beste Weg ist. Und wenn meine Tochter ihren Rhythmus verändert (anders schläft oder isst) wird der Ablauf einfach darauf angepasst. Dann wissen wir trotzdem was als nächstes kommt, sie kann sich aber nach ihren eigenen Bedürfnissen entfalten.

Das achte Monat/ Geduldsprobe

Der achte Monat war eine Geduldsprobe auf allen Ebenen. Irgendwie gingen uns allen die Nerven flöten. Vielleicht waren wir auch alle überfordert vom neuerlichen Lockdown mit allen Einschränkungen. Dafür hatte ich so manchen Aha-Moment, auch wenn er mir erst im Nachhinein aufgefallen ist.

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Das Nasskalte Wetter führte, wie immer, zu einem Anstieg der Erkältungserkrankungen, was in Zeiten einer Pandemie natürlich niemand will. Daher wurden wir wieder alle ins Haus verbannt. Also fast alle… es gab Ausnahmen ohne Ende. Mein Mann zum Beispiel kam natürlich nicht ins Homeoffice. Ich war also weiterhin die ganze Zeit alleine zu Hause, nur das ich halt im Grunde nichts mehr tun durfte. Sagen wir´s mal so, es hat ziemlich genervt. Besonders weil ich von genügend Leuten wusste, die sich genau Null an geltende Maßnahmen gehalten haben.


Um mich selbst abzulenken habe ich sehr akribisch das Essen meiner Tochter geplant, nur um dann doppelt frustriert zu sein, weil sie halt andere Pläne hatte. Essen war ein einziger Albtraum zu dieser Zeit. Nachdem wir im Monat davor angefangen hatten, und sie an sich sehr begeistert davon war, hatte ich gehofft, dass sich schneller Erfolge einstellen würden. Leider war dem nicht so. Meistens hat sie mehr auf den Boden geworfen als gegessen, und mehr als einmal überhaupt die ganze Mahlzeit verweigert. Mein Herz hat ziemlich geblutet, wenn ich mal wieder mehr Gemüse weggeschmissen habe, als auch nur ansatzweiße im Magen gelandet war. Die meiste Zeit habe ich mich gefragt, was ich denn falsch mache und warum sie nicht verstand, dass man das seltsame Zeug auf ihrem Teller essen soll. Im Nachhinein hätte mir eigentlich klar sein müssen, dass es eben so seine Zeit braucht. Außerdem muss so ein Baby natürlich auch ausprobieren was man mit Essen sonst noch so anstellen kann.


Auch wenn ich noch so sehr das Gefühl hatte, das sie gar nichts isst, so hat sie das sehr wohl. Merkbar war das allerdings nur an ihrer Verdauung. Sie hatte ein paar Probleme mit der Umstellung und hatte sehr lange Zeit immer mal wieder Verstopfung. Das hat dazu geführt, dass sie leider einen ziemlich wunden Popo bekommen hat. Das Problem hatten wir eigentlich ziemlich selten, auch weil wir meistens den Popo vorsorglich mit Inotyol-Salbe eingeschmiert haben. Während ich gestillt habe, hat es eigentlich nur dann Probleme mit Windelausschlag gegeben, wenn ich das „falsche“ gegessen habe. Das waren bei uns rohe Tomaten, Gurken und Paprika, alles andere habe ich essen können so viel ich wollte. Der Ausschlag den sie auf rohes Gemüse bekommen hat war aber nichts im Vergleich zu dem, was durch die Beikosteinführung passiert ist. Zuerst war es einfach nur ein Ausschlag, aber innerhalb von drei Tagen hat sich dieser, trotz Einschmieren und trocken halten, zu einem einzigen wunden Fleck verschlimmert der sogar zu nässen anfing. Da hab ich dann doch den Kinderarzt angerufen. Hingehen ging auf Grund der Pandemie zu diesem Zeitpunkt nicht so gut. Wir haben dann eine Spezialcreme verschrieben bekommen, gegen Pilzinfektionen. Drei Tage später war der Spuck dann vorbei. Leider hat es aber noch einen Weile gedauert, bis meine Tochter das Prozedere verdaut hatte, denn sie hat in der Akutphase eine ziemliche Abneigung gegen das Wickeln entwickelt.


Schon seit ihrer Geburt war sie keine begeisterte Wicklerin. Anfangs habe ich noch gehofft, dass sie es irgendwann einfach lernen würde, aber mittlerweile lebe ich einfach damit, dass sie meistens wenig begeistert ist, gewickelt zu werden. Sie zeigt auch fast nicht an, wenn sie nass ist. Da muss es schon sehr unangenehm werden, und dann ist die Hose meistens eh auch schon nass. Ich weiß nicht warum es ihr scheinbar lieber ist in der nassen Windel zu sitzen als sich Wickeln zu lassen, aber ich kann es leider auch nicht ändern. Ich wickle daher eher nach der Uhr, weil sie mir nicht wirklich zeigt, wenn es mal nötig wäre. Ihr widerstand hat sich durch den Wunden Po leider noch verstärkt, so dass für ein paar Tage wickeln ein ziemliches Schreikonzert wurde. Das hat sie zum Glück dann wieder abgestellt. Wickeln wird sie aber wohl immer doof finden.


Aufgrund der anhaltend kalten Temperaturen habe ich zum erst zweiten Mal selbst Gewand für meine Tochter gekauft. Wie bereits mehrfach erwähnt, haben wie sehr viel Gewand geschenkt bekommen, vieles davon auch schon in zweiter oder dritter Generation getragen. Nicht alles davon gefällt mir immer, aber richtig kombiniert ist fast alles zu Tragen. Doch natürlich kommen nicht alle Babys zur gleichen Zeit im Jahr auf die Welt und sie wachsen auch nicht gleich schnell. Daher haben wir manchmal das ein oder andere Stück nicht, dass man zum anpassen an die Temperaturen gerade bräuchte. Und so habe ich mir eine Herzenswunsch, den ich schon seit vor ihre Geburt hatte erfüllt und eine Plüschoverall in Teddybären Optik gekauft. Ihr kennt die sicher, sind nicht gerade das Ausgefallenste schlechthin. Aber darum ging es auch gar nicht. Ich hatte einige Monate vor ihrer Geburt ein Baby in so einem Anzug gesehen, und wollte diesen unbedingt auch haben. Und dann haben wir ohnehin etwas Warmes für draußen gebaucht…. Lange Rede kurzer Sinn, ich liebe ihn heiß. Sie hat ihn den ganzen Winter getragen und er war sein Geld alle mal Wert. Außerdem war er in dem ganzen Stress zu der Zeit auch ein Seelentröster für mich. Ich kann euch nur ans Herz legen, egal wie viel Gewand oder sonst was ihr habt, wenn es etwas ist, dass ihr Monate lang unbedingt haben wollt, dann kauft es. Sicher gibt es nachhaltigere Wege, aber manchmal dürfen wir Mütter uns auch einfach mal selber etwas Gutes tun. Und meine Tochter schien ihren Bären-Anzug zumindest nie blöd zu finden, also waren alle Beteiligten zufrieden. Und süß hat sie damit auch ausgesehen 😉.


Wie ich bereits mal erwähnt habe, leben wir in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Da ist nicht nur Platz Mangelware, man hat auch selten das Problem, dass man das Kind nicht hören würde. Daher haben wir uns auch zu Beginn kein Babyphone angeschafft. Als wir aber immer Sommerurlaub waren, hätten wir plötzlich eines gebraucht. Das ging noch so irgendwie, aber da sie nun immer öfter nicht auf mir sondern im Bett auch unter Tags schlief, zeigte sich, dass so ein Babyphone seine Berechtigung hat. Allein schon wenn man mal wo zu Besuch ist, wo die Schlafmöglichkeit vielleicht nicht direkt neben dem Wohnzimmer ist. Also haben wir Babyphone gesucht. Und das war gar nicht so einfach. Wir wollten keines, dass Kamera hat, und auch nichts was mit Bluetooth oder sonstigem neumoderen Zeugs ist, dass dann immer „Nach-Hause telefoniert“, wie mein Mann das Senden von Daten an den Hersteller so schön nennt. Sowas zu bekommen war nicht einfach, bei uns in der Gegend schon gar nicht. Weder in der Drogerie noch im Elektrofachhandel haben wir eines bekommen. Am Ende hat mein Mann etwas ganz andres in einem Baumarkt eine Stunde entfernt besorgt und im gegenüberliegenden Elektrofachhandel endlich eines aufgetrieben. So wirklich begeistert bin ich davon zwar nicht, es ist ziemlich schlecht verarbeitet und reagiert manchmal sehr empfindlich, dann wieder schlägt es nicht an obwohl sie schon wach ist und herum brabbelt. Aber für den Notfall reicht es.


Die Zwei-Zimmer-Wohnung wurde auch auf andere Weise auf die Probe gestellt in dieser Zeit, denn meine Tochter begann zu krabbeln. Innerhalb von einer Woche lernte sie sich selbst aufzusetzen und dann auch loszukrabbeln. Sitzen an sich, wenn man ihr aufhalf, konnte sie ja bereits. Ich muss gestehen, obwohl ich sehr gehofft hatte, dass sie bald soweit war, war ich dann trotzdem nicht so richtig vorbereitet. So hatte ich mir gar keine Gedanken darum gemacht, dass sie mir jetzt überall hin nach krabbeln konnte. Zu Anfangs machte sie das aber gar nicht so viel. Da war es eher so, dass ich hinter ihr her war, weil sie irgendwo hin krabbelte wo sie nicht hin sollte. Der erweiterte Radius zeigte uns auch schnell, wo wir uns noch keine Gedanken darüber gemacht hatten, wie wir das Kind davon fern hielten. Dinge wie Steckdosen oder Laden konnten mit dem passenden Equipment ja schnell verschlossen werden. Aber wie macht man ein Bücherregal zu? Oder einen begehbaren Schrank ohne Türen (wir haben da nur einen Vorhang, vorgesehen ist eigentlich gar nichts). In ihrem kleinen Käfig (der Gehschule) wurde es ihr natürlich in kürzester Zeit zu eng. Ich ließ also meistens die Türe offen, und sie musste lernen, über die niedrige Leiste zu kommen um dann die Wohnung zu erkunden. Zugemacht habe ich vor Allem wenn ich mal auf´s Klo wollte, oder Essen gemacht habe.


Meine Tochter liebt Wäschewaschen. Und zwar alles daran. Vom Einräumen der Waschmaschine über´s Aufhängen bis zum Wegräumen, sie ist immer mitten drinnen. Kaum konnte sie Krabbeln war ich nun ständig hinter irgendwelchen Wäschestücken her, die sie kreuz und quer durch die Wohnung beförderte. Und natürlich nicht unbedingt dort hin wo sie auch hin sollten. Geschweige denn dass es den frisch gewaschenen Dingen so gut getan hätte, durch den Staub gezogen zu werden. So oft konnte ich gar nicht Staubsaugen, dass es nicht trotzdem immer irgendwo dreckig war. Und erst der Dreck unterm Tisch….


Ich bin kein Sauberkeitsfanatiker und bei mir stehen auch schon mal ein paar Dinge länger herum als sie sollten. Aber ich kann es nicht leiden, wenn frische Dinge gleich wieder dreckig sind. Der Dreck unter Tisch wäre gar nicht so sehr das Problem gewesen, wenn meine Tochter sich nicht angewöhnt hätte, nach dem Essen unterm Tisch die Reste zusammen zu sammeln. Ich weiß nicht, warum sie das macht, aber sie macht es bis heute. Vielleicht weil sie uns immer sieht, wie wir dann zusammen räumen (auch wenn wir es natürlich nicht essen, sie aber schon). Jedenfalls kann ich gar nicht schnell genug sein, sie hat sicher schon ein Stück erwischt. Und dann hätte ich mir das Abwischen der Finger schon wieder sparen könne.


