Das 14.Monat/Vom Regen in die Traufe

Unser 14. Monat war sehr gemütlich. Zur Abwechslung hatten wir keine größeren Umbrüche oder Ereignisse, die uns über Tage beschäftigten. Auch gut, zumal so ein Alltag auch schon aufregend genug sein kann.

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Wie bereits im letzten Monat waren meine Tochter und ich sehr viel unterwegs. Wir haben den Park in unserer Nachbarschaft auswendig gelernt und gefühlt jedem Stein einmal „Hallo“ gesagt. Ich bin immer schon gerne spazieren gegangen. Als Teenager habe ich oft Stunden im Wald hinter dem Haus verbracht. Ich kannte alle Wege und bin auch schon mal zu Fuß in die Nachbargemeinde gegangen. Mit einem Kleinkind zu spazieren ist jedoch noch einmal eine ganz andere Sache. Zum Ersten ist alles viel langsamer. Wirklich so anzukommen sollte man sich eher nicht vornehmen, außer mal will eh erst zum Abendessen dort sein. Ich habe immer den Kinderwagen mitgehabt. Zum einen für den Hinweg (an der Straße habe ich sie zu dieser Zeit noch nicht alleine gehen lassen, auch weil sie noch nicht so gut an der Hand gegangen ist), zum anderen, weil ich sie dann zwischendurch ins Wagerl setzen konnte, wenn es ihr zu viel wurde. Solange das Wetter gut war, war das alles kein Problem. Und dann kam der Regen.


Bei uns war das Frühjahr sehr durchwachsen. Lange war es noch recht kalt, selbst wenn es mal für ein paar Tage sonnig war. Und zwischendurch hat das Wetter dann wieder komplett umgestellt. Wir hatten im April noch Schnee und es wurde auch nicht besser. Irgendwann war es zwar zu warm für Schnee, dafür hat es dann halt immer mal wieder aus heiterem Himmel geregnet. Und ist man dann nach dem Regen draußen gewesen, waren (no-na) da überall Lacken…


Meine Tochter ist eine Wasserratte. Sie liebt Baden (seit sie selbst Sitzen kann, davor war sie nicht so begeistert) und wo auch immer sie Wasser findet, muss sie auch schon drin sein. Daher war Spazieren gehen nach dem Regen eine Qual. Ich war nur damit beschäftigt sie aus den Lacken zu fischen. Irgendwann habe ich aufgegeben und eine Schlammhose (so eine Wasserdichte Gummi-Latzhose) gekauft. „Rosa war leider aus“, war da mein Motto, weil ich mal wieder die Wahl zwischen rosa und himmelblau hatte (es wurde himmelblau). Warum es sogar bei einer Schlammhose diese Farbgebung sein muss (bei einjährigen!!!) ist mir echt ein Rätzel. Natürlich haben wir auch Gummistiefel gekauft. Auch da hatte ich wieder die Wahl zwischen rosa Einhörnern und blauen Schuhen mit Roten Autos… wir haben die Autos genommen, allerdings auch, weil es die letzten in ihrer Größe waren. Das waren die ersten Schuhe, die ich für sie gekauft habe. Trotz des üblichen Farbwahnsinns (ich werde es echt nie begreifen), war ich so froh, überhaupt noch etwas bekommen zu haben. Und meine Tochter hat es geliebt. Endlich konnte sie sich nach Lust und Laune in Lacken setzen… Sehr lange hat das Ganze dann eh nicht gedauert, weil das Wetter endlich etwas besser wurde. Zumindest für eine Weile…


Bei uns im Ort gibt es einige Spielplätze und einen davon haben sie gerade ganz neu gestaltet und ausgebaut. Er hat jetzt viele Bereiche, immer abgestimmt auf das Alter und bietet sehr viele Möglichkeiten. Zwar ist er etwas weiter weg als unser Haus- und Hof-Spielplatz, aber alleine wegen der Schaukeln (dort haben sie echte Babyschaukeln, nicht nur Nestschaukeln) habe ich ihn mir natürlich angeschaut. Leider wurde er an einem Wochenende mit schlechtem Wetter eröffnet… Aber die Sonne kam ja wieder. Da der Spielplatz größer und auch etwas zentraler ist, hatte ich die Hoffnung hier nun endlich Kontakt zu anderen Müttern knüpfen zu können. Aber Fehlanzeige. Scheinbar habe ich ein ganz schlechtes Timing. Wenn ich da bin, ist nie jemand am Spielplatz, außer Kindergartengruppen und Schüler… Langsam habe ich mich damit abgefunden, dass meine Tochter ihre ersten Freunde wohl erst im Kindergarten treffen wird, das ist aber noch über ein Jahr bis dahin…


Nachdem wir langsam angefangen haben sie immer öfter auch unser Essen probieren zu lassen, hat meine Tochter angefangen es auch einzufordern. Sie wollte ihre Sachen nicht mehr essen und lieber das haben, was bei uns am Teller lag. Beim Frühstück oder Mittagsessen war es ihr noch recht egal, da habe ich ihr noch die Baby-Sachen geben können. Abends musste es aber immer öfter unser Essen sein. Also hat mein Mann für uns alle gekocht. Etwas weniger gewürzt (wir können ja nachsalzen, was ich allerdings erstaunlich selten mache, ich mag mildes Essen ohnehin mehr) aber ansonsten einfach genauso, wie er auch für uns kocht. Meine Tochter liebt es und kann ganz schönen Portionen verdrücken. Sie ist von den berühmten Gläschengrößen (mit 200g pro Mahlzeit) zwar noch immer ziemlich weit weg, aber es wird immer besser. Und ich vertraue ihr, sie weiß schon, wie viel sie essen muss. Schließlich wächst sie ja auch gut.


Nicht nur wächst sie gut, sie entwickelt sich auch immer mehr zu einer kleinen Persönlichkeit, die sich nicht mehr so einfach alles gefallen lässt. Immer öfter kommen jetzt kleine Trotzanfälle durch, wenn sie etwas haben oder machen will. Besonders schlimm kann es werden, wenn man ihr etwas wegnimmt (zum Beispiel Teebeutel, weil die nun mal keine Spielzeuge sind). Als sie einmal 15 Minuten lang durch gebrüllt hatte, nachdem ich ihr einen Kugelschreiber weggenommen hatte, habe ich angefangen darüber nach zu denken wie ich ihr das erleichtern könnte. Mir ist klar, dass das dazu gehört, aber ich hatte wirklich etwas das Gefühl, dass sie nicht so genau wusste, wie sie sich wieder beruhigen sollte. So als könnte sie nicht aufhören zu weinen, weil sie nicht wusste wie. Ich habe mal gelesen, dass Kinder erst Strategien entwickeln müssen, um sich selbst zu beruhigen. Genau das dachte ich mir dabei. Aber mir sind leider auch keine guten Dinge eingefallen, um sie ihr anzubieten. Ich habe sie getröstet und ihr immer wieder gesagt, dass ich sie verstehen kann, aber der Kugelschreiber halt kein Spielzeug ist. Ob das wirklich hilft weiß ich nicht. Ich glaube halt, dass es einfacher ist, wenn ich ihr versuche zu erklären warum sie etwas nicht haben darf, oder machen soll, als nur „Nein“ zu sagen.

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Zuletzt noch eine schöne Geschichte. Nachdem wir sie leider lange Zeit nicht sehen konnte, haben wir uns mal wieder mit meiner besten Freundin getroffen (ihr erinnert euch, wir waren auf der Modenschau von ihr im Herbst, vor all den Lockdowns…). Neben dem Nähen ist sie auch eine große Gestalterin, baut Requisiten für Aufführungen und macht Schmuck selbst. Zum Geburtstag meiner Tochter hat sie ein Mobile mit unserem Sonnensystem gebaut. Die Sonne in der Mitte kann sogar leuchten. Drum herum „kreisen“ die Planenten (mit Pluto, weil er nett aussieht.) Sie hat sogar den Mond und ein paar Monde des Jupiters eingebaut. Meine Tochter war sofort total fasziniert. Wir haben es über ihr Bett gehängt. Wenn ich sie ins Bett bringe, schaue ich nun auch selbst gerne den Planeten zu. Sie drehen sich von jedem Windhauch ein bisschen, so dass es immer leicht in Bewegung ist. Wir haben ein Einschlafbuch, in dem es heiß: Schlaf, schlaf, es ist an der Zeit. Mond und Sterne sind auch schon bereit.“ Auch wenn es nur ein Stern und mehrere Monde und Planeten sind, durch das Mobile stimmt die Zeile für mich jetzt auch wenn ich sie Am Nachmittag hinlege.


Fazit zum 14. Monat: der eigene Wille wird immer stärker. Wir als Eltern müssen da nur die Neven behalten. Wir wollen unsere Kinder ja alle zu selbständigen Menschen erziehen, und da gehört es auch dazu zu entdecken, wenn man etwas haben will. Aber eben auch, wenn man es nicht haben kann. Zum Glück sind es noch nur Teebeutel und Kugelschreiber, wenn es dann zu Autos und Ponys kommt, wird das ganze wohl etwas komplizierter werden.

Mit dem Baby Unterwegs

Mit dem Kind auf Reisen… das will geplant und vorbereitet sein. Und natürlich braucht man die passende Ausrüstung. Manches schafft man sich am besten noch vor der Geburt an, manches erst im Laufe der Zeit. Und manchmal entscheidet das Baby dann ganz anders.

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Wie euch vielleicht von aufgefallen ist bin ich eine Kinderwagenmama. Ich liebe meinen Kinderwagen. Er ist nicht nur ein Transportmittel für das Baby, sondern auch eine Tragehilfe für Einkäufe, Wickeltasche und was man halt sonst so mit hat. Er kann Einschlafhilfe, genauso wie Wachmacher sein. Und manchmal muss er auch als Packesel herhalten. Wir haben uns noch vor der Geburt einen Kinderwagen angeschafft, der mitwachsend ist und im Komplet-Set daherkam. All inclusive, sozusagen. Mit Babywanne, Autoschale (natürlich geprüft), Buggy Aufsatz, Wickeltasche, Fellsack für den Winter… Hätten wir alles einzeln gekauft, wäre es wohl teuer gewesen, aber auch so ist so ein Kinderwagen nicht gerade billig. Ich wollte einen mit großen Rädern, da wir wussten, dass er geländetauglich sein musste (wir haben ihn sogar bei Wandern am Berg mitgehabt, hat er ganz gut weggesteckt). Besonders wichtig war mir die Möglichkeit, dass meine Tochter auch mit dem Buggy-Aufsatz zu mir gedreht sitzen kann. Gerade bei den Kleinen ist es wichtig, dass sie Blickkontakt zu ihren Bezugspersonen aufnehmen können. Unser Model erlaub es den Aufsatz in beide Richtungen aufzusetzen. Meine Tochter sitzt auch jetzt noch meistens zu mir gedreht. Wenn sie nach vorne schauen will, dreht sie sich um und schaut an ihrem Dach vorbei (das klappe ich dann ganz nach hinten). Gerade wenn wir auf der Straße unterwegs sind, ist es mir allerdings ohnehin lieber, sie schaut zu mir. Dann kann sie sich auch an mir orientieren, wenn ihr ein lautes Geräusch Angst macht.