Ihr seht, der achte Monat war sehr spannend und nervenzehrend. Vor Allem die Esserei raubte mir den letzen Nerv, da waren ihre Ausflüge kreuz und quer durch die Wohnung fast noch entspannend. Aber je weniger ich mir Gedanken machte, umso besser ging es. Als ich endlich aufhörte zu wiegen wie viel sie aß, kam es mir immer öfter so vor, dass auch wirklich etwas im Magen verschwand. Und Am Ende wusste ich ja, dass sie mit Stillen auch satt wurde. Das war zwar eigentlich nicht wirklich mein Wunsch, aber zumindest hatte ich nie Sorge, dass sie zu wenig haben könnte.

Mit Ende des achten Monats begann die besinnliche Zeit des Jahres, die Weihnachtszeit. Nur war sie leider nicht so besinnlich…aber das ist eine andere Geschichte.

Einsteigeressen

Am Beginn der Beikost stellt sich natürlich zunächst einmal die Frage: was soll das Kind denn essen? Und gleich danach kommt die Frage: was kann das Kind essen? Und wenn man dann noch weiter nachdenkt dann kommt noch: was soll das Kind essen? Also Fragen über Fragen und denen wollen wir uns heute widmen.

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Egal ob ihr mit Babybrei oder BLW startet, am Anfang ist einmal wichtig, dass das angebotene Obst oder Gemüse leicht verdaulich ist. Sehr beliebt ist da Karotte (Vorsicht, die macht schöne Flecken) und natürlich Apfel. Beides muss man kochen oder dünsten. Sonst ist es zu hart für die kleinen Esser. Bei Brei wird es ohnehin gekocht und püriert. Apfel haben wir relativ lange gedünstet, einfach weil meine Tochter so spät erst Zähne bekommen hat. Ich habe daher am Anfang lieber Birne genommen, da die weicher ist und ich sie auch roh geben konnte.


Auch Banane ist ein gutes Starter-Obst (wenn man nicht ein Kind wie meines hat, das keine Banane wollte). Beim Gemüse ist man mit Kartoffel, Pastinaken oder Zucchini auch gut dabei. Wir haben auch sehr bald Süßkartoffel und Kürbis gehabt, das macht aber noch schlimmere Flecken als Karotten. Ich empfehle da ein Ganzkörper Lätzchen, oder man zieht das Kind halt nach jeder Mahlzeit um.


Wichtig, egal was ihr nun als erstes Obst oder Gemüse anbietet, ist, dass es frei von Schadstoffen ist. Daher empfiehlt sich Biogemüse. Wenn ihr etwas aus dem eigenen Garten habt, natürlich noch besser. Ich habe auch immer geschaut, dass ich mich ein bisschen an der Jahreszeit orientiert habe, also was es denn gerade heimisches so gab. Aber das ist eine Geschmacksfrage.


Jedes neue Lebensmittel muss einzeln eingeführt werden. Das heißt nicht, dass ihr nur das eine Lebensmittel auf den Teller legt, sondern, dass es nur dieses eine neue Lebensmittel für ein paar Tage gibt, und sonst nur bereits bekannte dazu. Damit merkt ihr wenn euer Kind etwas nicht vertragen sollte. Bei Essanfängern sagt man ca. eine Woche pro Lebensmittel.


Ihr fangt also in der ersten Woche zum Beispiel mit Birne an. Dann gibt ihr eine Woche lang nur Birne, und dann das erste Mal Karotte dazu. Dann gibt es eine Woche Birne und Karotte und dann das erste Mal Kartoffel und so weiter. Nach ein paar Wochen habt ihr dann ein nettes Repertoire, aus dem ihr euch das heutige Gemüse heraussuchen könnt. Ihr müsst euch keine Sorgen machen, dass es euren kleinen Essern zu langweilig ist. Kinder haben viel mehr Geschmacksknospen als wir, sie schmecken also viel intensiver. Außerdem müssen sie ja am Anfang überhaupt erst lernen zu essen, und das ist schon ziemlich aufregend. Wichtig ist, dass ihr durch die immer wieder neuen Lebensmittel Abwechslung in den Speiseplan bringt. Je mehr Geschmäcker euer Baby am Anfang ausprobieren kann, umso mehr wird ihm auch im Laufe seines Lebens schmecken. Es trainiert seine Geschmackknospen und kann so später besser mit neuen Geschmäckern umgehen. Seid also durchaus kreativ und probiert ruhig jedes Lebensmittel aus, das ihr selbst auch gerne esst. Es gibt nur ein paar Lebensmittel auf die ihr im ersten Lebensjahr verzichten solltet.


Allem voran sollet ihr am Anfang Dinge wie Fisch, Fleisch oder Eier durch kochen. Krankheitserreger, die ihr gar nicht merkt, weil euer Körper sie bereits abwehren kann, könne bei Babys zu schlimmen Erkrankungen führen. Honig sollet ihr auch nicht geben, da er ebenfalls ein spezielles Bakterium enthält, das schlimme Folgen haben kann.


Im ersten Lebensjahr solltet ihr ein bisschen darauf schauen wie viel Kuhmilch euer Kind trinkt. Das liegt am Fettgehalt, aber auch an den Proteinen die in der Milch sind. Als Faustregel gilt, nicht mehr als 200ml Kuhmilch täglich. Ihr könnt natürlich auch statt mit Kuhmilch, mit Flaschenmilch arbeiten. Das habe ich nicht gemacht, weil meine Tochter keine Flaschenmilch mochte. Ich habe als Alternative gerne Hafermilch genommen. Da muss man auch nicht so sehr auf die Menge achten. Außerdem ist Hafer ein super Eisenlieferant.


Die meisten Nährstoffe bekommt man über eine abwechslungsreiche Ernährung sehr leicht in ausreichenden Mengen. Bei Manchen ist es aber etwas kniffliger. Eisen ist so ein Kandidat. Es ist leider nicht in so vielen Lebensmitteln enthalten und noch seltenen kann unsere Körper es dann aus diesen Lebensmitteln so einfach auch herauslösen. Einige Gemüsesorten wie Spinat, Kohl oder auch Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen enthalten Eisen. Leider können wir Eisen aus Pflanzlichen Quellen nicht so gut verarbeiten. Tierisches Eisen aus Fleisch und Fisch verwerten wir viel einfacher. Der obengenannte Hafer ist eine gute Eisenquelle, besonders in Verbindung mit Zitronensäure wie sie in Äpfel enthalten ist. Ihr müsst also nicht unbedingt Fleisch füttern, aber ihr müsst dann ein bisschen besser schauen, was ihr eurem Kind an Gemüse anbietet. Generell würde ich nicht komplett auf tierische Produkte verzichten. Sie enthalten neben Eisen auch viele wichtige Vitamine (Vitamin B6) sowie Eiweiße, und sind ein natürlicher Bestandteil der menschlichen Ernährung.


Worauf ihr im ersten Lebensjahr verzichten sollet ist Salz und Zucker. Allerdings aus zwei unterschiedlichen Gründen. Salz ist ab einer bestimmten Menge giftig, also genauer, es ist so stark dehydrierend, dass eure Zellen Schaden nehmen und ihr schwere Schäden davon tragt. Das gilt auch für erwachsene. Da diese Grenze sich aber auf das Körpergewicht bezieht, sind Babys, mit viel weniger Gewicht natürlich sehr schnell gefährdet. Als Faustregel gilt: nicht mehr als 1g Salz pro kg Körpergewicht pro Tag. Das wird bei einem 6 Kilo Baby schnell zu viel. Daher lieber ganz auf Salz verzichten. Wie oben erwähnt schmeckt für Babys sowieso alles intensiver, sie vermissen das Salz also nicht. Ich habe als Würze auch gerne Kräuter genommen. Oder aber aus Schalen von Karotten, Pastinaken, Kartoffel und Zucchini eine Suppengewürz ohne Salz hergestellt. Das genaue Rezept schreib ich euch mal in einem andern Beitrag auf.


Zucker ist da etwas anders. Man muss ziemlich große Menge Zucker zu sich nehmen, um sich mit einer Einmaldosis vergiften zu können. Aber Zucker blockiert unseren Geschmackssinn. Es ist einfach alles süß. Von Natur aus sind wir darauf programmiert süße Speisen zu lieben, wie sie Energie liefern. Zucker, oder andere Kohlenhydrate, ist der Energielieferant schlecht hin. Unser Gehirn läuft ausschließlich auf Zucker, wir brauchen ihn also. In Gemüse aber gerade in Obst ist jedoch bereits recht viel Zucker enthalten und das reicht vollkommen aus um den Tagesbedarf zu decken. Zusätzlicher Zucker wird als nicht gebraucht. Wir gewöhnen uns jedoch an den Geschmack, und finden die Dinge ohne Zucker dann nicht mehr süß. Daher ist es sinnvoll möglichst lange (durchaus auch länger als das erste Lebensjahr) so viel wie geht auf Zucker zu verzichten. Dann ist euer Kind vielleicht auch mit einer Schüssel Erdbeeren zufrieden, und will nicht immer nur Pudding essen. Ab einem bestimmen Alter sollet ihr aber langsam mit Zucker anfangen. Allein schon, da es spätestens im Kindergarten von andren Kindern Süßigkeiten bekommen wird, und dann solle es lieber einen vernünftigen Umgang damit lernen, als es immer nur verboten zu bekommen und dann halt heimlich zu naschen.


Wenn ihr euer Baby nach BLW füttert (auch wenn das natürlich kein füttern ist) so müssen die Kleine das Essen natürlich irgendwie selbst in den Mund bekommen. Bei Obst und Gemüse bieten sich Sticks an. Die sollten etwas länger als die Babyfaust sein, damit sie gut gegriffen und gehalten werden können. Die Kleinen knabbern oder beißen dann ein Stück ab. Meine Tochter mochte das Abbeißen überhaupt nicht, sie hat sich die Stücke lieber ganz in den Mund geschoben, weshalb ich sie immer kleiner geschnitten habe. Zu klein dürfen sie aber nicht werden, da der Pinzettengriff am Anfang noch nicht so gut ausgeprägt ist. Aber kein Sorge, ihr merkt schnell, wie es eurem Baby am besten passt. Ich durfte auch nie zu viel auf einmal auf den Teller legen, weil sie das essen dann noch mehr herum geworfen hat, als normalerweise. Drei Stück auf einmal war meistens eine ganz gute Zahl, und ich hab dann einfach nachgelegt, wenn sie noch etwas wollte.


Die Sache mit dem Pinzetten griff ist übrigens auch der Grund warum man am Anfang keinen Mais oder Erbsen geben kann/soll. Es kann einfach nicht gegriffen werden. Außerdem sind die semielastischen Beeren und Kugerln leider schlecht zu kauen, was die Verschluckungsgefahr erhöht. Sobald euer Baby sie aber selbst greifen kann, könnt ihr sie ihm auch getrost anbieten. Ich habe bei meiner Tochter gemerkt, dass sie meistens sehr genau weiß, ob und wie sie etwas essen kann.


Wenn ihr also nach ein paar Wochen die ersten Gemüse und Obstsorten eingeführt habt, und euer Baby langsam auch etwas isst (vielleicht auch nur neben bei, wenn es das Essen mal nicht durch die gegen wirft 😉)kommt das Getreide dran. Das ist so eine Sache, denn ganze Getreidekörner werden natürlich nicht gegessen. Bei Brei ist es relativ einfach, denn so ein Weizenbrei, Haferbrei oder Dinkelbrei gibt es in jedem Supermarkt. Bei Breifreiessern wird es da schon lustiger. Ich habe mit Rezepten von einer Bloggerin gearbeitet, die Breifreierezepte sammelt und postet (Linkt findet ihr ganz unten im Text). Leider waren mir oft viel zu viele Zutaten in den Gerichten. Gerade am Anfang hat man ja nicht so eine große Auswahl und braucht vor Allem einfache Dinge. Daher habe ich dann selbst ein bisschen experimentiert, hab geschaut, was ich weg lassen oder ersetzen kann und manchmal auch einfach wild drauf los gemixt. Mein Kredo war dabei immer: es muss halbwegs schmecken. Ich habe also alles was meine Tochter bekam auch selbst probiert. Das ist natürlich am Anfang gewöhnungsbedürftig, da alles komplett anderes schmeck als man es sich so vorstellt. Aber wenn man offen für Neues ist, kann das auch ganz interessant sein.


Fleisch haben wir erst sehr spät eigeführt, was ich rückblickend beim nächsten Mal anders machen würde. Wenn ihr es durchgart könnt ihr Hackfleisch mehr oder weniger von Anfang an anbieten. Besonders beliebt war es bei uns in Tomatensauce, allerdings erst ab dem 10 Monat. Fleisch in Stücken mag meine Tochter leider immer noch nicht wirklich, die Fasern scheinen sie zu stören. Aber zum Glück kann man ja fast alles klein schneiden und weich kochen. Lustiger weiße isst meine kleiner sehr gerne Wurst (seit sie über ein Jahr alt ist und das Salz auch essen darf), da muss ich nur sehr genau auf die Menge schauen, damit es nicht zu viel wird.


Dinge wie Nüsse, die Allergien auslösen könne, sind übrigens nicht per se im ersten Lebensjahr tabu. Da müsst ihr euch immer fragen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass euer Kind reagiert. Prinzipiell solltet ihr Allergene auch nicht zu spät einführen, da dann die Wahrscheinlichkeit einer Allergie wieder ansteigt. Wenn ihr Allergiker in der Familie habt, dann besprecht das aber unbedingt mit eurem Kinderarzt.


Komplett unabhängig von den eingeführten Lebensmitteln ist übrigens wie viel euer Baby isst. Bei Breifrei-Essern müsst ihr einfach Geduld haben, sehr viel Geduld. Ich bin oft am Rande der Verzweiflung gewesen, weil das Kind auch nach drei Monaten Beikost immer noch nicht wirklich gegessen hat. Haltet euch immer vor Augen, was schon geht und nicht, was noch nicht geht. Vielleicht isst euer Baby ja schon begeistert zu Mittag eine ganze Karotte auf, am Abend möchte es aber lieber nur stillen. Oder es ist den ganzen Vormittag schon nur Obst, am Nachmittag muss aber noch Muttermilch her. Jedes Baby ist das sehr individuell. Meine Tochter hat sehr lange nachts noch gestillt. Tagsüber hat sie bereits gar nicht mehr getrunken (nachdem sie oft nur noch einen Schluck gemacht hat, weil sie eigentlich eh satt war, habe ich angefangen ihr die Brust gar nicht mehr anzubieten) Nachts dafür drei oder vier Mal.


Als ihre Zähne endlich da waren hat sie dann auch in wenigen Wochen das Stillen nachts eingestellt. Ob das an den Zähen lag der ob sie einfach so weit war, weiß ich nicht. Aber es geschah ganz von selbst. Da muss man leider wirklich abwarten und Stilltee trinken 😉


Hier noch der versprochen Link zu dem Blog mit den Breifrei-Rezepten. Das ist eine Werbung, sondern soll einfach nur ein Tipp von mir sein.

https://breifreibaby.de/

Beikosteinführung und BLW

Die Beikosteinführung ist sicher eines der emotionalsten Themen im ersten Lebensjahr. So ziemlich jeder den man trifft hat hilfreiche Tipps und natürlich eine Meinung zu allem was man da so tun kann. Aber viele Wege führ nach Rom, und am Ende wollen wir doch alle nur, dass unsere Kinder gesunde Esser sind.

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Ich habe die ersten sechs Lebensmonate ausschließlich gestillt. Es hat mich zwischendurch viel Kraft und Nerven gekostet, aber ich habe die Zeit auch sehr nett gefunden. Ich musste mir keine Gedanken machen, was ich für die Kleine kochen könnte, musste nichts mit nehmen, nichts herrichten oder wegräumen. Aber ich konnte auch kaum mal wo hin gehen, ohne sie mitzunehmen. Daher habe ich den Beginn der Beikost schon sehr herbeigesehnt.


In der Schwangerschaft habe ich mir bereits viele Gedanken dazu gemacht. Der Klassiker in unseren Breiten ist sicher der Babybrei. Da gibt es auch richtige Tabellen womit man beginnt und wie viel das Baby wann essen sollte. Für mich fühlte sich das aber absolut falsch an. Ich habe selbst ein sehr kompliziertes Verhältnis zum Essen, habe lange Zeit ein sehr gestörtes Essverhalten gehabt und kämpfe noch heute immer wieder mit meiner Körperwahrnehmung. Daher war die Beikosteinführung für mich auch mit vielen Ängsten verbunden. Ich wollte um jeden Preis alles richtig machen, damit mein Tochter Essen immer nur mit guten Dingen in Verbindung bringt. Sie sollte nie gezwungen sein etwas zu essen, sondern Spaß daran haben und sich mit Freude gesund ernähren. Ihr seht, meine Ansprüche sind hoch.


Schnell war klar, Brei ist nichts für uns. Die Vorstellung sie zu füttern, und damit zum Essen „zwingen“ ging für mich überhaupt nicht. Also begann ich mich mit BLW zu beschäftigen.


BLW bedeutet Baby lead weaning (also Baby geleitetes Abstillen) und bedeute, dass das Baby entscheidet was, und wie viel es essen möchte und ob es noch stillen möchte, oder nicht. Aus meiner Sicht eine relativ logische und natürliche Form der Beikosteinführung. Ein echtes Aha-Erlebnis hatte ich bei der Recherche als in einem der Texte stand: es heißt ja schließlich BEI-kost und nicht ANSTATT-kost. Da wurde mir klar, dass das mit dem mal so eben schnell Abstillen nichts werden würde.


Das hat mich durchaus wieder zögern lassen. Ich wollte nicht unbedingt ewig stillen. Doch die Vorzüge des BLW überwogen für mich.


Wesentlicher Punkt dabei ist, dass die Kinder komplett alleine Essen. Sie müssen es also greifen und in den Mund bringen können, es wird nicht gefüttert. Brei fällt dabei natürlich weg, da er nicht sinnvoll in die Hände genommen werden kann. Meistens beginnt man daher mit gedünstetem Gemüse.


Damit man nach BLW Beikost einführen kann, müssen die Kinder die sogenannten Beikostreifezeichen erfüllen. Das sind:

Das Baby kann mit minimaler Unterstützung aufrecht sitzen.

Das Baby greift nach Dingen und führt sie zum Mund.

Das Baby hat Interesse am Essen und möchte es probieren.

Das Baby kann Essen im Mund behalten und spuckt es nicht sofort wieder aus.

Das Baby kaut und schluckt Essen herunter.


All das ist meist nicht vor dem sechsten Lebensmonat der Fall, weswegen man mit BLW nicht früher starten kann. Bei meiner Tochter war das Sitzen das Letze, auf das wir gewartet haben. Interesse an unserem Essen hatte sie schon mit drei Monaten, wie sie auch schon mit drei Monaten alles in den Mund gesteckt hat. Ob ein Kind Essen im Mund behält und kaut kann man natürlich nur mit Essen aus probieren. Aber man merkt es dann auch ziemlich schnell.


Die Freiwilligkeit bei dem Ganzen kommt schon alleine durch die Darreichungsform. Wenn ich meinem Kind nur Gemüsesticks anbiete werde ich mir schwer tun es zu zwingen sie auch zu essen. Ich kann es schließlich nicht dazu bringen abzubeißen. Bei Brei wiederrum kann das Kind ihn nicht selbst nehmen, daher ist die freie Wahl da etwas gehemmt. Natürlich essen auch Breikinder freiwilligt. Schließlich stopft hoffentlich niemand seinem Kind den Löffel einfach in den Mund. Aber ein Kind dabei zu sehen wie es begeister ein Stück Karotte in die Hand nimmt, abbeißt und kaut, lässt kaum Zweifel zurück.


Wir haben mit Birne angefangen. Wie auch bei der Beikost mit Brei muss man immer ein Lebensmittel nach dem anderen einführen. Nur dann merkt man, ob das Baby vielleicht irgendwas nicht gut versträgt. Da wir gerade reife Birnen von meinen Schwiegereltern hatten, hat sich das bei uns angeboten. Aber es gehen auch viele andere Obst und Gemüsesorten wie: Bananen, Äpfel, Karotten, Kartoffel, Pastinaken, Süßkartoffel, Zucchini, Broccoli und noch vieles Mehr. Natürlich müsst ihr euch bei allem immer überlegen ob ihr es kochen oder dünsten müsst. Birne und auch Banane geht auch so, aber fast alles Andere muss am Anfang gekocht werden, damit es nicht zu hart ist.


Damit kommen wir zu einem weiteren Punkt. Fast alle mit denen ich gesprochen habe, hatten zunächst bedenken, weil meine Tochter das essen ja gar nicht kauen könnte. Sie hatte zu dieser Zeit noch keine Zähne. Dazu kann ich auch aber beruhigen. Die Kauleiste (wo der Name wohl her kommt 😉) ist auch ohne Zähne ziemlich hart und kann gut Dinge zerdrücken. Und kauen gehört ohnehin zu den Reifezeichen. Abbeißen ist ohne Zähne natürlich etwas schwierig, aber bei gedünstetem Gemüse war das für meine Tochter überhaupt kein Problem. Viele haben sich auch Sorgen gemacht, dass meine Tochter sich verschlucken könnte. Das hat sie tatsächlich kein einziges Mal. Ob das an ihr selbst lag oder nicht weiß ich nicht. Ich hab gelesen, dass Breiesser sich eher verschlucken, weil sie die Größe des Bissens nicht einschätzen können (schließlich geben ja wir Erwachsenen das Essen auf den Löffel), aber das kann auch ein Mythos sein.


Zu anfangs landete das Essen bei meiner Tochter überhaupt nicht im Magen. Meist hat sie es lieber herumgeworfen oder so lange darauf herum gelutscht bis es komplett aufgeweicht und zu Brei verarbeitet auf den Teller getropft ist. Hat sie sich ein größeres Stück doch einmal tief genug in den Mund gesteckt, so hat sie es schnell wieder hervor gewürgt. Der Würgereflex bei Babys ist sehr weit vorne auf der Zunge. Das dient dem Schutz vorm Verschlucken von kleinen Gegenständen. Erst durch wiederholtes „sich Dinge in den Mund stecken“ wandert dieser Punkt weitern nach hinten und dann kann Essen überhaupt heruntergeschluckt werden. Bis es soweit ist, schlucken Babys nur Flüssiges herunter. Daher kann man kleineren Babys auch nur Brei füttern.


Die ersten Wochen habe ich immer nur an der Windel gemerkt, dass meine Tochter sehr wohl auch etwas heruntergeschluckt haben musste. Denn man konnte die mehr oder weniger gut zerkauten und verdauten Stücke sehen. Das ist zu anfangs komplett normal. Die Verdauung muss sich erst auf die neue Nahrung einstellen und kann noch gar nicht richtig damit umgehen. Daher hatte meine Tochter am Anfang auch oft Verstopfung.


In allen Berichten zur Beikost die ich gelesen habe, stand immer, man soll eine Mahlzeit nach der Anderen ersetzen, meistens wird mit dem Mittagsessen angefangen. Nun, was soll ich sagen… wir haben es ganz anders gemacht. Wir haben mit dem Abendessen angefangen. Damit meiner Tochter leichter klar wird, dass sie die komischen Dinger auf ihrem Teller essen soll, wollte ich, dass sie sich uns als Vorbild nehmen konnte. Da wir aber nur abends alle zusammen am Tisch sitzen und essen, Morgens und Mittags war ja nur ich zuhause, war das so am einfachsten. Sie saß also in ihrem Hochsitz und bekam einfach ein bisschen Gemüse oder Obst, während wir unser Essen gegessen haben. Das hatte auch den Vorteil, dass wir in Ruhe essen konnten, während sie mit ihrem Essen beschäftig war. Ich habe da versucht so wenig wie möglich einzugreifen. Wenn sie was runter geworfen hat, habe ich es einfach wieder aufgehoben und sonst hat sie ganz für sich erkunden können, was das denn nun ist. Nach dem Essen habe ich gestillt, damit sie satt wurde. Ich hatte auch immer die Hoffnung, dass nachher stillen hilft zu verstehen, dass das Essen zum Satt-werden da ist, aber ganz sicher bin ich mir da nicht.