Natürlich wird meine Tochter auch viel getragen. Wenn wir unterwegs sind, kann sie jederzeit aus dem Kinderagen heraus und auf den Arm. Nur die ganze Zeit tragen wollte ich von Anfang an nicht. Ich bekomme leicht Rückenschmerzen und bin es auch nicht gewohnt viel am Rücken zu tragen (Rucksäcke trägt meist mein Mann, ich selbst habe nur einen sehr kleinen, leichten der als Handtaschenersatz am Fahrrad dient). Daher kam nur tragen für mich nicht in Frage. Trotzdem haben wir uns ein Tragetuch ausgeborgt und ausprobiert. Ich wollte die Kleine schließlich auf Spaziergänge mit den Pferden oder zum Wandern mitnehmen. Leider mochte meine Tochter das Tragetuch überhaupt nicht. Sie hat wie am Spieß gebrüllt und sich gewehrt wie sonst nie. Also habe ich herum gesucht und eine Mai-Tei (eine Stofftrage) angeschafft. Die hat sie angenommen. Die ersten Monate haben wir sie dann in der getragen. Bis sie ca. 8 Monate alt war, ging das ganz gut, dann wurde sie mir damit zu schwer. Die Träger haben eingeschnitten und ich hatte auch immer das Gefühl, meine Wirbelsäule nicht optimal biegen zu können. Also haben wir einen Schnallentrage gekauft (eine Mitwachsende, die für Babys von der Geburt bis ca. drei Jahre gehen soll). Die ist mit Bauchgurt und gepolsterten Trägern und erlaubt sowohl Bauch- Rücken- als auch Hüfttragen. Das Anziehen (besonders auf den Rücken) fand meine Tochter etwas seltsam, da man sie da wie einen Beutel nach hinten schupft. Aber sie schein es ganz bequem zu finden und mein Rücken dankt mir die Neuanschaffung sehr. Auch wenn wir sie nicht so viel verwenden, besonders seit meine Tochter selber gehen kann, bin ich froh eine Trage zu haben. Am Arm wird sie ohnehin trotzdem genug herumgetragen…


Wie oben erwähnt haben wir die Autoschale mit dem Kinderwagen gemeinsam gekauft. Daher mussten wir uns das erste Lebensjahr keine Gedanken ums Autofahren machen. Als meine Tochter aber ein Jahr alt wurde, wurde ihr diese Schale endgültig zu klein (ihre Füße ragten so sehr drüber, dass es schon recht lustig aussah und sie ist mit dem Kopf immer am Schirm angestoßen). Wir haben also einen Kindersitz gekauft. Gleich ein Model, dass sie haben kann bis sie zwölf ist. Er hat einen Prallpolster für die Kleine, den man später wegnehmen kann. Zuerst war ich ob der Größe und Massivität etwas besorgt. Ich wollte meine Tochter im Auto ja nicht einsperren. Aber sie hat den Sitzt sofort akzeptiert und schläft sogar drinnen (obwohl die Verkäuferin noch meinte, ob wir nicht lieber einen mit Liegefunktion haben wollen, der natürlich gleich mal um 100€ teurer war). Manchmal macht man sich als Eltern eindeutig mehr Gedanken als man müsste.


Neben zu Fuß oder mit dem Auto ist man bei uns in der Gegend auch gut beraten ein Fahrrad zu besitzen. Wir sind die Radfahrgegend schlecht hin, weil fast alles eben ist. Außerdem ist mit dem Rad eigentlich alles im Ort zu erreichen und man braucht mit dem Auto teilweiße länger. Ich wollte daher natürlich gerne auch mit dem Kind Fahrradfahren können. Da ich die Anhänger nicht mag, da dieser leicht übersehen wird, haben wir uns für einen Sitz auf dem Gepäcksträger entschieden. Der macht das Rad zwar etwas kippeliger, ist für den Alltag aber angenehmer. Meine Tochter liebt es am Rad zu fahren, je schneller desto besser. Natürlich tragen wir Helme, und auch der war von Beginn an kein Problem. Sie lässt ihn sich ohne Probleme aufsetzen und behält ihn auch an. Trotzdem freue ich mich schon, wenn sie dann ihr eigenes Laufrad bekommt. Dann werden die Ausflüge sicher noch aufregender. Sowohl für sie, als auch für mich ;).


Ihr seht, im Laufe der Zeit haben sich ziemlich viele Dinge angesammelt, um mit dem Kind vor die Türe zu gehen. Natürlich hat man nicht immer alles mit (auch wenn ich mich manchmal ärgere etwas nicht mitgenommen zu haben). Manchmal wäre es auch toll, die Dinge zu schrumpfen oder sie überall einfach herzuzaubern. Aber irgendwie kommt man immer von A nach B, auch wenn es manchmal etwas länger dauert. Hauptsache alle kommen sicher an ihr Ziel.

Das 13. Monat/Frühlingserwachen

Schon ein Jahr herum, die Zeit vergeht so schnell. Nun beginnt das zweite Jahr und damit viele weitere tolle Abenteuer für uns alle. Im 13. Monat waren wir viel draußen und haben die Welt mit ganz neuen Augen gesehen. Viele Anschaffungen standen an und ganz nebenbei wird das Kind immer größer.

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Nachdem meine Tochter ja bereits kurz vor ihrem Geburtstag alleine gehen konnte, haben sich damit unsere Abläufe etwas verändert. Bisher sah unsere Vormittagsspaziergang so aus, dass ich gegangen bin und sie im Kinderwagen saß. Nun wollte ich sie natürlich gerne selber gehen lassen. Dafür brauchten wir Schuhe. Meine Tochter hat sehr große Füße, und leider auch sehr breite. Die meisten Schuhe die wir von Freunden bekommen haben, waren ihr zu klein. Meist hat die Länge gepasst, aber der Schuh war zu schmal, oder die Breite hat gepasst und der Schuh war viel zu lang. Als ich schon etwas am verzweifeln war kam meine Schwiegermutter mit den Elefanten-Schuhen aus der Kindheit meines Mannes daher und siehe da: sie passten perfekt. Sie waren sogar ein bisschen zum in Länge und Breite hineinwachsen. Ich liebe diese Schuhe heiß, und das aus mehreren Gründen. Zum eine sind es Echtlederschuhe, zum Anderen haben sie eine total süße Sohle die Smileys in den Boden zeichnen, und zu guter Letzt sind sie grün. Einmal nicht rosa oder blau. Ihr erinnert euch an meine Geschichte mit der Farbverwirrung…


Also machte meine Tochter in den Schuhen ihres Vaters die Gegend unsicher. Und wie schnell sie dabei war. Natürlich ist sie noch mehr im Wagerl gesessen als selber gegangen. Aber sie schien großen Spaß zu haben und hat immer überall was neues entdeckt. Passanten hat sie immer fröhlich zugewunken. Das hat sie immer schon gerne gemacht, und nun macht sie es eben auch beim selber gehen. Außerdem hat sie großen Spaß daran Dinge herum zu tragen. Sie hat von meiner Mutter ein Sandspielzeug-Set bekommen in dem eine Gießkanne dabei ist. Mit der geht sie jetzt durch den Park und sammelt Steine. Natürlich haben wir auch schon die ersten mit nach Hause genommen. Die Mineraliensammlung wird schon mal angelegt.


Da sie nun gehen und nicht nur krabbeln konnte, habe ich mich auch das erste Mal auf den Spielplatz mit ihr getraut. Zuerst war sie eindeutig ziemlich irritiert, was wir da jetzt sollen. Die Schaukel fand sie gruselig und die Sandkiste war auch nicht spannend. Der Schotter unter den Spielgeräten hat es ihr dafür sehr angetan. Da hat sie begeistert Stein für Stein aufgesammelt. Andere Kinder haben wir leider nur recht selten getroffen. Ich scheine zu einer schlechten Zeit unterwegs zu sein. Selbst an warmen, sonnigen Tagen ist fast nie etwas los. Schade, wo ich eigentlich gerne andere Mütter und Kinder kennen lernen wollte. Durch die Pandemie hatte meiner Tochter noch nicht wirklich Kontakt zu anderen Kindern und ich hoffe ein bisschen, das am Spielplatz ändern zu könne. Aber bisher: Fehlanzeige. Naja, vielleicht wird es ja noch, wenn es wieder wärmer wird.


Gutes Stichwort, das Wetter. Wir hatten einen sehr wechselhaften Frühling mit viel Schnee, Regen und einzelnen Sonnentagen. Es war ziemlich mühsam, weil man nie wusste, was man nun heute anziehen musste. Ostern stand an und das Wetter ließ sehr zu wünschen übrig. Da wir die Wochenenden davor mit Geburtstag und allerlei andern Dingen genug zu tun hatten, haben wir Ostern ausfallen lassen. Wir waren einfach zu Hause und haben unsere eigene Osterjause veranstaltet. Meine Tochter durfte zum ersten Mal auch etwas vom Osterschinken kosten. Wir haben ja eigentlich angenommen, dass sie ihn nicht mögen würde, da sie nicht so gerne Fleisch isst. Aber nichts da, sie war total begeister. Auch der Reindling (eine kärntner Spezialität, ein süßer Germteig mit Rosinen, Zimt und Zucker) wurde von ihr begeistert gegessen. Manchmal habe ich das Gefühl, die Babysachen findet sie mittlerweile einfach zu langweilig. Solche Ding gibt es natürlich nicht jeden Tag, das wäre viel zu viel Salz und Zucker. Aber ab und an ist das schon OK, wir Großen gönnen uns ja auch mal was. Im Alltag schaue ich dann wieder sehr genau auf ihr Essen.