Da beim BLW nicht allzu viel im Magen landet und außerdem die Kinder immer auch nachstillen dürfen, habe ich das „Mahlzeit für Mahlzeit“ einführen recht schnell über Bord geworfen. Es hat sich für mich einfach umständlich und total langatmig angefühlt. Nach ca. einem Monat habe ich ihr einfach immer wenn ich selbst etwas gegessen habe (also morgens, mittags, abends) auch etwas hingestellt. Damit waren auch gleich feste Zeiten für das Essen und eine Tagesstruktur dabei, die meiner Meinung nach auch hilft, um Kinder klar zu machen, dass jetzt Essenszeit ist. Ich habe mich da durchaus an ihren Rhythmus gehalten, und nach Möglichkeit gegessen, wenn ich wusste, dass sie jetzt auch Hunger haben würde.


Gerade beim Frühstück war das etwas schwierig, da sie gerne nach dem Aufstehen gestillt hat, und dann natürlich satt war. Ich habe also angefangen dieses Morgenstillen wegzulassen, und ihr nach Möglichkeit zuerst Obst anzubieten, ehe sie gestillt hat.


Meine Tochter hat gerne gegessen, wenn auch nicht sehr viel. Die in den meisten Texten zitierten 200g pro Mahlzeit waren Utopisch bei uns. Schon alleine weil sie ja nicht nur drei Mahlzeiten am Tag hatte. Aber selbst wenn ich die gesamten 600g auf den Tag zu verteilen versuchte, war sie meilenweit davon entfernt. Das hat mich ziemlich verrückt gemacht. Ich konnte nie einschätzen ob sie nun satt war oder nicht, und habe immer auch noch die Brust gegeben, was mich extrem genervt hat, weil ich das Gefühl hatte, ich könnte mir die Esserei sparen, wenn sie dann ja eh erst recht noch stillt. Aber natürlich stimmt das so nicht. Zum Einen musste sie ja erst lernen sich satt zu essen, zum Anderen hat sie ja auch immer weniger pro Mahlzeit gestillt, das habe ich nur halt erst langsam gemerkt.


Die ersten Wochen, ich glaube sogar Monate, habe ich immer gewogen wie viel sie gegessen hat. Also den Teller mit Essen vor und nachher. Meistens hat es mich geärgert, weil es nicht besonders viel war. Irgendwann habe ich es dann sein gelassen. Da sie ohnehin auch gestillt wurde, musste sie sich ja nicht satt essen, also war es auch egal, wenn sie mal weniger aß. Wie auch schon beim Stillen, als ich aufgehört habe mitzuschreiben wie viel und oft sie getrunken hat, hat das einem Menge Druck heraus genommen. Ich habe es sozusagen ihr überlassen wie viel sie isst, und musste mir nur noch überlegen, das sie genug Nährstoffe bekommt.


Und damit sind wir beim letzen Thema des heuteigen Abschnittes. Die Nähstoffe. Zunächst einmal vorweg, ein vollgestilltes Kind bekommt alles was es braucht. Das hat die Natur schon so eingerichtet. Bekommt es nun zusätzlich noch Gemüse oder Obst, wird aber nicht gestillt, holt es sich natürlich weiterhin alles was es braucht aus der Muttermilch. Es gibt ein paar Dinge, die in der Muttermilch nicht so viel enthalten sind, allen voran Eisen. Daher sollte man schauen, dass man möglichst bald Eisen in anderer Form anbietet. Möglichst bald heißt hier immer noch nach dem sechsten Lebensmonat, wenn die Kinder überhaupt schon Beikostreif sind. Das muss nicht unbedingt Fleisch sein, auch wenn es überall so steht. Es gibt auch Gemüse und Getreidesorten, die viel Eisen enthalten. Ich bin kein Verfechter einer vegetarischen oder gar veganen Ernährung, ich halte sie sogar für ungesund. Der Mensch ist nun mal ein Allesfresser. Aber der Speiseplan sollte immer viel mehr Obst und Gemüse beinhalten als Fleisch, und Fleisch sollte bei weiten nicht jeden Tag gegessen werden.


Als Eisenquelle haben wir Hafer genommen. Der ist nicht nur gut verdaulich und sehr vielseitig, er hat auch echt viel Eisen, dass in Verbdingung mit Zitronensäure (die in fast jedem Obst enthalten ist) kann der Körper das Eisen auch recht gut aufnehmen. Daher habe auch ziemlich früh Hafer angeboten. Da werdet ihr auch jetzt wahrscheinlich fragen: Wie? Haferbrei fiel ja weg, also habe ich einfach Hafer mit Apfelmus gemischt und daraus Stangen Gebacken. Die hat meine Kleine gut greifen und abbeißen können, und sie hat sie absolut geliebt. Sind auch mit Birnen und Bananen ein Highlight und kamen eigentlich immer gut an.


Ich habe nach Möglichkeit jedes Lebensmittel zunächst unverarbeitet (außer es muss gekocht werden) gegeben, damit sie den Geschmack, die Konsistenz und das Aussehen wirklich erkennen und entdecken kann. Das geht natürlich nicht mit allem. Der oben angesprochen Hafer ist separat nicht zu geben. Manches mochte sie auch so nicht, Kartoffel zum Beispiel. Die wollte sie lieber als Herzoginnen-Kartoffel mit Ei haben. Auch Süßkartoffel hat sie zu anfangs lieber auf diese Art gegessen. Nachdem wir auch Weizen eingeführt haben (zu anfangs viel Vollkornweizenmehl, später auch glattes Mehl) habe ich auch Gemüse oder Obstwaffeln gemacht. Das war auch eine gute Methode ihr unbeliebtere Dinge wie Zucchini (die sie mittlerweile sehr gerne isst, auch als erkennbares Gemüse) schmackhaft zu machen.


Natürlich muss man ein bisschen im Auge behalten, dass sie Ernährung nicht zu einseitig ist. Wir haben relativ viele Dinge mit Ei gehabt, weswegen ich angefangen habe das Ei durch Leinsamen oder Apfelmus zu ersetzen, je nach dem was besser gepasst hat.


Trotz all der unterschiedlichen Lebensmittel und drei Mahlzeiten am Tag hat meine Tochter noch immer besonders nachts auch gestillt. Zusätzlich hatte sie vormittags und nachmittags auch noch zwei Mahlzeiten mit ausschließlich Muttermilch. Mich hat das ziemlich genervt, aber ich wusste auch nicht, was ich hätte tun sollen. Ich hatte mich nun mal dafür entschieden, sie entscheiden zu lassen. Mein Mann und ich haben dann die Abmachung getroffen, dass sie bis zu ihrem ersten Geburtstag stillen durfte, dann würden wir uns was überlegen, wie wir sie davon weg bekämen. Sie hat uns das zum Glück erspart, aber darum geht es ein anderes Mal.


Das siebte Monat/ Essen fassen

Unser siebtes Monat brach an, und damit der große Schritt der Beikost. Damit ändern sich viele Dinge im Alltag mit Baby und diese Änderungen können so ihre Zeit bauchen. Vor allem ist es eine Geduldsprobe für alle beteiligten.

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Gegen Ende des sechsten Monats hat meine Tochter Sitzen gelernt. Oder besser, sie konnte sich selbst halten, wenn man sie wo hin gesetzt hat. Das war das letzte Beikostreifezeichen, auf das wir noch gewartet haben. Zur Beikosteinführung, den Reifezeichen und alles was da dazu gehört werde ich ein extra Kapitel schreiben. Aber natürlich ist gerade der erste Monat mit Beikost ziemlich aufregend für alle. Meine Tochter ist eine Breifrei-Esserin. Das heißt sie hat von Anfang an Obst und Gemüse in Stücken bekommen, die sie selbst aufheben, abbeißen und kauen musste. Anders als bei Brei heißt das, dass sie immer selbst entscheidet, ob sie das jetzt wirklich essen will.


Babys stecken ja so ziemlich alles in den Mund. Meine Tochter ist da bis heute (mit mittlerweile über einem Jahr) noch nicht heraußen. Daher stecken sie sich natürlich auch ein angebotenes Stück Obst in den Mund und kaufen drauf herum. Aber von herumkauen wird man natürlich nicht satt, das Essen muss halt auch geschluckt werden, und das ist dann schon wieder nicht so einfach. Wir haben mit Birne angefangen, weil sie süß ist und außerdem auch roh gegessen werden kann. Daher muss man einfach nur die Birne aufschneiden und hat wenige Vorbereitungen zu treffen. Und übriggebliebenes habe ich einfach selbst gegessen. Banane, die wir auch versucht haben, hat sie zu dieser Zeit überhaupt nicht wollen (mittereile liebt sie Banane, aber das kann sich ja immer ändern). Sagen wir es mal so, die ersten Wochen ist sicher mehr am Boden, am Kopf oder in der Hose gelandet als im Magen. Ich habe mit dem Abendessen angefangen, da es die Zeit ist, bei der die ganze Familie am Tisch sitzt. Da sie ja schon alleine in ihrem Hochsitzt (wir haben einen Triptrap-Nachbau ohne Tisch) sitzen konnte, und sie ihre Obststicks selber greifen musste, konnten wir selbst daneben essen. Wie gesagt, wirklich was gegessen hat sie anfangs sowieso nicht. Und nach dem Essen habe ich gestillt.


Wir haben nach BLW (auch das erkläre ich im Kapitel zu Beikost genauer) gearbeitet, was im Endeffekt heißt, dass sich das Baby mit minimaler Hilfe selbst von Muttermilch auf feste Nahrung umstellt. Das hieß natürlich auch, dass ich im Grunde ganz normal weiter gestillt hab. Also von weniger Abhängigkeit war da noch lange nicht die Rede. Aber wir hatten zumindest die Möglichkeit sie mit etwas zu beschäftigen, wenn ich am Abend in der Arbeit war. Das hat auch sehr geholfen, und sie hat nicht mehr die knapp 2 ½ Stunden durchgebrüllt. Das hat sich zu dieser Zeit allerdings ohnehin erledigt. Am Ende des siebten Monats sind die Corona-Fallzahlen wie so gestiegen, dass Jugendzentren wieder schließen mussten. Ich war also wieder zuhause. Meine Tochter war darüber nicht gerade unglücklich. Auch wenn ich es schade fand, denn ich glaube es hätte nicht mehr lange gedauert, bis sie sich daran gewöhnt hätte.


Leider hat sie ansonsten relativ viel gejammert zu dieser Zeit. Es kam viel zusammen, daher kann ich es sogar verstehen. Ihre Verdauung musste sich auf feste Nahrung einstellen und gleichzeitig unbekannte Lebensmittel verarbeiten. Davon hatte sie leider immer mal wieder Verstopfung und Bauchweh.


Da sie sitzen konnte habe wir auch den Buggy-Aufsatz auf den Kinderwagen montiert (zu mir gedreht, damit sie mich immer sehen konnte). Das war natürlich extrem aufregend. Damit waren die Spaziergänge leider meist so spannend, dass an Schlafen nicht zu denken war. Überhaupt hat sie sehr schlecht geschlafen. Tagsüber konnte sie sich nicht entscheiden ob zwei Mal schlafen ausreicht, oder sie doch noch drei Mal schlafen möchte. Entweder sie war zu wach zum Einschlafen, oder sie war übermüdet und konnte davon schlecht einschlafen. Das hat natürlich auch unsere Nachtruhe stark gestört. Sie war sehr oft wach, teilweiße fünf Mal, und wollte zwar fast immer stillen, aber viel gegessen hat sie meistens nicht. Es war für uns alle eine sehr anstrengende Zeit.