Nachdem wir auf Grund der Pandemie die Großfamilie das Jahr hindurch nur sehr wenig gesehen haben, wollte ich für die Urgroßeltern eine Möglichkeit schaffen, sich ein bisschen etwas von unserer Kleinen anzusehen. Daher habe ich ein Fotobuch gestaltet und an alle per Post verschickt. Beim durchstöbern der Fotos habe ich erst gemerkt wie viele wir gemacht haben. Und wie viel sich in so kurzer Zeit getan hat. Echt unglaublich wie sehr sich so ein kleiner Mensch im ersten Jahr entwickelt. Sie ist so groß geworden…


In dieser Zeit habe ich auch den Entschluss gefasst unsere Geschichte aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Bei all den großen und kleine Momenten im ersten Jahr hätte ich manchmal gerne jemanden zum Fragen gehabt. Manchmal ist es mir einfach abgegangen keine andere Mama in der Nähe zu haben. Und bei der Suchen im Internet habe ich nie gefunden, was ich wollte. Immer waren die Geschichten am spannendsten Teil dann aus. Oder ich konnte mit der Herangehensweise nichts anfangen. Und da kam dann mein Mann und meinte: „Dann schreib es doch selber!“. Das war ursprünglich nicht das, was ich vor hatte. Aber vielleicht kann ich ja auf diese Weise dem Einen oder der Anderen helfen. Vielleicht findet jemand in meinen Texten genau das, was er sucht. Und wenn es nur ein einziger Mensch da draußen ist, dann freue ich mich, wenn ich helfen konnte. Und so begann dieser Blog… Wobei die Entstehung war dann natürlich schon noch etwas umfangreicher. Wenn es euch interessiert, lasst es mich wissen, dann schreib ich gerne etwas darüber.


Als das Wetter endlich besser wurde, haben wir uns mit der Keinen auch mal wieder in den Stall getraut. Den Winter hindurch war sie meistens bei meine Schwiegereltern, während wir in den Stall gefahren sind. Das hatte einerseits den Vorteil von etwas Zeit für sich, andererseits musste sie dann nicht bei Kälte, Regen und Schnee für Stunden draußen bleiben. Das hat auch sehr gut funktioniert. Nun wollten wir sie aber mal wieder zu den Pferden bringen. Wir haben zwei Ponys (siehe auch Kapitel über das dritte Monat), wobei meiner Kinder mag und sehr zuverlässig ist. Der Haflinger meines Mannes ist zwar auch sehr brav und vorsichtig, er braucht Kinder aber nicht. Man merkt ihm einfach an, dass er kein glückliches Schulpferd war. Daher versuchen wir ihm Kinder nach Möglichkeit vom Hals zu halten. Es muss also meiner zum Kuscheln und Schmusen herhalten. Was ihn natürlich nicht wirklich stört. Bei ersten Mal waren die Ponys allerdings eh gar nicht so spannend. Die waren ihr da wohl noch etwas zu groß. Die Box mit den Bürsten war da viel spannender. Sie hat begeistert alles aus- und wieder eingeräumt und wieder aus- und wieder…. Das wir alles nachher wieder gefunden haben grenzt an ein Wunder. Aufs Pony habe ich sie am Ende trotzdem gesetzt. Es war ihr zwar wohl etwas unheimlich, aber auch spannend, und vom Fell war sie ganz begeistert. Mein Pony ist ein Island-Mix, der hat viel weichen Pelz.


Ich habe auch angefangen unseren Balkon aus dem Winterschlaf zu holen. Ich muss zugeben, er hat dieses Jahr sehr gelitten. Ich habe vor lauter Baby irgendwie nie die Zeit gefunden, mich richtig zu kümmern. Auch winterfest habe ich gar nichts gemacht. Nach dem ersten Frost war es mir dann auch egal und ich bin nach dem Motto gegangen: wer überlebt kann bleiben. Zu meiner Verwunderung haben es fast alle Pflanzen geschafft. Man traut den Balkonpflanzen scheinbar echt zu wenig zu. Trotzdem musste dringend umgestaltet werden. Schon alleine wegen der Kleinen. Kaum war es einmal warm genug, stand sie auch schon draußen. Natürlich ist unser Balkon nicht kindersicher… Also habe ich neue Töpfe gekauft und die Pflanzen so hingestellt, dass meine Tochter sich nicht mehr herunterstürzen kann. Giftige Pflanzen haben wir übrigens keine am Balkon. Ich bin ein Freund von Nutzpflanzen, möchte also entweder etwas Ernten können, oder zumindest die Pflanze selber essen können. Wir haben einige Kräuter, Erdbeeren und auch einen Lavendel (wohl das einzige, dass man auf der ersten Blick eher für eine Zierpflanze halten würde, ich mache allerdings Sirup aus den Blüten). Die Pflanzen draußen waren damit allesamt nicht mehr ein all zu großes Problem, zu mal sie natürlich nicht alleine auf den Balkon darf.


Unsere Zimmerpflanzen schauen da schon wieder anders aus. Wir haben nicht viele, da wir wenig Fensterfläche haben. Die Wohnung ist eher wie ein Schlauch angelegt und im Schlafzimmer steht nur eine Mini-Orchidee am Fensterbrett. Im Wohnzimmer haben wir einen Gummibaum. Das ist, neben dem Lavendel, mein besonderer Liebling. Er ist aus einem Ableger von meiner Schwiegermutter selbst gezogen und wurde von mit Benedikt getauft (nein, dass hat nichts mit dem Schauspieler der den Drachen Smaug gesprochen hat zu tun 😉 … man beachte meine Präferenz). Bisher hatte der auf einem Hocker seine Platz, außer Reichweite von kleinen Kinderhänden. Aber nun ist er zu groß und musste im großen Topf auf den Boden umziehen. Und meine Tochter hat offenbar genau so gefallen an ihm gefunden wie ich. Wobei, eher an seiner Erde. Sie räumt mit großer Freude die Erde aus dem Topf, so schnell, dass ich kaum zum Hinterherkehren komme. In meiner Verzweiflung habe ich den Topf eingezäunt, mit Stecken und einer Schnur… Ich hoffe es hält sie etwas davon ab. Und irgendwann wird sie genug mit der Erde gespielt haben. Zumindest die Pflanze selber ist noch uninteressant, fragt sich nur, wie lange…


Wie weiter oben schon angedeutet ist meine Tochter nicht gerade klein. Genauer gesagt ist sie sogar recht groß für ihr Alter. Wir schließen schon wetten ab, ob sie sehr nach ihrer Großmutter kommt, und dann halt schon mit zwölf oder dreizehn Jahren mit dem Wachsen aufhört (ich war auch mit vierzehn ausgewachsen). Jedenfalls wurde ihr die Babyschale fürs Auto zu klein. Ich wollte gerne etwas kaufen, dass wir dann gleich fürs nächste Kind auch nehmen können, mein Mann wollte gleich den bis Zwölfjahre, also das All-in-One Modell. Da Autos seine Sache sind, habe ich ihm die Wahl überlassen. Er macht sich da dann auch Gedanken und recherchiert im Internet nach Sicherheitstests usw. Unsere Wahl viel dann auf ein Model mit Prallkissen… Ich war mehr als nur Skeptisch. Das Ding kam mit sehr groß vor und ich hatte etwas Angst, dass sich meine Tochter eingeengt fühlen würde. Wir haben uns gegen eine Isofix-Platte entschieden und ein Model nur mit den Hacken zum in Auto fixieren. Die Platten waren uns einfach viel zu teuer.


Zuletzt habe ich auch einen Sitz fürs Fahrrad gekauft. Das war ja unser Geburtstagsgeschenk von den Urgroßeltern (oder hätte es sein sollen, siehe auch: Geburtstagsfeier). Ausprobiert haben wir ihn noch nicht, dafür war das Wetter einfach noch zu kalt. Aber ich bin gerüstet, habe auch Helme für das Kind und mich besorgt. Sicherheit geht vor und ich muss ja auch ein Vorbild sein. Jetzt muss ich nur noch den Mann zu einem Helm bringen, wenigstens wenn er mit uns mitfährt…


Zusammengefasst: Alles beim Alten und zugleich alles neu. Unser 13. Monat drehte sich um Mobilität auf allen Ebenen. Jetzt erkunden wir die weiter Umgebung, langweilig wird es sicher nicht.

Geburtstagsfeier

Hurra, das Kind ist ein Jahr alt. Wir haben es geschafft, und alle leben noch. Ich muss sagen, so ganz glauben kann ich es nicht, dass sie jetzt wirklich schon so groß ist. Und wie viel in diesem Jahr passiert ist. Aber um all das geht es ja eh die ganze Zeit, heute soll es mal nur um den Geburtstag gehen und der war schon aufregend genug.

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Ich habe schon öfter erwähnt, dass ich größere Feiern und Feste alle Art nicht wirklich mag. Ich gehöre zu der Gruppe Menschen, für die die derzeitige Pandemie sehr gelegen kam, weil ich mal keine Ausreden suchen musste, um nicht auf irgendwelche Feiern gehen zu müssen. Aber natürlich geht das nur in einem gewissen Maße. Und der erste Geburtstag meiner Tochter war dann doch etwas, was sogar ich feiern wollte. Zumindest im kleinen Rahmen, mit möglichst wenig Aufwand.


Ja, da hatte ich die Rechnung mal wieder ohne meine Umgebung gemacht. Wie bereits mehrfach erwähnt leben wir in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Daher sind Feiern mit mehr als vier Personen eher unmöglich. Also begann meine Suche nach dem Austragungsort. Sowohl meine Eltern als auch meine Schwiegereltern haben einen Garten. Wir wohnen näher bei Letzteren, weshalb ich eher zu diesen neige, einfach aus Bequemlichkeit. Dazu kommt, dass es noch nicht sehr warm war, wir also ohnehin im Haus sein mussten. Zwar haben auch beide ein Haus, aber das Haus meiner Eltern ist etwas umständlicher, wenn man viele Leute zu Gast hat, und die Küche ist sehr klein.


Also habe ich bei den Schwiegereltern angefragt. Und eine Absage bekommen. Sie wollten auf Grund der Pandemie nicht so viele Menschen haben. Und damit ging das Chaos erst richtig los. Kurz wollte ich es einfach komplett absagen, einfach weil ich keine Lust mehr hatte. Das habe ich dann aber wieder verworfen und umgestellt. Ich habe die Familien geteilt, etwas, was ich eigentlich überhaupt nicht leiden kann. Für mich ist das nun mal meine Familie, sie wieder in die „Ursprünglichen“ zu teilen finde ich unsinnig, zumal es nun mal um meine Tochter geht, die ja wirklich mit allen verwandt ist.


Bei zwei Feiern braucht man auch zwei Tage und damit nicht alles auf einmal war, haben wir uns für zwei auf einander folgende Wochenenden entschieden, wo in der Woche dazwischen ihr wirklicher Geburtstag war. Das war überhaupt nicht das, was ich ursprünglich wollte, aber mich hat ja keiner gefragt. Diese Tage waren Stress pur für mich.


Wie vielleicht schon öfter aufgefallen ist, bin ich sehr heikel was das Essen betrifft. Nicht so sehr, weil meine Tochter oder ich so vieles nicht essen würden, eher weil es Dinge gibt, die ich nicht will, dass sie isst. Und eines der Wichtigsten Dinge dabei ist Zucker. Also auch keinen Kuchen, keine Torte, keine Kekse. Ich habe also mir Rezepte für zuckerfreie Torten organisiert, diese probegebacken, ob man sie auch essen kann (und sie nicht nach Papier schmecken) und dann in beiden Fällen die Torten mitgebracht. Sonstiges Essen wurde zu meinem Glück von meiner Mutter und meiner Schwiegermutter jeweils gemacht. Also außer dem Essen für das Kind, das habe ich mitgenommen, weil sie zu dieser Zeit noch kein Salz bekam und außerdem noch nicht so viel bei uns mitgegessen hat.


Zweiter, sehr heikler Punkt bei mir sind die Geschenke. Natürlich gehören Geschenke dazu und es sollten auch alle eine Freude dabei haben meiner Tochter etwas zu schenken. Aber schon die Vorstellung erzeugte bei mir Übelkeit. Ersten graute mir vor der Anzahl, da meine Tochter ohnehin schon recht viele Spielsachen besitzt. Und zweites graute mir auch vor den Dingen an sich. Qietschbunt, womöglich laut und aus Hartplastik, das ist so ziemlich meine absolute Horrorvorstellung eines Spielzeugs. Wenn es dann auch noch rosa ist, weil ja für ein Mädchen, bekomme ich endgültig die Krise. Was soll ich sagen…


Es kam dann alles viel weniger schlimm als ich befürchtet hatte. Scheinbar habe ich alle innerhalb des letzten Jahres genug eingetrichtert, was geht und was nicht, jedenfalls gab es nichts was auch nur ansatzweise so schlimm war, wie ich es mir ausgemalt hatte. Sie bekam zwei Holzspielsachen, ein paar Bücher (davon kann man eh nie genug haben) und eine Stoffpuppe (das einzige in Rosa und „für Mädchen“, aber sie ist ok). Alles in allem also eine gute Ausbeute.


Für den erweiterten Familienkreis hatten wir als Sammelgeschenk eigentlich einen Kindersitz fürs Fahrrad (so eine den man auf den Gepäcksträger schnallt) aber am Ende haben wir von den Meisten Geld bekommen, und den Sitz dann einfach selbst gekauft. Auch den neuen, großen Sitz fürs Auto haben wir so finanziert. So diesen Anschaffungen kommt noch ein eigens Kapitel. Von meinen Schwiegereltern hat meine Tochter eine Schwimmweste bekommen. Sie haben nämlich ein Segelboot, und wir hoffen, dass wir es diesen Sommer vielleicht ein, zwei Mal schaffen auch segeln zu gehen. Da muss sie natürlich ausgestattet sein.


Zusammengefasst waren beide Feiern ein Erfolg, auch wenn mir bei der einen Feier der Kuchen misslungen ist (bei Probe Backen war der super, aber so ist das halt manchmal). Ich hoffe wir können im nächsten Jahr dann alle gemeinsam feiern. Dann haben wir auch eine größere Wohnung und können es bei uns ausrichten. Auch wenn es dann am Ende ganz gut geklappt hat, bin ich immer noch der Meinung, eine Feier ist ausreichend, und wir sind alle eine Familie. Dann drückt mir mal bitte die Daumen fürs nächste Jahr.

Das zwölfte Monat/Welten-Entdecker

Das zwölfte Monat war an sich ruhig, aber dann auch wieder nicht. Meine Tochter hat das Gehen gelernt und ich war nur noch am hinterherlaufen. Aber die neue weite Welt hat auch ihre Vorteile. Immerhin eröffnen sich neue Möglichkeiten der Beschäftigung. Wir waren viel unterwegs. Und dann stand ja auch noch ein Fest an.

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Nachdem meine Tochter im letzten Monat das Stehen für sich entdeckt hat, hat es nicht lange gedauert und sie hat auch ausprobiert etwas zu gehen. Zunächst meist ein paar Schritte an Regalen, Zäunen, oder was auch immer entlang. Besonders gerne hat sie dafür ihren Laufstall verwendet, also im wahrsten Sinne des Wortes eine Gehschule zu diesem Zeitpunkt. Ich war ehrlich gesagt erstaunt wie geschickt sie da war, selbst wenn sich die Türe bewegt hat oder sie zwischendurch über etwas drüber steigen musste. Mehr noch, als an etwas entlang gehen, schien sie aber frei gehen zu wollen. Das hat aber natürlich am Anfang noch nicht geklappt.


Wie ich schon öfter erwähnt habe, haben wir wenige Kästen abgeschlossen oder mit Kindersicherungen versehen. Gut so, weil wir sonst wohl dauernd neue Sicherungen kaufen müssten (und es ist nicht die Schuld des Kindes ;)). Meinte Tochter hat dadurch eine neues Lieblingsspiel entdeckt: Küchenladen ausräumen. Wie sie es geschafft hat, die doch recht schweren Laden aufzubekommen, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Doch seither liegen bei uns immer Töpfe, Backformen, Frischhalteboxen, Teebeutel und was halt sonst so da ist in der Wohnung herum. Das Meiste davon stört mich nicht. Die Teebeutel sind etwas lästig und Keksausstecher sind ähnliche Stolperfallen wie Legosteine. Aber ansonsten gilt das Motto: was sie nicht umbringt kann sie haben.


Leider hat sie aber auch noch etwas anderes entdeckt, und das war weniger gut: die Waschmaschine. Wie bereits erwähnt liebt meine Tochter Wäschewaschen. Von klein auf hat sie mir beim Aufhängen zugesehen, später auch beim Befüllen der Waschmaschine, Bügeln usw. All das ist scheinbar extrem faszinierend für sie. Das wäre ja auch gar nicht weiter schlimm, bis zu dem Moment, als sie heraus gefunden hat, wie man die Waschmaschine bedient. Also natürlich nicht wirklich. Unsere Waschmaschine hat ein Bedienfeld und einen Drehregler. Mit dem Regler stellt man das Programm ein, mit dem Bedienfeld kann man zusätzlich Schleuderzahl, Wassertemperatur usw. einstellen. Solange sie läuft kann man am Bedienfeld nichts machen. Am Regler leider schon. Sie hat mir mehr als einmal die Waschmaschine wieder ausgeschaltet. Was super ist, wenn man dringen Windeln braucht (ihr erinnert euch: wir haben Stoffwindeln). Als sie zufällig es auch einmal geschafft hat, das Programm umzustellen, weil ich beim einschalten zu langsam war und sie begeistert auf „Start“ gedrückt hat, wusste ich: irgendwie müssen wir sie von der Waschmaschine wegbekommen. Kleiner Spoiler: wir haben bis heute keine Lösung gefunden. Ich versuche einfach schneller zu sein als sie und sie nie bei laufender Waschmaschine ins Bad zu lassen. Was besseres ist uns bisher nicht eingefallen. Wer mir auf Instagram folgt (Stringmum2020) weiß, dass sie die Waschmaschine mittlerweile auch schon selbst füllt und schließt. Alleine Einschalten klappt bisher nicht, aber was nicht ist kann ja noch werden.


Mein Mann arbeitet Montag bis Freitag von 7:30-16:30uhr. Er ist also unter der Woche nur abends zu Hause und daher verpasst er natürlich viele Dinge. Lustigerweise hat meine Tochter aber die Angewohnheit Entwicklungsschritte gerne mal so zu machen, dass er sie auch sehen kann. Schon das Krabbeln hat sie vermehrt am Abend geübt. Und auch die erste freie Schritte waren am Abend. Es freut mich immer, wenn ich weiß, dass er wenigsten manches auch so mit erleben kann. Ich versuche ihm möglichst alles wichtige zu filmen oder fotografieren, aber wirklich „dabei sein“ ist das natürlich nicht. Wenn ihr meinen Geburtsbericht gelesen habt, dann wisst ihr, dass er leider nicht bei der Geburt dabei sein konnte. Das trägt er immer noch mit sich herum und ist ziemlich traurig darüber. So versuche ich ihm zu so gut es geht das „Dabeisein“ bei allen anderen wichtigen Dingen zu ermöglichen. Ich habe das Privileg zu Hause sein zu können und immer alles mit zu erleben. Dafür bin ich ihm auf ewig dankbar.


In diesem Monat war das Wetter etwas wechselhaft. Am einen Tag hat es geschneit wie sonst was, am nächsten war es so warm, dass man sich überlegt hat ob man wirklich die Winterjacke braucht. Dieses Warm-Kalt hat bei meiner Tochter zu einem Schweißausschlag im Nacken geführt. Da ich kaum einschätzen konnte, wie warm es nun wirklich werden würde, habe ich ihr manchmal einfach zu viel angezogen. Ihr Teddybär-Overall war an manchen Tagen zu warm, dann wieder war ich froh ihn ihr angezogen zu haben. Es war mühsam. Der Ausschlag hat scheinbar sehr gejuckt und sie hat sich beim einschlafen so heftig gekratzt, dass sie geblutet hat. Daher bin ich schließlich zum Arzt gegangen. Der hat mir allerdings außer eine Salbe auch nicht weiter helfen können. Vorbeugend haben wir leider keine Lösung gefunden. Ich warte auf wärmere Zeiten, wenn ich ihr weniger anziehen kann und hoffe das wir den Sommer gut überstehen.


Wir haben zu dieser Zeit, nach Monaten, in denen Besuche mehr oder weniger unmöglich waren, endlich mal wieder Freunde getroffen. In diesem Fall ein befreundetes Pärchen, wo er ein Kindheitsfreund meines Mannes ist. Sie wohnen gut 1 ½ h von uns entfernt, aber wenn sie seine Mutter besuchen kommen, die nur 10 Minuten von uns weg wohnt, treffen wir uns meistens auch gleich. Durch die lange Zeit dazwischen war ich etwas unsicher wie meine Tochter reagieren würde. Sie hat an sich nie wirklich gefremdelt und ist eigentlich immer freundlich und aufgeschlossen allen Menschen gegenüber. Der Moment des Wiedersehens war dann recht lustig. Sie hat die Beiden angeschaut, als würde sie versuchen heraus zu finden, wo sie sie schon mal gesehen hat. Bis es dann scheinbar Klick gemacht hat und sie gar nicht mehr von ihren weg wollte. Lustigerweise liebt sie besonders die Mutter unseres Freundes heiß. Meine Tochter hat sie scheinbar als eine Art dritte Oma auserkoren und ist kaum noch wieder weg zu bekommen. Kaum sind wir bei ihr im Haus ist das Kind nicht mehr gesehen, weil sie nur noch hinter ihr herrennt. Ich finde es schön, weil ich sie auch sehr gerne habe und mir außerdem immer denke, dass es doch nett ist, wenn meine Tochter auch ihren Spaß hat, wenn wir wo anders zu Besuch sind.