Das Wetter wurde schlechter und kälter, so dass ich auf wärmere Sachen und Fellsack im Kinderwagen umstellen musste. Das war an sich zwar super, weil sie mit dem Sack nicht rausfallen konnte. Der Buggyaufsatz war ihr noch ein bisschen zu groß, aber die Babywanne zu langweilig. Wir haben schon überlegt ihr einen zusätzlichen Polster zu nähen, aber der Fellsack war die einfachere Methode. Leider verweigerte sie aber jede Form der Handbedeckung (Handschuhe usw.) und hatte immer kalte Finger. Da sie zusätzlich immer auf ihren Hände gekaut hat, weil ihre Zähne geschoben haben, waren die Hände teilweiße rot vor Kälte. Zu dieser Zeit hatte ich die Hoffnung, dass die Zähne in absehbarer Zeit kommen würden, bereits aufgegeben und ertrug ihr Gejammer einfach.


Wie ihr euch vielleicht erinnern könnt, habe ich schon früher immer wieder erwähnt, dass wir in Zeiten einer Pandemie sind. Das brachte verschiedenste Einschnitte mit sich. So mussten größere Veranstaltungen ein Konzept zur Prävention einer Ansteckung haben. Meine beste Freundin hat ein Modecollege besucht und zu dieser Zeit ihren Abschluss gemacht. Sie durfte im Rahmen einer Fashion Show ihre Kollektion ausstellen, wozu sie uns eingeladen hat. Mein Mann wollte dorthin nicht mitgehen, weshalb mich meine Mutter begleitete, damit sie mit der Kleinen raus gehen konnte, falls es ihr zu laut wurde. Das Ganze zu organisieren war gar nicht so einfach. Die Karten waren zwar frei, dafür musste man eine ziemlich komplizierte Anmeldung durchführen um sich dann mittels QR-Code vor Ort die echte Karte zu holen. Es galt Maskenpflicht am ganzen Gelände. Da wir jede Ansteckung unbedingt vermeiden wollten, haben wir uns sogar FFP2 Masken besorgt. Die waren zu dieser Zeit sehr schwer zu bekommen und sehr teuer. Aber das war es mir wert, weil ich so seit über einem halben Jahr das erste Mal wieder wirklich unter Menschen war. Meine Tochter hat das Ganze ziemlich gut mit gemacht, sie ist während der Show am Arm meiner Mutter sogar eingeschlafen. Die Veranstalter waren total nett, und haben uns extra die Sitzplätze getauscht, so dass wir ganz hinten am Rand sitzen konnten, um schnell mit ihr raus zu können, was dann gar nicht nötig war. Aber wir hatten auch gleich die offene Tür neben uns, wodurch es nicht so heiß und stickig war. Alles im allem also eine echt gelungene Aktion. Und ich hab mal wieder fest gestellt, wie viel man auch mit Baby machen kann, auch wenn es manchmal etwas mehr Aufwand ist.


Das war übrigens die erste und letze größere Veranstaltung auf der ich im gensamten ersten Lebensjahr meiner Tochter war. Denn kurz darauf machten wieder fast alle öffentlichen Einrichtungen zu und wir waren wieder nur zu Hause.


Durch die starke Einschränkung des öffentlichen Lebens wurde es sehr still um uns herum. Freunde getroffen habe ich zu dieser Zeit ohnehin nicht allzu oft, aber es gab nun auch wieder fast keine Möglichkeiten dafür. Natürlich war mir bewusst, dass wir an sich schon jemanden treffen konnten. Aber die Vorbereitung war zu dieser Zeit noch nicht allzu einfach, und mich stresste schon der normale Babykram genug, so dass ich nicht auch noch darüber nachdenken wollte, ob wir uns womöglich angesteckt haben könnten. Ich stellte mich also auf einen eher etwas einsamen Winter ein. Allerdings hatte ich mit meiner Tochter ohnehin genug zu tun.


Farzit des siebten Monats: das mit dem Essen ist gar nicht so einfach. Und man darf am Anfang echt nicht viel erwarten. Zu dieser Zeit war ich hoch motiviert und dachte, wir würden dass sicher schnell und gemütlich über die Bühne bringen. Ihr anfängliches Essen herumwerfen war für mich voll ok, schließlich musste sie ja erst lernen, wofür das da sein sollte. Ich wusste ja noch nicht, wie lange das dauern kann. Aber das ist dann die nächste Geschichte.

Ein ganzes Dorf

Hallo zusammen, tut mir leid, dass es so still war, ich komm gerade nicht so gut zum schreiben. Ich musste mich einer Zahnbehandlung unterziehen und bin noch nicht wieder richtig auf den Beinen. Hoffentlich dauert es nicht mehr lange.

Im Moment bin ich mal wieder sehr froh, hilfsbereite Eltern und Schwiegereltern zu haben, die mich unterstützen, sonst wäre es mit der Kleinen gerade sehr schwierig. Auch mein Mann nimmt sie mir so gut er kann ab. Also ein Hoch auf die Familie und jeden Babysitter dieser Welt, manchmal braucht man eben wirklich ein Dorf um ein Kind aufzuziehen.

Nächste Woche kommt dann hoffentlich wieder ein normales Kapitel.

Stoffwindeln

Nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung wickelt seine Kinder so, wie es in unseren Breiten üblich ist. In vielen, vor allem ärmeren Ländern, wird gar nicht gewickelt. Die Babys bekommen, wenn überhaupt, ein Stück Stoff umgebunden, was sehr weit weg von einer Stoffwindel, wie es sie bei uns gibt, ist. So gesehen ist die Frage nach der Windel ein ziemliches Luxusproblem.

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In unseren Breiten ist es eher üblich seinem Baby eine Windel an zu ziehen. Es gibt auch die Möglichkeit sein Kind windelfrei zu erziehen. Dabei wird das Baby über die Toilette gehalten, wenn man das Gefühl hat, es muss mal, und es braucht an sich gar keine Windel. Ich gebe offen zu, dass mir diese Methode zu viel Arbeit war. Außerdem ist es auch gar nicht so einfach, wenn man mal unterwegs ist, oder aus sonst irgendeinem Grund nicht sofort mit dem Baby aufs Klo kommt.


Wie im Kapitel zum Wäschewaschen angemerkt, versuche ich möglichst wenig Müll zu produzieren. Daher kamen Wegwerfwindeln für mich ziemlich schnell nicht mehr in Frage. Und damit habe ich mich mit der nahezu unendlichen Vielfallt von Stoffwindeln konfrontiert gesehen. Die Stoffwindeln heut´ zu Tage haben nur noch sehr entfernt etwas mit denen gemeinsam, mit denen die ganze Wicklerei mal angefangen hat. Natürlich kann man auch heute noch mit einem Stofftuch eine Windel falten und sie seinem Kind anziehen. Es gibt aber auch bei weitem einfachere Modelle.


Da sind wir schon mal bei einem sehr wesentlichen Punkt, was Stoffwindeln betrifft. Es gibt sehr viele unterschiedliche Marken und Modelle, die alle ein bisschen anders in der Handhabung sind. Man könnte sagen: „Da ist für jeden Geschmack was dabei.“ Daher sollet ihr euch nicht beirren lassen, weil euch das Modell eurer Freundin, Schwägerin oder sonst wem nicht gefällt. Wenn ihr einfach einmal sehen wollt, was es so alles gibt, solltet ihr euch nach einer Stoffwindelberatung umsehen. Meistens wird das in Geschäften angeboten die an sich auch Stoffwindeln verkaufen. Manchmal könnt ihr auch da auch jemanden nach Hause kommen lassen, der euch dann unterschiedliche Modelle zeigt.


Meine Cousine hat so einen Kurs gemacht, um dann zu merken, dass sie keine der vorgeführten Modelle haben will. Sie hat dann noch weiter gesucht, und ist schließlich bei einem Modell gelandet, wo man tatsächlich eine altbekannte Stoffwindel als innerste Lage faltet. So kann es also auch gehen.


Ich selbst habe keine Beratung gemacht. Zum Einen, weil ich solche Kurse im Allgemeinen meide (mir sind das schon unter Normalumständen zu viele Menschen), zum anderen, weil es bei mir in der Gegend auch keine gegeben hätte. Ich habe mir stattdessen ein Probierpacket bestellt (den Link zu der Seite, über die ich das bezogen habe schreib ich ganz unten hin). Das war so bestellt, dass es kommen würde, wenn meine Tochter auf der Welt war, und wir konnten uns dann zwei Wochen lang durch alle von diesem Versand angeboten Marken und Modelle durchprobieren. Das hatte den Vorteil, dass ich die Modelle direkt an meinem Baby anschauen konnte, und auch gleich im Alltag ausprobiert habe. Sozusagen unter Realbedingungen. Damit fällt einem natürlich eher auf, ob dieses Modell etwas für einen ist oder nicht.


Bei uns gibt es einen sogenannten Windelgutschein. Das ist ein Zuschuss vom Land, den man bekommt, wenn man sich für Stoffwindeln entscheidet. Sie fördern dann den Kauf mit einem bestimmten Betrag, je nachdem wie viele Windeln man anschafft. Dafür kommen jedoch nur bestimmte Modelle in Frage. In meinem Probierpacket waren die Marken dafür alle enthalten, und ich habe auch nur die ausprobiert. Aber selbst dann ist die Auswahl noch unüberschaubar.


Zunächst einmal muss man sich für eine Kategorie entscheiden. Stoffwindeln gibt es als: All in One, All in Two und All in Three. Fangen wir mit dem einfachsten an. All in One (AIO) heißt, dass man die Windel im Grunde wie eine Wegwerfwindeln nur anziehen braucht und nach erledigtem Geschäft kommt auch das ganze Ding, so wie es ist, in die Waschmaschine. Wobei stimmt nicht ganz, feste Bestandteile (also Stuhl) sollte immer vor dem Waschen entfernt werden. All in Ones sind also die unkompliziertesten. Sie eigenen sich auch für ungeübte Wickler und wenn man möglichst wenig Arbeit haben will. Leider braucht man von ihnen dafür meist recht viele, da man ja immer die gesamte Windel nach jedem Mal benutzen waschen muss. Außerdem sind sie meist etwas teurer.


All in Twos (AI2) kommen dann schon (wie der Name sagt) in zwei Teilen daher. Sie bestehen aus einem Saugkern innen und einer Wasserdichtern Schicht außen, die man aber voneinander trennen kann. Das hat den Vorteil, dass man das Äußere wiederverwenden kann, wenn man einfach den Saugkern wechselt. Daher braucht man weniger Überhosen als Saugkerne und muss weniger oft alles waschen. Dafür muss man halt auch die Windeln erst einmal zusammen bauen.


Bei der All in Three (AI3) gibt es dann drei Teile. Im inneren liegt der Saugkern, darüber kommt die wasserabweisende Innenwindel, und darüber schließlich eine Außenwindeln, die dem ganzen Form und Stabilität gibt. Man hat hier also drei Teile, die man auch separat tauschen kann, und muss daher weniger oft waschen. Natürlich bedeutet es aber auch beim Zusammenbauen mehr Arbeit.

Viele Marken bieten Modelle jeder der genannten Kategorien an. Ihr seid also meist nicht eingeschränkter, nur weil ihr gerne eine AIO oder eine AI3 wollt.


Neben der Wahl der richtigen Kategorie, kommt dann noch die Frage des Materials. Jede der Schichten kann aus mehreren Materialien gemacht werden.


Der Saugkern ist oft aus Baumwolle oder Bambusfaser gefertigt. Es muss vor allem Flüssigkeit rasch aufnehmen können und zugleich möglichst gut für Babys´ Popo sein. Zusätzlich zum Saugkern kann man in jedem der drei Modelle immer auch ein Vlies packen. Dieses fängt den Stuhl ab und macht es einfacher bei der Entsorgung, Außerdem schützt es den Saugkern, damit dieser länger saugfähig bleibt.