Wie auch schon die letzten Monate haben wir kontinuierlich ihren Speiseplan erweitert. Nun auch zum ersten Mal mit nahezu normalen Mahlzeiten. Natürlich noch separat gekocht, ohne Zucker und Salz, aber es sah schon wie normales Essen aus. Als Breifrei-Kind isst meine Tochter alles mit den Händen. Da ist manchmal Nervenstärke gefragt. Eines ihrer ersten Gerichte war Curry, was im Nachhinein vielleicht nicht eine der schlauesten Ideen war. Sie hat es zwar begeister gegessen (außer das Fleisch, davon ist sie heute noch nicht überzeugt, sie mag die Fasern nicht, faschiert oder in Wurst isst sie gerne Fleisch), nur leider war das Curry nachher wirklich überall verteilt. Das Gelb habe ich nochh Wochen später aus der Wäsche gewaschen.


Seid einiger Zeit versuche ich mehr oder weniger erfolgreich etwas mehr Sport zu machen. Neben dem Reiten, zu dem wir leider viel zu wenig kommen, mache ich eigentlich kaum Sport. Ich bin zwar jeden Tag mit dem Kinderwagen draußen, aber von dem bisschen spazieren gehen (wir sind zwischen 1 und 2 Stunden draußen) wird man nicht wirklich fit. Im Sommer habe ich es daher einmal mit Yoga probiert, konnte mich zu dieser Zeit aber nicht wirklich damit anfreunden. Seit meine Tochter dann zu Weihnachten ihre ersten Zähne bekommen hat und kurz danach angefangen hat durchzuschlafen, bin ich nun wieder soweit ausgeruht am Tag, dass ich mich halbwegs zu etwas motivieren kann. Dieses Mal habe ich es mit Ballett versucht. Wenn die Kleine schläft mache ich jetzt ca. 30 Minuten Ballettübungen mit Aufwärmen und Dehnen. Wirklich viel geht sich da natürlich nicht aus, aber ich machen wenigsten irgendwas. Natürlich klappt das bei Weitem nicht jeden Tag, ich muss ja andere Dinge auch noch erledigen. Aber es ist etwas Zeit für mich und solange es mir Spaß macht und nicht zum Zwang wird, passt es mal so. Ich bin an sich niemand der Sport wegen der Figur macht. Ich mache Sport weil es sich gut anfühlt und weil ich mich bewegen will. Dinge wie Laufen gehen oder ins Fitnessstudio liegen mir überhaupt nicht. Da baue ich es lieber in den Alltag ein, fahre Strecken mit dem Rad, oder gehen eben viel zu Fuß. Dick war ich nie, eher schlank und lange zeit, auf Grund meiner Essproblematik, auch viel zu dünn. Daher bin ich immer eher der Meinung man sollte es nicht übertrieben.


Das Ende des zwölften Monats stand ganz im Zeichen des Geburtstages. Wie ihr wisst haben wir immer noch eine Pandemie, und die Fallzahlen haben wirkliche Feiern eigentlich verunmöglicht. Also hieß es, wie so oft, improvisieren. Solche Feiern sind für mich immer Stress, nun auch noch zwei (meine Eltern und die Schwiegereltern getrennt) zu organisieren fällt in die Kategorie: Alptraum. Aber was tut man nicht alles um alle Beteiligten glücklich zu machen. Vor allem das Kind. Ich werde euch in einem Sonderkapitel den Geburtstag genauer beschreiben. Schon alleine die Vorbereitungen waren etwas mühsam.


Zusammengefasst war das zwölfte Monat relativ unbeschwert, von den normalen Höhen und Tiefen mit mal schlechten Nächten oder herumgeworfenem Essen mal abgesehen. Und so schnell konnte ich gar nicht schauen, war das erste Jahr mit Baby auch schon herum. Wie viel sich im erste Jahr tut. Aus dem kleinen hilflosen Bündel wird ein Kind das selbständig herumläuft und ihren eigenen Charakter und Sturkopf hat. Ich bin immer wieder froh diesen Weg gegangen zu sein. Und ich freue mich auf viele Weiter spannende Jahre.

Gefahren im Haushalt

Mehr oder weniger vom ersten Moment an lauern Gefahren für so ein Baby, nahezu überall wo man hinschaut. Am Anfang sind es eher Dinge wie zu heiß oder zu kalt, später dann herunterfallen oder verschlucken. Irgendwie ist man gefühlt nur damit beschäftigt das Kind daran zu hindern sich selbst zu verletzen. Manchem kann man aber vorbeugen, und genau um diese Dinge soll es jetzt gehen.

Weiter

Meine Tochter ist im Frühjahr geboren und es war relativ kalt. Ich habe sie daher am Anfang, wenn sie nicht eh auf einem von uns drauf lag, auf einer Decke auf der Couch liegen gehabt. Das war an sich auch gar klein Problem, weil bewegen konnte sie sich zu der Zeit eh noch nicht wirklich. Ich habe nur immer sehr penibel darauf geachtet, dass nur ja nichts auf sie drauffallen kann. Also keine Polster, Decken, Spielsachen usw. Besonders Decken waren für mich am Anfang der reinste Horror. Sie auf eine Decke zu legen ging ja noch, aber sie damit zuzudecken überhaupt nicht. Ich hatte sehr große Angst vor dem plötzlichen Kindstod. Außerdem kenne ich leider jemanden dessen Baby an einer Decke, mit der es zugedeckt war, erstickt ist. Meine Tochter hat daher unter tags einfach ohne Decke geschlafen. Das ging eigentlich ohne Probleme, da sie meist so an uns dran war, das wir immer gemerkt hätten, wenn ihr zu kalt geworden wäre. Nachts hat sie bis heute eine Schlafsack. Lange hatte sie auch keine Stofftiere im Bett. Ich habe immer alles aus ihrer unmittelbaren Umgebung weggeräumt, damit nur ja nichts ungut liegen kann. Dinge wie Nester, Stofftiere, Stillkissen usw. haben im Babybettchen nichts verloren. Wir hatten auch keinen Himmel über ihrem Bett, nur ein Tuch auf einer Seite damit das Licht nicht so rein scheint. Alles damit sie sicher immer genug Luft bekommt.


Als sie etwas älter wurde begannen dann die Überlegungen wo sie unabsichtlich herunterfallen konnte. Meine Tochter hat mit vier Monaten gelernt sich auf den Bauch zu drehen. Vorher habe ich sie nur selten manuell auf den Bauch gedreht, weil ich Angst hatte, dass sie dann so einschläft und womöglich erstickt. Am Bauch hat sie nur auf einem von uns geschlafen, besonders gerne auf meinem Mann. Noch bevor sie sich umdrehen konnte hatte sie heraußen, wie man sich wie ein Uhrzeiger herumdreht. Damit ist sie auch schon recht weit gekommen und wir mussten ihre Umgebung sichern. Wir haben eine Eckcouch, so dass ich sie in die Ecke legen konnte. Dort hatte sie lange Zeit genug Platz. Zumindest wenn ich sie immer wieder etwas in die Ecke zurück gelegt habe.


Wirklich gefährlich wurde es erst mit der Bauchlage. Man unterschätzt wie viel Platz diese Winzlinge beim Umdrehen brauchen. Natürlich ist sie mir in der Anfangszeit einmal von der Couch gefallen. Zum Glück mit den Füßen voran und es ist ihr nichts passiert. Wir haben dann einen Kunststoffboden (diese bunten Böden mit Zahlen und Buchstaben drauf) ausgelegt, damit sie im Fall der Fälle etwas abgefedert wird. Wobei sie mir ab dann nicht mehr herunter gefallen ist. Sie ist dann auch immer öfter einfach auf diesem Boden gelegen. Es war mehr Platz und herunterfallen geht ja am Boden nicht.


Noch lange bevor sie Krabbeln konnte, hat meine Tochter durch Bauchlage und Uhrzeiger-drehen es geschafft erstaunliche Strecken zu überwinden. Und alles was in ihrer Reichweite war, wurde auch eingehend untersucht. Leider waren das auch ungute Dinge , wie Wäscheständer oder Stromkabel. Also haben wir einen Laufstall aufgestellt. Also eigentlich haben wir die Couch eingezäunt. Das ging sich gut aus, wir konnten trotz schmalem Wohnzimmers noch vorbeigehen und drinnen war für Spielen und Krabbeln üben genug Platz. Wir haben sozusagen die Wohnung vor dem Kind geschützt, und nicht umgekehrt.


Das geht natürlich nicht auf die Dauer. Als sie krabbeln konnte hatte der Zaun schnell ausgedient. Damit fingen die Gefahren erst wirklich an. Das Erste, was ich verschlossen habe, waren alle Steckdosen in ihrer Höhe. Viele davon wären gar nicht nötig gewesen, aber ich wusste nicht welche sie interessant finden würde. Das zweite war dann ein Kasten in der Küche, in dem wir die Küchenmaschinen lagern. Ich wollte nicht, dass sie sich mit dem schweren Ding mal verletzt. Dadurch sind dann gleich auch Dinge wie Reiben, Spieße oder das Nudelholz da rein gewandert. Lieber alles gefährliche an einem Ort und der verschlossen, als viele Orte und ich muss dann alles absperren. Ich wollte so wenig wie möglich verschließen müssen. Den Mistkübel (Mülleimer für alle die den Begriff nicht kennen) haben wir auch versperrt. Da unten stehen auch die Putzsachen und Geschirrspültabs, also wieder möglichst viel auf einmal gesichert.


Wir haben eine zwei Zimmer Wohnung wo Küche-Wohn- und Essbereich in einem Raum sind. Daher konnten wir nicht einfach die Türe zumachen. Bei Bad und Schlafzimmer hatte ich lange einfach die Türen geschlossen. Aber alles Andere, einschließlich Vorzimmer ist bei uns einfach nicht zum Abtrennen. Und da ich nicht selbst auch ständig irgendwelche Riegel aufmachen wollte (zumal mein Mann und ich sehr gut darin sind die Kindersicherungen kaputt zu machen) wurde alles, was nicht kindgerecht ist, immer höher hinauf gestellt.


Solange die Kleine nur gekrabbelt ist war das absolut ausreichend. Nur leider hatte sie es mit Stehen und Gehen etwas eilig. Und wir mussten ziemlich schnell in immer höhere Lagen ausweichen. Irgendwann ist uns dann naturgemäß auch der Platz ausgegangen. Dann half dann nur noch auslagern. Was nicht gebraucht wurde, musste dann weg. So gesehen hat meine Tochter mir auch beim Ausmisten geholfen, wenn auch von keiner Seite ganz freiwillig. Kaum konnte sie stehen, wurde es richtig kompliziert. Meine Tochter hat eine große Leidenschaft für Wäsche aller Art. Nur leider nimmt sie sie lieber herunter, als sie aufzuhängen und das leider in jedem Zustand. Mehr als einmal ist ihr dabei der ganze Wäscheständer umgefallen und auch auf sie drauf. Passiert ist ihr dabei zum Glück nie etwas, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, sie hatte da mehr Glück als Verstand. Eine Zeit lang stand der Wäscheständer dann immer im verschlossenen Schlafzimmer. Irgendwann hat sie dann aufgehört so fest an den Dingen zu ziehen, dass sie ihn umwirft.


Einen ordentlichen Schreckmoment hatte ich, als sie einmal meine Ohrringe herunter geworfen hat, und ich nicht wusste ob einer davon in ihrem Magen gelandet ist (jop, ist er). Auch da hatten wir mehr Glück als mir lieb ist, ich hoffe ich habe nicht schon alles Glück beim ersten Kind aufgebraucht. Vielleicht füllt sich der Tank ja wieder auf.


Mittlerweile verstehe ich, warum auf vielen Dingen „außer Reichweite von Kindern aufbewahren“ drauf steht. Leider gibt es aber Momente, da muss ich mein Kind einer gewissen Gefahr aussetzen. Bei uns ist das der Wickeltisch. In einer Box lagere ich dort auch alle Dinge wie Nagelschere, Medikamente usw. die wir für die Kleine haben. Diese Box hat einen Deckel und ist immer verschossen. Natürlich hat sie mittlerweile gelernt sie aufzumachen. Ich mache sie also gefühlt fünfzig mal bei jedem mal Wickeln wieder zu. Bisher ist noch nichts im Kind verschwunden. Dafür ist sie mir schon einmal herunter gefallen. Das wäre vermeidbar gewesenen. Ich hatte sie hingesetzt um ihr die Jacke anzuziehen und musste mich dann noch einmal umdrehen, um die Jacke auch aufzuheben. So schnell habe ich gar nicht schauen können, lag sie auch schon unten. Unser Wickeltisch steht im Bad und direkt daneben steht ein Handtuchhalter, dann ist de Dusche. Sie hat sich also über den Handtuchständer auf die Duschwand drauf gekugelt. Dadurch wurde der Fall gebremst und sie hat sich nur ein kleines Cut über dem Auge geschlagen. Es war mir allerdings eine leere. Seither liegt sie immer an der Wandseite des Tisches und wenn ich mich auch nur Bücken muss habe ich immer eine Hand an ihrem Fuß. Wickeltische sind echt nichts für schwache Nerven.


Die nächste große Falle bei uns ist der Schrankraum. Das hat zwei Gründe: erstens ist er vollgestopft mit allem was nur geht, vom Gewand über Staubsauger bis zu Nähmaschine. Und natürlich ist er viel zu kein und alles liegt und steht herum. Und zweitens hat er, wieder einmal, keine Türe. Wir haben einen Vorhang montiert, der sie zumindest etwas davon abhält, immer hinein zu verschwinden. Aber natürlich ist sie immer wieder mal trotzdem drinnen. Meist räumt sie nur mein Gewand aus oder lässt ihre Spielsachen drinnen liegen und ich suche sie dann die nächsten Tage. Ich bin schon sehr froh, dass wir bald umziehen und die neue Wohnung eine Türe beim Abstellraum hat. Außerdem haben wir dann einen normalen Kleiderkasten, was es auch einfacher macht. Nicht alles an einem Ort zu lagern hilft beim Ordnunghalten ungemein.


Die letzte Große Gefahrenquelle ist unser Balkon. Wir wohnen im ersten Stock und haben einen 7m² Balkon. Das ist sehr schön und ich würde es ohne nicht aushalten. Aber es ist leider auch sehr gefährlich. Wir haben nur ein Geländer mit Metallstäben. Gerade am Anfang war ich mir nicht sicher, ob sie da nicht durchaus durchgepasst hätte. Außerdem stehen natürlich auch Blumentöpfe herum, unsere Balkonmöbel sind Klappstühle (also auch nicht Kindersicher) und sie ist mehr als einmal mit den Zehen zwischen den Holzbrettern des Bodenbelags hängen geblieben. Alleine darf sie nur raus wenn ich sie sehen kann. Spielsachen nehmen wir mittlerweile gar nicht mehr mit hinaus, da sie bereits mehrere Dinge runter geworfen, oder zwischen den Holzlatten versenkt hat. Die neue Wohnung hat dann Betonboden und durchgehende Glaswände am Balkon, und viel mehr Türen. Das wird ein Hit ;).


So viel zu all den große und kleinen Gefahren im Haushalt. Ich bin nach wie vor der Meinung, man sollte Kindern so gut es geht eine Umgebung schaffen, in der sie sich einfach alles anschauen können. Davon ihr alles zu verbieten halte ich nichts. Natürlich muss ich schauen, dass sie sich nicht mit etwas verletzen kann. Aber ob sie nun ein paar Töpfe, Bücher oder Kleidungstücke heraus räumt macht mir zwar Arbeit, dafür habe ich ein glückliches Kind, das sich mit allem Beschäftigen kann und immer wieder neues entdeckt, selbst in der eigenen Wohnung.

Das elfte Monat/ Verschluckbare Kleinteile

Im 11. Monat hat meine Tochter die Höhe für sich entdeckt. Und damit war nichts mehr vor ihr sicher. So schnell konnte ich gar nicht sein, schon hat sie wieder irgendetwas in der Hand gehabt. Der Tag bräuchte manchmal echt mehr Stunden, damit sich alles ausgeht. Für uns alle war es eine sehr spannende Zeit.

Weiter

Da sich meine Tochter mit ziemlich genau 10 Monaten dann doch etwas plötzlich selbst abgestillt hat, musste ich plötzlich viel besser darüber nachdenken, was sie eigentlich alles so isst im Laufe des Tages. Sie hat nie Flaschenmilch angenommen, daher mussten wir wohl oder übel ohne Back-Up was die Nährstoffe betrifft auskommen. In einem früheren Kapitel habe ich euch den Blog aufgeschrieben, nachdem ich die meisten Sachen für meine Kleine koche. Leider sind da viele Dinge mit Ei dabei. Das an sich ist gar nicht das Problem, nur so viel Ei wollte ich ihr nicht geben. Zumal sie langsam anfing, ziemlich ordentliche Portionen zu essen. Also mussten Alternativen her.


Ei kann man durch vieles ersetzen, ich habe am liebsten Apfelmus verwendet, da es auch eine leichte Süße mitbringt. Für herzhafte Dinge benutze ich Leinsamen in Wasser aufgeweicht, das ist zum Binden sehr angenehm. Fluffig werden die Dinge damit leider nicht. Von meiner Schwägerin, die vegan lebt, habe ich den Tipp bekommen einen Löffel Speisestärke hineinzugeben. Das macht Mehlspeisen locker und ist auch praktischer, als Dinge wie Johannisbrotkernmehl besorgen zu müssen.


Neben dem rasant wachsenden Speiseplan (den ich in dieser Zeit auch mit verschiedenen Gewürzen erweitert habe, z.B. Zimt, Curcuma und Kräuter wie Thymian oder Oregano) hat sich auch der Radius meiner Tochter noch einmal erweitert. Sie hat das frei Stehen gelernt.

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Zunächst ist mir das gar nicht aufgefallen, bis sie einmal plötzlich neben mir stand, und weit und breit nichts war, an dem sie sich festhalten konnte. Das hat mich dann doch etwas überrascht. Zu Beginn hat sie sich an Dingen hoch gezogen und dann los gelassen, aber sie ist auch immer öfter einfach so aufgestanden. Damit waren plötzlich Dinge in ihrer Reichweite, die ich so nicht bedacht hatte. Sie hat sich zwar bereits an Reagalen hoch gezogen, aber da sie sich noch festhalten musste, war es nicht so einfach Dinge heraus zu nehmen. Nun waren diese Dinge aber plötzlich greifbar. Und natürlich auch sofort überall in der Wohnung verstreut.


An andere Dinge habe ich einfach nicht gedacht. Und das sollte sich rächen. Sie hatte schnell heraußen, dass man sich auch nach Dingen strecken kann und ich war natürlich noch nicht darauf vorbereitet. Da lagen die Ohrstecker auch schon unten und überall im Schlafzimmer verstreut. Nachdem ich sie (zumindest dachte ich das) alle wieder eingesammelt hatte und das Kind aus dem Schlafzimmer verfrachtet war, habe ich dann im Vorzimmer noch welche gefunden. Sie hatte sie scheinbar in ihrer Latzhose und hat sie dann dort verloren. Damit wusste ich nun, dass welche fehlten. Und ich wusste nicht welche meiner Ohrstecker an sich nur noch als Einzelstücke vorhanden waren, und ob sie womöglich welche geschluckt hatte.


Kurz um, ich rief beim Kinderarzt an. Die Sprechstundenhilfe war sehr gelassen. Zusammengefasst war ihre Aussage: isst, trinkt und atmet sie normal? Dann warte Sie einfach ab bis sie wieder heraus kommen. Was anderes könne man eh nicht machen. Das ist nicht gerade das, was ich hören wollte. Da meine Tochter in diesem Moment gerade genüsslich ihr Frühstück verspeiste, war ich allerdings geneigt einfach nichts zu tun und abzuwarten. Am Ende haben wir drei Tage später einen Ohrstecker in der Windel gefunden. Ich habe ihn nicht wieder heraus genommen, sondern weggeworfen. Es war ohnehin nur ein billiger Plastikstern. Seither steht der Schmuck weit außerhalb ihrer Reichweite. Und eine Zeitlang durfte sie auch nicht alleine ins Schlafzimmer.


Es war mir eine Lehre, und ich ging im Kopf einmal durch wo sich sonst noch so gefahren auftun könnten. Natürlich habe ich bei Weitem nicht alle gefunden. Man glaubt halt einfach nicht, was Kinder alles als erkundungswürdig erachten könnten. Aber ich habe es zumindest versucht.