Innenwindeln müssen Wasserabweißend sein, weswegen sie oft Kundstoff beschichtet sind. Man kann aber auch mit Wolle arbeiten, die dann eingefettet wird. Das ist natürlich ein weiter Arbeitsschritt der immer mal wieder gemacht werden muss. Dafür werden Wollhosen eher mit der Zeit besser, während PUL (das ist der meistens verwendete Kunststoff) mit der Zeit brüchig und undicht wird.


Die Überhosen (wenn es sich um AI3 handelt) sind dann oft schön gemustert und können im Sommer auch mal die Hose komplett ersetzen. Bei AI2, bei denen Innen- und Außenwindeln verschmolzen sind, ist dann das äußere meist auch gemustert. Überhosen gibt es oft auch in mitwachsenden Varianten, bei denen man dementsprechend weniger kaufen muss.


Das mit der Größe ist bei Stoffwindeln so eine Sache. Sie sind meist anders gestaffelt als die Wegwerfwindeln im Geschäft und viele Herstelle haben ihre ganz eigenen Größenangaben. Daher sollet ihr immer genau schauen, welche Größe ihr braucht. Wie auch bei Wegwerfwindeln ist die Größe im Gewicht des Kindes angegeben. Jede Größe entspricht dann einem Gewichtsbereich. Mitwachsend bedeutet dann einen dementsprechend größeren Gewichtsbereich. Meist wird das durch Knöpfe an der Windel erreicht, mit denen man sie dann zusammenziehen kann, so dass sie auch für kleinere Babys passt. Je nach Hersteller ist auch der Saugkern entweder Unigröße, mitwachsend oder auf eine bestimmte Größe festgelegt. Je nach dem für welches Modell ihr euch entscheidet, kann das bedeuten, dass ihr ziemlich viele Windeln braucht, da bei nicht mitwachsenden Modellen jede Größe wieder extra besorgt werden muss, und natürlich trotzdem in einer bestimmten Anzahl vorhanden sein sollte. Dafür haben die fixen Größen meist den Vorteil, dass sie besser sitzen, da die Mitwachsenden ja durch das Verstellen immer mal wieder zu eng oder zu weit sind.


Wie viele Windeln ihr pro Größe, oder bei Mitwachsenden insgesamt braucht, hängt viel von euch selbst ab. Ich selbst möchte so selten wie möglich waschen müssen. Daher habe ich mehr Windeln gekauft, damit sie mir nicht so schnell ausgehen. Da Stoffwindeln nicht so viel saugen wie Wegwerfwindeln, muss man öfter Wickeln. Die Faustregel, man braucht gleich viele Windeln stimmt also leider nicht. Gerade am Anfang habe ich oft 10-12 Windeln pro Tag gebraucht. Und daher erst recht jeden zweiten Tag gewaschen. Mittlerweile hat es sich auf ca. 5 Windeln eingespielt. Wobei wir nachts eine Wegwerfwindel verwenden. Damit wasche ich im Moment meist alle vier Tage. Mehr als vier oder fünf Tage solltet ihr die dreckigen Windeln aber ohnehin nicht lagern. Beim Waschen ist wichtig, immer auf die Angaben des Herstellers zu achten. Ich habe am Begin ein paar Überhosen ruiniert, weil ich sie falsch gewaschen habe. Spezielles Waschmittel ist meistens nicht nötig, außer vielleicht bei Wolle.


Das war jetzt schon eine ganze Menge Theorie und dabei habe ich schon versucht wirklich nur die wichtigsten Eckdaten an zu geben. Ihr seht: Stoffwindeln könne einen ziemliche Wissenschaft für sich sein. Trotzdem habe ich es noch keine Moment lang bereut, mich für sie entschieden zu haben.


Wir selbst haben Totsbots Peenuts. Das sind Mitwachsende AI2 Windeln einer Britischen Firma mit PUL-Überhose und Bambussaugkern. Zusätzlich gebe ich noch ein Bio-Vlies von Grün-Specht hinein (ich bekomme übrigens nichts für das Nennen der Marken, das ist also keine bezahlte Werbung). Mir war bei der Auswahl die einfache Handhabung wichtig. Sie bestehen nur aus zwei Teilen die mit Druckknöpfen zusammengehalten werden. Viel fasch kann man beim zusammenbauen also nicht machen. Außerdem machen sie keinen riesigen Windelhintern. Das war mir auch wichtig, da ich nicht wollte, dass meine Tochter sich durch den vielen Stoff womöglich gestört und eingeschränkt fühlt. Da wir bereits als sie zwei oder drei Wochen alt war komplett auf Stoffis umgestellt haben, ist sie es so gewöhnt, und hat noch nie Probleme gemacht. Nur nachts trägt sie Wegwerfwindeln, einfach weil wir uns damit das Wickeln ersparen und nicht aufstehen müssen.


Ich habe das Starterset neu gekauft und dann nach ein paar Teile Second Hand erworben. Die Saugkerne waren in einem super Zustand, die Überhosen leider nicht. Gerade bei PUL kann ich euch daher nicht raten Second Hand zu kaufen. Außer natürlich ihr kennt den Verkäufer und wisst, dass sie noch dicht sind. Alles andere (Saugkern, Wetbag, Wickelauflagen usw.) lassen sich super Second Hand kaufen. Wenn ihr ohnehin vor habt mehr als ein Kind mit den Stoffwindeln zu wickeln, ist eine Neuanschaffung ohnehin rentabel. Und am Ende lassen sich viele Dinge auch wieder weiterverkaufen. Damit seid ihr dann meistens erheblich günstiger unterwegs, als mit Wegwerfwindeln, selbst wenn man Wasser und Strom fürs Waschen mitrechnet. Nur einen Trockner solltet ihr nicht verwenden, das verhaut euch die Öko-Bilanz wieder. Sonne und Lufttrocken ist für die Windeln aber ohnehin das Beste. Das Material mag Trockner meistens nicht und Sonne bleicht auch Flecken von Stuhl und Pipi gut aus.


Was euch natürlich klar sein muss, ist, dass ihr mit den Fäkalien eures Kindes stärker in Berührung kommt, als wenn ihr mit Wegwerfwindeln wickelt. Stuhl muss separat entsorg werden, bei längere Lagerung sollte Urin ausgewaschen werden. Windeln beginnen immer irgendwann zu riechen, Stoffwindeln natürlich auch. An sich sollet ihr darauf achten, dass ihr Luft an sie heran lässt, damit sich kein Ammoniak bildet (das Stink dann unerträglich). Daher nicht unbedingt geschlossene Windelkübel verwenden. Und wenn es anfängt zu riechen, einfach waschen.


Bei allen Lobeshymnen an die Stoffwindeln, steht es jedem frei, sich auch dagegen zu entscheiden. Und auch wenn ihr es zunächst versuchen wollt, müsst ihr natürlich nicht dabei bleiben. Wenn ihr merkt, es stresst euch mehr, als es auch Freude macht, oder ihr kommt vor lauter Waschen und Herrichten gar nicht mehr dazu euch um euch selbst und euer Baby zu kümmern, dann ist es immer besser, einfach auf Wegwerfwindeln um zu stellen. Wichtig ist immer euer eigenes Wohlbefinden, alles andere ist nur halb so wichtig.


Zuletzt noch der versprochen link unter dem ihr Testpacket und auch Stoffwindeln bekommt. Auch hier bekomme ich nichts dafür, ist also nur als Hilfestellung für euch. https://pihappy.at/

Von Wäschebergen und Farbverwirrung

Obwohl mir klar war, dass so ein Baby ziemlich viel Wäsche braucht, habe ich die tatsächliche Menge zuvor definitiv unterschätzt. Und irgendwie scheinen die Wäscheberge auch nie kleiner zu werden, egal wie oft man wäscht. Und mit Waschen alleine ist es ja auch meist nicht getan.

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„Wenn Wäsche falten länger dauert als waschen“, mit diesen Worten hat ein ehemaliger Kollege von mir in der Arbeit verkündest, dass er Vater wird. Und ich muss sagen, er hatte mehr als recht. Die Wäsche zu waschen ist leider nur der kleinere Teil, aber selbst da habe ich so meine Probleme gehabt.


Im Kapitel zu unserem dritten Monat habe ich geschrieben, dass uns die Waschmaschine leider eingegangen ist. Was genau sie hatte, wissen wir leider nicht, nur, dass scheinbar der Korpus, in der die Trommel läuft, undicht war. Jedenfalls haben wir uns dann eine neue Waschmaschine kaufen müssen, wobei wir uns gleich für ein größeres Modell entschieden haben. Und das hatte auch seinen Grund. Bereits im ersten Kapitel habe ich erwähnt, dass wir mit Stoffwindeln wickeln. Das hat mehrere Gründe.


Ich mache mir immer wieder Gedanken, was ich anders machen kann, um möglichst wenig Dreck und Schadstoffe zu produzieren. Nachdem ja nicht nur wir selbst, sonder auch unsere Kinder noch etwas von unserer schönen Erde haben wollen, ist für mich klar, dass ich möglich wenige Ressourcen verbrauchen möchte. Natürlich ist das nicht immer einfach. Mit Baby ist das noch einmal einen Tick schwieriger. Manche Dinge kann man nicht Second-Hand kaufen (Schnuller usw.) und manches ist nun mal aus Plastik (Sauger von Flaschen, Matratzenschoner usw.). Aber es gibt ein paar Dinge, an denen kann ich versuchen so nachhaltig wie möglich zu sein. Natürlich ist das alles auch eine Preisfrage. Manchmal sind die nachhaltigeren Varianten so unverschämt teuer, dass auch ich mir das drei Mal überlege, ob es jetzt wirklich die Bio-Lederschuhe sein müssen.


Am besten, und gerade bei Anziehsachen oder anderer Art von Wäsche, ist es, Dinge Second-Hand zu kaufen. Babys wachsen so schnell, dass es sich kaum lohnt, etwas Neues zum Anziehen zu kaufen. Oft sehen Bodys nach zwei Babys immer noch fast neu aus. Wir haben sehr vieles aus dem erweiterten Familienkreis bekommen, die meisten Sachen von meiner Cousine. Natürlich hat man dann nicht die unendliche Auswahl, die man in einem Geschäft oder gar in den Weiten des Internets hat. Aber dafür sind die Sachen nicht nur eingewaschen und somit schon mal relativ frei von Schadstoffen, sie sind zudem meist auch günstiger (wenn man sie nicht sogar geschenkt bekommt) und wenn man von ein paar Leuten was bekommt, ist auch sicher irgendwas dabei, was einem zusagt.


Gerade beim Gewand ist mir ein sehr interessantes Phänomen aufgefallen. Wie gesagt haben wir sehr vieles von meiner Cousine, die zwei Söhne hat. Wir haben aber eine Tochter. Jetzt haben wir aber viel Blau und Grün im Kasten, auch mal Dinos, Autos oder sonst was drauf, und überhaupt ist es alles nicht so, wie anscheinend viele meinen, dass ein Mädchen angezogen werden sollte. Sie wird eigentlich fast immer für einen Burschen gehalten. Das alleine würde mich ja noch gar nicht so sehr stören. Aber leider fühlen sich die meisten Menschen, wenn man sie dann korrigiert, auf den Schlips getreten. Ich habe einmal eine Unterhaltung mir einer älteren Damen geführt, die sich richtig gehend beschwert hat, wie ich meine Tochter blau anziehen kann, weil das doch die Leute verwirrt, ob ihres Geschlechts. Also erstens hat es die Leute genau gar nicht zu interessieren welches Geschlecht mein Baby hat, und noch weniger haben sie sich dafür zu interessieren was sie anhat. Warum es scheinbar eine Unart ist, sein Kind nicht geschlechtstypisch an zu ziehen, ist mir ein absolutes Rätsel. Ich gebe offen zu, dass ich rosa nicht leiden kann, schon als Kind nicht, und als Erwachsene noch viel weniger. Leider schein Rosa jedoch die einzige Farbe zu sein, mit der man einwandfrei ein Mädchen kennzeichnen kann. Alle anderen Farben (und wir haben auch gelb, rot, orange, selbst lila) sind scheinbar nur für Burschen. Meine Tochter wird auch mit Gelb-Orange-farbener Strickjacke für einen Burschen gehalten.