Ich weiß nicht woran es genau lag, aber wir haben es mal wieder geschafft, dass Mutter und Kind gleichzeitig krank waren. Diesmal kam meine Tochter aber recht gut damit zurecht. Nur ich leider nicht. Jeder der schon mal selbst krank war und ein an sich gesundes Kleinkind bespaßen musste, weiß wovon ich rede, wenn ich sage: es war mühsam. Sie war sehr lieb und ruhig, wobei sie nie wirklich laut ist. Ich hatte fast das Gefühl, dass sie Rücksicht auf mich nimmt, wobei sie das ja noch gar nicht kann. Allerdings konnte sie auch mehr Blödsinn anstellen als sonst.


Ich versuche auch in solche Zeiten möglichst immer ein bisschen mit ihr raus zu gehen. Einerseits weil ich glaube, das frische Luft wichtig ist und wir alle ohnehin viel zu viel in der Stube hocken. Andererseits, weil sie damit beschäftigt ist und ich mich, zumindest im Kopf, mal kurz ausrasten kann. Und sie kann mir in der Zeit auch nicht die Wohnung ausräumen 😉.


Fazit des 11 Monats, alles wie gehabt. Nur die Reichweite des Kindes nimmt zu. In diesem Monat ist bei uns mal nicht so viel passiert. Dafür haben wir alle Kräfte für das Nächste sammeln können. Denn dann ging es rund.

Stillen, die Zweite

Mit Einführung der Beikost ändert sich beim Stillen naturgemäß einiges. Am Ende sollte es natürlich einfach nicht mehr gebraucht werden. Aber der Weg zum selbstständig essenden Kind ist ein Weiter.  Manchmal ist es sehr mühsam, manchmal zehrt es an den Nerven. Aber am Ende hat noch jedes Kind Essen gelernt. Und genau so wie wir darauf vertrauen dass die kleinem beim Stillen schon wissen wie viel sie brauchen, sollten wir das auch beim Essen tun.

Weiter

Bei uns hat sich mit Beginn der Beikost zunächst einmal nicht wirklich etwas geändert. Da wir nach BLW und Breifrei abgestillt haben, hat im Grunde meine Tochter entschieden wie sie es haben wollte. Das hieß zunächst einmal gar nicht viel. Das erste Monat habe ich ihr Gemüse und Obst drei Mal am Tag angeboten, immer wenn auch ich am Tisch saß, um was zu essen. Ansonsten haben wir weiter nach Bedarf gestillt. Auch nach dem Essen habe ich ihr immer die Brust gegeben.


Ich hatte ein bisschen das Gefühl, dass sie gar nicht wirklich versteht, warum sie das Gemüse essen sollte. Sie hat es zwar mit Begeisterung untersucht und auch darauf herum gekaut, dass es aber kein Spielzeug ist, sondern zum satt werden da ist, war ihr am Anfang definitiv nicht klar. Auch nach 6 Wochen nicht… Sie hat zwar immer mehr gegessen, aber wenn sie wirklich Hunger hatte, und ich habe ihr zuerst Gemüse angeboten, war das ganz sicher nicht das, was sie sich vorgestellt hat.


Es hat sehr an meinem Nerven gezehrt. Nun musste ich einerseits an alles zum Essen für sie denken, mir überlegen was ich mache, das nötige einkaufen und herrichten, aber am Ende habe ich trotzdem genauso oft gestillt wie ohne essen. Auch nachts hat sich nichts verändert. Je mehr sie ihr Essen nur zum Spielen verwendet hat, um sehr mehr habe ich an dem ganzen gezweifelt. Es gab Momente, da habe ich überleget doch auf Brei umzusteigen. Aber ich habe es nie über mich gebracht. Essen ist ein sehr schwieriges Thema für mich, das mit vielen Ängsten und viel Stress verbunden ist. Daher wollte ich ihr jede Art von negativer Besetzung unbedingt ersparen. Also habe ich durchgehalten.


Und dann, mit ca. 8 Monaten hat sie angefangen die Stillmahlzeiten zu reduzieren. Zwar nicht anzahlmäßig, aber die getrunkene Menge. Sie hat einfach weniger nachher getrunken und zwar merklich weniger. Ich habe nichts anders gemacht, es ging bei ihr einfach der Knopf auf, dass man vom normalen Essen auch satt wird. Und ich durfte ihr dann auch einmal ein Stück Obst geben, wenn sie hunger hatte und sie hat es gern gegessen.


Meine Tochter war an sich eine gute Esserin. Sie probiert eigentlich fast alles was man ihr anbietet. Leider hat sie aber gerade am Anfang kaum nennenswerte Mengen gegessen. Durch das Stillen hat sie sich alle nötigen Nährstoffe geholt, weshalb ich nie Sorge hatte, dass sie zu wenig bekommt. Aber es hat mir halt auch das Gefühl gegeben, dass nicht wirklich etwas weiter geht. Mit dem langsamen Reduzieren kam dann wieder Bewegung rein.


Nachdem sie dann immer öfter gerade mal einen Schluck oder so gestillt hat, habe ich angefangen es ihr nicht mehr anzubieten. Sie hat zu dieser Zeit drei Mal am Tag normales Essen bekommen, Vormittag und Nachmittag gab es noch reine Stillmahlzeiten. Nachts konnte sie so viel stillen wie sie wollte (das waren drei bis fünf Mal). Zu dieser Zeit habe ich gemerkt, dass sie sehr stark nach der Uhr stillt bzw. isst. Zwar habe ich das auf gewisse Weise forciert, weil ich schaue, dass es immer zu ähnlichen Zeiten Mittag- und Abendessen gibt, und wir auch meist zu einer ähnlichen Zeit frühstücken. Wie stark sie das übernommen hat, hat mich dann aber doch gewundert. Vor Allem hat sie es auch in der Nacht beibehalten. Sie hat also um 11 am Vormittag und um 11 am Abend gestillt, oder um 3 Uhr nachmittags und um 3 Uhr morgens. Daher wohl auch ihr häufiges aufwachen. Sie kommt offenbar eher nach mir. Ich esse nicht gerne große Mengen auf einmal, lieber mehrere kleine Mahlzeiten. Scheinbar hat sie das auch, was halt leider hieß, dass wir recht oft stillen mussten.


Nachdem wir es ein paar Mal zeitlich nicht geschafft haben vormittags zwischendurch zu stillen, und sie das nicht gestört hat, haben wir das dann weggelassen. In diesem Fall ohne Ersatz. Damit hatte ich dann einen Vormittag ganz ohne Stillen. Das war für mich extrem befreiend. Auch wenn man leider selten das Kind am Vormittag jemanden geben kann, um dann etwas zu machen, hatte ich zumindest das Gefühl, nicht mehr dauermäßig von ihr belagert zu werden. Ich konnte sozusagen wieder etwas Luft holen.


Eine Weile haben wir das dann so gelassen. Allerdings kam es mir so vor, dass sie unter tags leider viel zu wenig Flüssigkeit zu sich nahm. Aus der Flasche trank sie nicht wirklich, eigentlich nur beim Stillen. Um das etwas mehr zu forcieren, beschloss ich dann auch ihre Nachmittags-Stillmahlzeit umzustellen. Da sie da allerdings meist ganz gut gestillt hat, habe ich in diesem Fall wieder Obst angeboten. Das hat sie super angenommen und auch tatsächlich angefangen dann auch Wasser und Tee zu trinken.


Damit waren die Tage komplett stillfrei. Das half mir sehr. Einerseits weil ich endlich das Gefühl hatte, ich konnte sie jeder Zeit einmal meinem Mann oder den Großeltern überlassen und mich mal mit etwas anderem Beschäftigen (auch wenn ich das tatsächlich nie gemacht habe, aber zu wissen ich könnte war schon sehr schön) zum anderen hat es mich darin bestärkt, dass ich den richtigen Weg genommen habe. Und, so eitel das jetzt auch kling, ich konnte endlich wieder die Sachen anziehen, die ich wirklich mag. Ich trage sehr gerne Kleider, was leider beim stillen eher unpraktisch ist. Auch habe ich selten Oberteile mit Knöpfen, so dass ich mich eigentlich immer komplett ausziehen hätte müssen. Ich habe also die meiste Zeit eher einen eingeschränkten Kleiderschrank benutzt. Umso schöner war es, sich darüber endlich keine Gedanken mehr machen zu müssen. BH habe ich weitergetragen, schließlich waren die Brüste ja noch auf stillen in der Nacht eingestellt und haben gerade am Abend manchmal schon etwas getropft.


Das Reduzieren durch meine Tochter hatten den Vorteil, dass es eher schleichend passierte und sich die Brust ganz gut darauf einstellen konnte. Nur wenn sie abrupt Mahlzeiten ausgelassen, hat war das etwas schwierig. Als sie dann nur noch nachts gestillt hat, war es dann wieder etwas mühsam. Da sie recht viel nachts getrunken hat, waren die Brüste recht voll. Das war unangenehm und ich war mehr als einmal nass, weil wieder etwas ausgelaufen ist.


Mit dem Durchbruch der ersten Zähne, siehe in unserem zehnten Monat, hat sich die Trinkmenge in der Nacht dann ziemlich rasch reduziert. Innerhalb eines Monats hat sie von drei bis vier Mal nachts stillen auf null umgestellt. Das war dann doch recht unangenehm, da sich die Brust natürlich nicht so schnell umstellen konnte. Da habe ich oft tagelang zu viel Milch gehabt. Auch Schmerzen waren da durchaus dabei. Ein paar Mal habe ich auch ein Schmerzmittel genommen damit ich schlafen konnte. Es hatte ja keinen Sinn, wenn ich wach lag und hoffte meine Tochter würde aufwachen, nur damit sich meine Brust leerte. Das war ja nicht zielführend. Also besser mit Schmerzmittel und alle kamen zu ihrem Schlaf.


Das wirkliche Abstillen war dann recht unblutig. Sie hat einfach durchgeschlafen und damit war das Kapitel Stillen für uns abgeschlossen. Es hat noch eine Weile gedauert, bis ich das Gefühl hatte, dass sie genug Wasser oder Tee unter tags trinkt. Aber ich habe ihr vertraut, dass sie schon weiß, wie viel sie braucht. Auch bei der Essensmenge war ich zu anfangs unsicher. Das Stillen war für mich immer das Back-Up, dass sie sicher alles bekam, was sie brauchte. Aber am Ende vertraue ich ihr. Sie hat gelernt zu essen, wenn sie Hunger hat und aufzuhören, wenn sie satt ist. Das ist alles was sie braucht. Ich muss nur dafür sorgen, dass sie die richtigen Sachen bekommt, damit sie so viel essen kann wie sie will. Auf eine gesunde Ernährung habe ich von Anfang an Wert gelegt.