Irgendwann habe ich es einfach aufgegeben. Ich korrigiere auch nur noch dann die Leute, wenn ich vorhabe mehr als einen Satz mit diesem Menschen zu reden. Oder wenn es aus irgendeinem anderen Grund gerade sein muss. An sich mag ich alles was meine Tochter an hat (sonst würde ich es ihr ja nicht anziehen) von daher ist es mir egal, ob andere Menschen finden, ich sollte ihr was anderes Anziehen.


Zurück zu den Stoffwindeln. Wegwerfwindeln gehören zu den Dingen, die man nicht Second-Hand kaufen kann. Man bekommt sie zwar als Öko-Variante, aber am Ende ist es trotzdem ein Wegwerfprodukt dass nach einmaligen gebrauch in der Tonne landet. Und das nicht zu knapp. In einer durchschnittlichen Windelperiode (also ca. 2 ½ bis 3 Jahre) verbraucht ein Kind Windeln im Wert von ca. 1000€. Ihr könnt euch vorstellen was für Berge das sind, wenn man bedenkt, dass man Windeln um 30c das Stück bekommt. Der Vergleich zeigt auch gleich ein weiteres Problem: es ist ziemlich teuer. Zwar kauft man die Windeln natürlich nicht alle auf einmal, aber es läppert sich eben im Laufe der Zeit ziemlich zusammen. Daher haben wir gar nicht lange überlegt und uns schon in der Schwangerschaft für Stoffwindeln entschieden. Da stellt sich dann natürlich die Frage: welche nehmen. Es gibt sehr viele unterschiedliche Marken mit den unterschiedlichsten Modellen und auch zu unterschiedlichen Preisen. Ich schreib ein kleines Zusatzkapitel zu Stoffwindeln, das sprengt hier sonst den Rahmen.


Ich war, ob der Stoffwindeln-Entscheidung, durchaus darauf vorbereitet ziemlich viel Wäsche zu waschen. Gerade am Anfang, so in den ersten Monaten, ist unsere Waschmaschine täglich gelaufen. Irgendwas war immer gerade zu Waschen. Stoffwindeln halten nicht so lange dicht wie Wegwerfwindeln. Hat man nun ein Kind wie meine Tochter, die nicht nur immer im Schwall pinkelt, sondern sich auch nicht wirklich meldet, wenn die Windeln nass ist (außer sie ist bereits triefend nass), dann kann es schon mal passieren, dass auch das Gewand etwas abbekommt. Überhaupt hatte meine Tochter immer von irgendwas Flecken auf dem Body. Ob es nun vom Stillen war (bei dem die andere Brust fleißig mitgelaufen war) oder sie sich zielsicher den Staub und Brösel vom Boden (egal wie oft ich Wische, irgendwas ist immer da) ins Gewand schmiert. Kurzum, bei einer Garnitur Gewand pro Tag ist es in den seltensten Fällen geblieben. Dazu kamen dann noch Spucktücher (um sie wenigstens im Gesicht abwischen zu können), Waschlappen, Handtücher, Decken (zum drauflegen, zudecken konnte sie nicht leiden und ich hatte ohnehin zu viel Angst vor einem Erstickungstod) und dann noch die Stoffwindeln. Und schlussendlich wollen wir Eltern ja auch nicht Nackt durch die Gegend laufend. So war ich eigentlich immer am waschen.


Nach dem Waschen kam dann das Aufhängen. Ich habe ziemlich bald aufgehört den Wäscheständern überhaupt wieder weg zu räumen. Im Sommer haben wir ihn die meiste Zeit am Balkon stehen gehabt, damit war die Wäsche dann in einem Tag trocken. Im Winter war das dann die nächste Hürde, denn natürlich waren fast nie alle Sachen trocken, wenn die nächste Wäsche schon wieder zum Aufhängen war. Wir haben ein Himmelbett, und haben kurzer Hand den Himmel gleich mit als Wäscheständer missbraucht. Manchmal hingen die Sachen über Nacht auch über dem Zaun der Gehschule oder untertags an ihrem Gitterbett.


Mit Beginn der Beikost kamen dann auch noch Lätzchen und noch mehr Gewand hinzu (weil das Töchterchen sich mehr Essen in Haare und Oberteil geschmiert hat, als sie gegessen hat). Das fröhliche Waschen geht also weiter.


Um noch ein bisschen mehr Müll zu vermeiden habe ich mir auch Stoffbinden für meine Periode gekauft. Es kam mir seltsam vor, meine Tochter mit Stoff zu wickeln, dann aber immer Plastikbinden für meine Tage zu verwenden. Die Menstruationstasse kam für mich nicht in Frage. Ich trage nur äußerst ungern Tampons (nur wenn es sein muss, wir also schwimmen gehen oder ich weiß, dass ich ein paar Stunden nicht aufs Klo komme), weil ich die Vorstellung das alte Blut da in mir zu „speichern“ nicht sehr angenehm finde. Die Stoffbinden waren tatsächlich ein super Weg. Ich bin sehr empfindlich und habe oft Juckreiz von den Plastikeilagen bekommen. Das war mit den Stoffbinden noch nie ein Problem. Auch habe ich das Gefühl, dass die aus Stoff weniger riechen (also nicht nur die Binden an sich, die riechen natürlich gar nicht, weil ohne Parfum, sondern auch das Blut in ihnen weniger riecht). Meine Periode hat sich nach der Schwangerschaft etwas abgeschwächt, wobei sie dafür länger dauert. Daher komme ich meistens mit recht wenigen (zwei-drei) Stoffeinlagen pro Tag aus. Dadurch, dass ich ohnehin alle paar Tage Stoffwindeln bei 60° wasche, sind die Einlagen auch schnell wieder sauber und ich brauche insgesamt nicht allzu viele. Natürlich kosten sie mal wieder erheblich mehr, also wenn man die Wegwerfvariante kauft, aber bei guter Pflege halten sie viele Jahre und dann ist das Ganze schnell auch günstiger.


Stoffwindeln, Spucktücher und andere Utensilien werden bei uns nicht gebügelt (bei Stoffwindeln wäre dass auch schlecht fürs Material), Bodys, Hosen usw. aber schon. Da wir eigentlich alles aus Baumwolle haben (das ist für Babyhaut am angenehmsten und wenn man gute Qualität kauft, also auf Bio u.ä. achtet, auch frei von Schadstoffen). Leider wird das Gewand daher beim Waschen steif und erst durchs Bügeln wieder schön weich. Daher bügel´ ich die Berge an Wäsche auch. Manchmal komme ich da Tagelang nicht dazu. Dann stapelt sich zwar nicht mehr die Schmutz-, dafür aber hat die gewaschene Wäsche in der Wohnung. Meine Reitlehrerin hat mal gemeint, sie sei erst um Mitternacht ins Bett gekommen weil sie noch bügeln musste. Damals (mit meinen 13 Jahren) habe ich mich gefragt warum sie da unbedingt noch bügeln musste, heute kann ich sie nur zu gut verstehen. Die Gute hat vier Kinder aufgezogen, ich will mir ihre Wäscheberge gar nicht vorstellen.


Meine Tochter hat, je älter sie wurde, umso weniger Windeln am Tag verbraucht. Besonders das Umstellen auf feste Nahrung hat da sehr geholfen. Damit wurden die Waschladungen etwas weniger. Nach einem Jahr Baby hatte ich meinen Mann dann endlich soweit, dass wir uns einen größeren Wäscheständer gekauft haben. Er wollte nicht, weil unserer ja noch funktioniert hat. Er war halt für einen Zwei-Personen-Haushalt, und nicht für zwei Erwachsene und ein Baby. Wir haben uns einen Turmständer angeschafft. Von dem war ich schon begeistert, also ich sowas das erste Mal bei meiner Cousine gesehen habe, und da war bei uns von Baby noch nicht die Rede. Und ich muss sagen, ich liebe ihn immer noch heiß und innig. Ich würde mir immer wieder einen kaufen und kann ihn nur jedem, ob mit oder ohne Kind, empfehlen. Dabei hat das Ding gleich mehrere Vorteile. Zunächst einmal viel mehr Aufhängelänge bei weniger Platzbedarf. Zum Anderen kann er nicht so leicht umfallen (was bei einem Baby im Haus, dass sehr gerne beim Wäsche auf- und abräumen hilft, echt sehr wichtig ist) und zu guter Letzt bekommt man die Dinger oft mit Rollen unten (natürlich zum fixieren), wodurch er auch leichter zum verstellen ist. Gerade wenn man ihn im Sommer mal eben auf den Balkon oder die Terrasse stellen will, oder er auch einfach nur gerade im Weg ist, ist das sehr praktisch.


Zu guter Letzt noch ein paar Tipp: schaut euch umbeding bei allen Dingen immer an wie sie zu waschen sind. Ich habe mir nicht nur einige Stoffwindelteile durch falsches Waschen zerstört, sondern leider auch das ein oder andere Kleidungsstück kreativ neu eingefärbt. Wie man Kindergewand machen kann, dass nicht bei 60° waschbar ist, ist mir zwar schleierhaft, aber leider gibt es das. Und so manches meiner Weißen Teile ist jetzt rosa oder hellblau, weil rote oder blaue Stoffe ausgefärbt haben. Solltet ihr Flecken haben, die auch die Waschmaschine nicht weg bekommt (Karotte, Süßkartoffel und Kürbis sind da sehr beliebt, Himbeeren allerdings auch), dann ab in die Sonne damit. UV Licht ist ein verdammt gutes Bleichmittel und mit ein bisschen Zitronensäure geht es noch besser. Blut bekommt man übrigens mit kaltem Wasser am besten heraus (falls ihr auch über Stoffbinden nachdenkt, oder öfter mal Blutflecken auf der Kleidung habt).

Schlafen, die Erste

Wie, wann und wo Babys schlafen ist eines der absoluten Dauerthemen der ersten Lebensmonate,  und auch noch in den ersten Jahren ein stetiger Begleiter. Kein Wunder, ist erholsamer Schlaf doch nicht nur fürs Baby, sonder auch für die Eltern essentiell um gut, gesund und fit durch den Tag zu kommen. 

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Ganz allgemein: Babys brauchen mehr Schlaf als Erwachsene. Nach der Geburt bis zu 17 Stunden am Tag (also von 24h). Im Laufe des ersten Lebensjahres reduziert sich das auf ca. 12h, bei manchen schneller, bei anderen langsamer. Zu Anfangs sind die Wachphasen kurz, werden mit der Zeit länger, und auch die Schlafphasen konzentrieren sich im Laufe der Zeit auf eine Lange, wenn möglich in der Nacht, und kürzen Phasen am Tag. Das alles geschieht jedoch nicht auf Knopfdruck und leider nicht so schnell wie uns Eltern das meistens lieb wäre.


Meine Tochter hat bereits in den ersten Wochen begonnen ihre längste durchgehende Schlafphase in der Nacht zu haben. Meist zwischen 22 Uhr und ca. 4 Uhr. Das war sehr angenehm, da ich damit zumindest zu einigen Stunden zusammenhängenden Schlaf gekommen bin. Schlaf ist nämlich nicht gleich Schlaf. Um wirklich ausgeschlafen zu sein, braucht der Körper eine gewisse Mindestdauer, er muss nämlich alle Schlafphasen durchmachen, am besten mehrmals. Nur dann fühlen wir uns wirklich erholt. Einige Zeit kommt der Körper auch damit zurecht, zu wenig Schlaf zu bekommen. Auf Dauer mindert es jedoch nicht nur unsere Leistung, es kann auch bleibende Schäden verursachen.


Das gilt natürlich bei Erwachsenen, aber auch bei Kindern. Je länger ein Kind nicht schläft, um so schwere wird es sich tun, in den Schlaf zu finden. Der Körper ist bereits so überreizt, dass Abschalten immer schwerer wird. Das ist dann der Moment wo sie überdreht werden und erst recht nicht ins Bett wollen. Leider ist diesen Punkt zu merken gar nicht so einfach.


Neben ihrem, zugegeben guten, Nachtschlaf, hat meine Tochter die ersten Wochen sicher vier oder fünf Mal kurz unter Tags geschlafen. Ich habe sie da selbst entscheiden lassen. Wenn ich gemerkt habe, sie wird müde, hab ich sie am Arm in den Schlaf gewiegt, sie ein bisschen getragen, oder sie ist einfach so nach dem Stillen oder beim kuscheln eingeschlafen. Angeleitet zum Schlafen haben wir sie nur am Abend, damit ihr klar wird, dass man am Abend ins Bett geht.


Einschlafen ist, wie ich im Kapitel zum ersten Monat schon mal erwähnt habe, eine gar nicht so einfache Geschichte. Ihr habt doch sicher selbst auch schon oft gemerkt, gerade wenn ihr bewusst einschlafen wollt, dauert es manchmal umso länger. Einfach so abzuschalten und zu Schlafen, kann der Körper nämlich gar nicht so wirklich. Daher sind Einschlafsignale da sehr hilfreich. Dinge, die immer in einer bestimmten Reihenfolge vor dem Schlafengehen gemacht werden, signalisieren Körper und Gehirn, dass es Zeit wird zur Ruhe zu kommen. Im Grunde kann man fast alles zu so einem Signal machen, also solange es eher Ruhe verströmt, und nicht aufstachelt.


Wir haben als absolutes Hauptsignal eine Spieluhr. Ich bin kein großer Freund der meisten Spieluhrmelodien und auch das Design ist leider oft nicht gerade mein Fall. Am Ende habe ich mir auf Etsy eine Eulenspieluhr machen lassen, die das Titellied von Harry Potter spielt (ich bin ein absoluter Harry Potter Fan, eher schon Freak, muss ich ehrlich zugeben). Damit kann ich gut leben, und es beruhigt auch mich etwas.


Unsere Tochter schläft seit ihrer ersten Nacht im eigenen Bett. Ich bin ziemlich Paranoid, was den plötzlichen Kindstod anbelangt, und habe die Vorstellung sie bei uns im Bett zu haben und sie womöglich mit Polster, Decke oder mir selbst zu ersticken einfach schrecklich gefunden. Daher schläft sie auch in einem Schlafsack und hatte keine Kuscheltiere im Bett. Ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit eher gering ist, aber es war psychisch so einfacher für mich. Außerdem finde ich es auch nicht notwendig sie bei uns im Bett zu haben. Sie hat ihr Bett direkt neben meinem, ich kann sogar mit der Hand hinein greifen. Unsere Nähe war also immer gegeben. Natürlich nehme ich sie heraus, wenn sie weint, aber ich versuche sie immer, wenn sie sich beruhigt hat, wieder in ihr Bett zu bringen.


Unser Abendritual war die ersten Monate immer: Stillen, dann ins Bett legen, Spieluhr aufziehen (die durfte sie maximal drei Mal hören) und dann so lange warten, bis sie einschläft.


So viel zur Theorie. Die Wirklichkeit sieht dann natürlich etwas anders aus. Manchmal ist sie mir schon beim Stillen eingeschlafen, was ich eigentlich nicht wollte, da ich nicht wollte, dass Stillen alleine zum Schlafsignal wird. Meistens war sie auch nach dem dritten Mal Spieluhr noch wach und wir haben ziemlich lange gewartet, bis endlich Ruhe war. Manchmal war es so auch überhaupt nicht möglich. Dann hab ich sie auf den Arm genommen und in den Schlaf geschaukelt, später auch getragen.


Unter Tags war dieses Ritual zu Anfangs überhaupt sinnlos. Sie hat immer auf meinem Mann oder mir geschlafen und ist von jedem Versuch sie ins Bett zu legen wieder aufgewacht. Daher habe ich das aufgegeben und sie einfach auf mir schlafen lassen. Erst mit ca. 2 Monaten habe ich sie dann immer öfter neben mich auf die Couch legen können. Ins Bett ging auch zu dieser Zeit unter Tags nicht.


Was jedoch geholfen hat, war ein weiteres Einschlafsignal ein zu führen, eine Stofftier. Ein Stofftier für so einen Zweck muss zwei Kriterien erfülle: es sollte gut zum greifen sein und es wird nur zum Schlafen hergegeben. Schmußetücher eignen sich hier naturgemäß recht gut, bei größeren Kindern aber auch andere Dinge, solange sie gut gehalten werden können. Mein erster Versuch ging da leider schief, weil ich ihr das Stofftier zu wenig konsequent nach dem Aufwachen wieder abgenommen habe. Es ist noch heute eines ihrer Lieblingsspielzeuge und kommt fast überall hin mit, zum Einschlafen bekommt sie jedoch ein anderes. Sie hat unter Tags also immer zum Einschlafen dieses Stofftier in die Hand bekommen (natürlich auch am Abend, da habe ich es ihr allerdings nach dem Einschlafen vorsichtig wieder aus den Armen gezogen, wegen der Angst vorm Ersticken), und dann habe ich sie in den Schlaf gewiegt oder getragen.


Wir hatten auch ein Schlaflied, dass aber nur ich benutz habe, weil mein Mann nicht gerne Singt. Da ich leider überhaupt keine Schlaflieder kenne (und die meisten die ich kenne auch nicht mag) war es bei uns The Lion Sleeps Tonight, was ja auch irgendwie dazu passt. Ich habe da sogar extra den kompletten Text auswendig gelernt. Gerade tagsüber und wenn man unterwegs ist, ist so ein Ersatz für die Spieluhr sehr praktisch, wenn man das Baby mal ungeplant irgendwo ins Bett bekommen will. Als ich angefangen habe, sie auch öfter in der Trage zum Schlafen zu haben, um in dieser Zeit zu Bügeln oder Wäsche auf zu hänge, da war sie ca. 2 ½ Monate alt, habe ich öfter auf das Schlaflied zurückgegriffen. Außerdem war es immer eine gute Möglichkeit, wenn sie sich einfach nicht beruhigen wollte.


Mit etwas mehr als 3 Monaten hat meine Tochter begonnen auch unter Tags relativ feste Zeiten zum schlafen zu haben. Drei Mal am Tag, meist für ca. 1h. Das war ganz ok so, da ich um diese Zeiten herum planen konnte, und so etwas Struktur in den Alltag bekommen habe. Struktur hilft ungemein, auch beim Schlafen. Durch feste Abläufe lernt der Körper wann er besonders wach sein soll, und auch wann es eher Ruhezeiten gibt. Das hilft auch beim Erlernen des Tag-Nachtrhythmus. Babys kommen ohne ein Gefühl für Zeit oder Tag und Nacht auf die Welt. Durch einen immer wiederkehrenden Tagesablauf lernen sie aber, wann man aufsteht, wann gegessen wird, und wann Zeit zum Schlafen ist. Dabei hat jedes Baby seine eigenen Vorlieben. Meine Tochter hat gerne am Vormittag noch ein kleines Nickerchen gehalten, war dafür am Abend aber gerne etwas länger wach. Unser Versuch ihr mit ca. 4 Monaten wenigstens 20:30uhr schmackhaft zu machen, ist vollkommen gescheitert. Sie geht mehr oder weniger seit der Geburt um 21uhr schlafen. Dafür ist sie halt auch eher erst so ab 7uhr wach (also außer zum Stillen, da war sie zeitweiße auch vier oder fünf Mal wach, siehe auch: Zahne, die Erste).


Nicht nur ein geregelter Tagesablauft hilft Babys beim erlernen des Tag-Nacht Rhythmus, auch der Ablauf in der Nacht kann da unterstützen. Wir haben unsere Tochter von Anfang an nachts nach Stillen und Wickeln sofort wieder ins Bett verfrachtet. Auch wenn sie munter war und spielen wolle, habe ich sie am Arm gehabt und sie geschaukelt oder gekuschelt, nur nichts, was sie aufregen könnte. Damit wollte ich bezwecken, dass ihr möglichst schnell klar wird, dass nachts geschlafen wird, und spielen nur Tagsüber stattfindet. Im Großen und Ganzen hat das ganz gut funktioniert.


Mein Mann hat nachts gewickelt. Das war der Deal, da ich mit stillen ohnehin mehrmals Wach war und nicht auch noch dazwischen aufstehen wollte. Wenn ich aufgestanden bin, konnte ich noch schlechter wieder einschlafen und bin dann teilweise, bis sie das nächste Mal stillen wollte, wach gelegen. Daher haben wir uns nach einigen Wochen darauf geeinigt. Außer sie war erst so ab 5uhr früh zum Wickeln, da mein Mann um sechs Uhr aufstehen muss, und dann nicht mehr einschlafen kann. Zum Wickeln haben wir extra wenig Licht gemacht. Leider hatten wir keine echte Nachtlampe, am Ende haben wir eine Dekolampe dafür benutzt, die gerade so viel Licht macht, dass man sieht wo bei der Windel vorne und hinten ist. Das hat geholfen weder meiner Mann noch meine Tochter zu stark aus dem Nachmodus zu holen, und hat es allen Beteiligten vereinfacht, wieder einzuschlafen.


Als meine Tochter dann begonnen hat, mit ca. 5 Monaten, Nachts ihre Windel so nass zu machen, dass wir sie komplett umziehen musste (mitsamt Schlafanzug und Schlafsack) sind wir für die Nacht auf Wegwerfwindeln umgestiegen. Die saugen alles auf und wir konnten uns das Wickeln damit meist komplett sparen. Damit war das lästige Aufstehen erledigt und wir haben alle davon profitiert.


Natürlich helfen auch alle noch so guten Schlafrituale und strukturierten Tagesabläufe manchmal nicht. Manchmal bin ich einfach eine Stunde mit meiner Tochter am Arm herum gelaufen und sie hat dann vielleicht 10 Minuten geschlafen. Manchmal habe ich einfach aufgeben und es später noch mal probiert, oder meinen Mann geschickt, wenn er da war. Einen Zeit lang hat sie beim Einschlafen richtig gehend brüllen müssen. Ich nehme an, dass hatte etwas mit loslassen und Reizüberflutung zu tun. Nachdem ich gemerkt habe, dass sie das einfach braucht, habe ich das kurze schreien am Arm einfach abgewartet. Meist ist sie dann ganz friedlich eingeschlafen als wäre nie etwas gewesen. Erschreckt hat es mich trotzdem immer wieder.


Nach unserem ersten Urlaub hat sich eingeschlichen, dass sie auch abends am Arm einschlafen durfte. Es war im Urlaub einfach leichter, sie so ins Bett zu bekommen, und ich wollte nicht immer ewig warten, wenn es so für alle angenehmer war. Das hat dann auch eine Zeitlang recht gut funktioniert. Sie hat dann, nur kurz später, begonnen einmal weniger Tagsüber zu schlafen, also nur noch zwei Mal. Solche Umstellungsphasen sind immer mühsam. Sie war dann meist sehr schwer oder gar nicht ins Bett zu bekommen, und war dann tagelang unausgeschlafen und grantig. Erst wenn ich die neuen Rhythmen halbwegs wieder getroffen habe (also heraußen hatte, wann sie so müde war, dass sie gut einschlafen konnte, aber noch nicht zu müde, um überdreht zu sein) ist dann wieder Ruhe eingekehrt. Gerade daran wie schnell sie zu einer bestimmten Uhrzeit einschläft merke ich noch heute, ob ich den Richtigen Zeitpunkt getroffen habe. Nach dem Ablauf der gesamten Rituale (was mit Spieluhr, am Arm wiegen und teilweiße auch singen schon einig Zeit ist), geht es dann meist recht schnell. Ist sie dann noch eine halbe Stunde wach, war es der falsche Zeitpunkt.


Mit Einführen der Beikost haben sich bei uns auch der Schlaf und der Ablauf dabei geändert. Das erzähl ich euch dann bei nächsten Mal.