Fazit: das Abstillen nach BLW war mühsam. Es ging mit zeitweise viel zu langsam, dann wieder war mein Körper eher überfordert. Aber ich habe das Gefühl, dass es der Richtige weg war. Meine Tochter isst mit großer Begeisterung und auch fast alles was man ihr gibt. Sie wächst gut, hatte nie Probleme in der Entwicklung und ist motorisch super flink. Ich weiß nicht ob dieser Weg das unterstütz hat, oder wir diesen Weg nehmen konnten, weil sie die entsprechende Persönlichkeit hat. Aber für uns war es das Richtige, und ich würde es immer wieder so machen. Beim nächsten weiß ich dann auch, dass ich einfach mehr Geduld haben muss.

das zehnte Monat/ mit Biss

In unserem zehnten Monat war es endlich so weit: die ersten Zähne waren da. Und wir haben gleich noch ein paar weitere Veränderungen mit gemacht. Es war eine anstrengende Phase. Dafür winkte am Ende dann eine ganz große Umstellung.

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Meine Tochter hat sehr lange für ihre ersten Zähne gebraucht. Schon seit sie drei Monate alt war hat sie alle Anzeichen des Zahnens gezeigt, ohne dass sich ein Zahn hätte blicken lassen. Die Schübe kamen immer wellenartig, an den Spitzen war es für alle Beteiligten sehr schwer zu ertragen. Sie aß schlecht, schlief schlecht und jammerte unter tags sehr viel. Ich habe mir irgendwann angewöhnt einfach prophylaktisch das Schmerzgel auf das Zahnfleisch aufzutragen, damit ging es besser. Und dann, wenige Tage nach Weihnachten, war es plötzlich so weit. Ohne dass ich einen Unterschied in ihrem Verhalten gemerkt hätte (also dass es schlimmer als sonst gewesen wäre) waren in der Früh plötzlich die Spitzen der unteren beiden mittleren Schneidezähne heraußen, ganz klassisch also.


Natürlich hat es noch ein paar Tage gedauert bis die Zähne dann ganz heraußen waren. Und dann musste sie erst mal herausfinden wie man mit den Dingern auch etwas Abbeißt. Aber sie waren endlich da.

Man hat dann sehr stark gemerkt, wie sehr ihr die Zahnerrei weh getan hat. Sie hat von einem Tag auf den anderen viel besser geschlafen. Von bis zu fünf Wachphasen pro Nacht hat sie plötzlich auf zwei bis drei reduziert. Auch war sie unter Tags viel besser drauf und hat weniger gejammert. Ich habe unseren Winterurlaub genutzt, um sie untertags komplett abzustillen. Oder eigentlich habe ich ihr die letzte komplette Stillmahlzeit am Nachmittag auch auf Obst umgestellt. Das hat sie ohne Protest angenommen und wollte gar nichts mehr nachtrinken. Ein paar Tage habe ich ihr noch immer etwas angeboten, aber dann hab ich beschlossen, sie kann sich ja melden, wenn sie was will. Damit waren wir tagsüber stillfrei, nur nachts hat sie noch getrunken.


Das hatte natürlich zur Folge, dass ich nun mehr auf ihr Trinkverhalten achten musste. Bisher konnte ich mir durch das Stillen ja sicher sein, dass sie eh etwas trinkt und habe nicht so sehr darauf geachtet, wie viel Wasser sie sonst trinkt. Wir haben ihr ein Flascherl mit Wasser angeboten immer wenn wir gegessen haben. Viel hat sie eigentlich nie getrunken. Ersatzmilch wollte sie gar keine. Das haben wir zwar ein paar Mal versucht, als aber klar war, dass es an der Milch lag und nicht an der Flasche, hab ich das einfach sein gelassen.


Für mich war immer klar, dass ich die Beikost so abwechslungsreich gestalten muss, dass sie damit alle wichtigen Nährstoffe bekommt. Schließlich ist es ja am Ende das Ziel, dass sie sich darüber vollständig versorgen kann. Durch das zusätzliche Stillen hatte ich immer ein kleines Back-Up, aber an sich wollte ich nicht irgendwie zufütter müssen, damit sie alles hat. Wir selbst ernähren uns sehr ausgewogen, mit viel Gemüse und wenig Fleisch. Kein Fleisch halte ich für ungesund, wir Menschen sind schließlich Allesfresser von Natur aus. Wir kochen fast immer selbst und frisch, haben fast alles in Bio-Qualität und Fertigprodukte finden sich bei uns eigentlich überhaupt keine. Außer Nudeln (und selbst die mache ich manchmal selber) machen wir alles selbst. Daher habe ich für den Speiseplan meiner Tochter eigentlich nur überlegt welche Dinge ich so essen würde (also Gemüse, etwas Kohlenhydrate, Milchprodukte) und danach ihre Speisen zusammengestellt.


Meine Tochter hat für gezeigt, dass sie lieber Gerichte hat, die alles auf einmal sind. Daher habe ich viele Waffeln gebacken. Man kann da viele verschiedene Gemüsesorten rein geben, das Mehl ändern oder mal statt Kuhmilch auch Hafermilch verwenden. Auch Gemüselaibchen sind sehr vielfältig und auf Kartoffelbasis kann man sie sogar ohne Ei machen. Kurz um, ich bin ziemlich viel in der Küche gestanden. Unser Problem mit der Flüssigkeit ließ sich aber nicht so einfach lösen.


Mein Man hat dann einen Tee speziell für Babys gekauft. Der war in etwa wie Stilltee zusammengesetzt und meine Tochter liebt ihn noch immer. Sie hat zu der Zeit auch eine Schnabeltasse bekommen, aus der sie dann ohne Hilfe trinken kann. Seither haben wir das mit dem Trinken etwas besser im Griff. Sie trinkt aber bis heute etwas ungleichmäßig, an manchen Tagen sehr viel, an andern dann sehr wenig. Aber an sich glaube ich, dass sie schon weiß wie viel sie braucht.


Leider hat die Ruhe, die nach dem Durchbruch der ersten Zähe aufkam nicht sehr lange angehalten. Kaum waren wir aus dem Urlaub zurück, wurde es richtig anstrengend. Meine Tochter hat sehr schlecht geschlafen, ein paar Tage ging es kaum sie ins Bett zu legen. Wir haben sie dann auch viel bei uns im Bett gehabt, was ich überhaupt nicht mag. Nach ca. einer Woche hat´s mir gereicht. Wir haben dann einen Schlussstrich gezogen, und ihr Schlafritual umgestellt.


Seit ihrem vierten Monat ist sie beim Einschlafen immer auf dem Arm gewesen und wir haben sie dann abgelegt. Da das aber gar nicht mehr ging, und sie auch nachts kaum noch zum ins Bett legen war, habe wir das komplett abgestellt. Nach einer Geschichte zum Vorlesen, bei der sie noch am Arm war, ging es dann ins Bett. Wir ziehen dann die Spieluhr auf und legen ihr die Hand auf den Bauch. Und dann heißt es waren… Die ersten Male hat es ewig gedauert bis sie endlich eingeschlafen ist. Sie hat nicht einmal viel geweint oder so, sie hat einfach nur sich herum gedreht und hat ziemlich lange gebraucht, bis endlich Ruhe war.


So schlimm die Umstellung auch war, es war der richtige Weg. Sie hat damit viel Ruhiger geschlafen, auch war sie nicht mehr so oft Wach in der Nacht und konnte auch leichter wieder einschlafen. Ob sie einfach gerade einen Entwicklungsschub gemacht hat, oder ob es für sie einfach an der Zeit war, weiß ich nicht. Aber die Umstellung hat uns viel Stress genommen.


Zu Weihnachten haben wir viele neue Spielsachen bekommen. Auch wenn ich an sich nicht begeistert bin, wenn es so viele Geschenke gibt, so waren es doch im Großen und Ganzen nette Dinge. Nur leider platze damit unsere Spielzeugkiste aus allen Nähten. Im wahrsten Sinne des Wortes, den eines Abends ging die Kiste tatsächlich kaputt (Mein Mann hat ihr beim Versuch sie zu schließen eine Ecke abgebrochen) und wir mussten eine größere besorgen. Seither ist die Kiste übrigens nie wieder zu gemacht worden 😉.

Seit sie Krabbeln kann räumt meine Tochter mit Vorliebe die Wohnung aus. Bücher stehen dabei besonders hoch im Kurs, aber sie versucht sich eigentlich an allem, was in ihrer Reichweite ist. Und ihre Reichweite ist erstaunlich. Sie hatte sehr schnell heraußen, wie an sich an Dingen hochzieht und damit war eigentlich nichts mehr sicher vor ihr. Wir haben dann die ersten Kästen verschlossen. Vieles lasse ich ihr allerdings auch offen. Solange sie sich nicht verletzen kann, oder die Dinge kaputt gehen, ist es nicht so schlimm wen sie Aufbewahrungsdosen ausräumt oder ein Küchensieb im Schlafzimmer landet.


Gegen Ende des zehnten Monats hat meine Tochter mir dann ein großes Geschenk gemacht. Sie hat sich einfach selbst abgestillt. Innerhalb einer Woche ging sie von zwei Mal stillen pro Nacht auf einmal, jeden zweiten Tag und dann null. Einfach so, ohne dass ich irgendwas gemacht hätte. Sie schlief einfach durch, ganz von selbst. Ich weiß nicht, was anders war. Vielleicht war es das Umstellen des Schlafrituals. Vielleicht war sie auch einfach besser satt vom essen unter tags. Vielleicht war es auch einfach der richtige Zeitpunkt für sie.


Kurz um, das zehnte Monat war vielseitig und anstrengend. Es war ein Umbruch und der Beginn einer neuen Zeit. Mein Mann hat es sehr schön zusammen gefasst: „ Jetzt ist sie bald kein Baby mehr.“ Auch wenn ich finde, sie darf gerne noch etwas länger Baby sein.

Geschenke für Groß und Klein

Vom ersten Tag an bekommt man als Eltern Geschenke aller Art. Manche sind eher praktischer Natur, manche sind „für die Kleinen“ und andere wieder sind schon beim Auspacken für den Müll. Hier ein Leitfaden an alle schenkenden Freunde, Verwandte und Bekannte, damit sich Schenker und Beschenkte auch wirklich freuen können.

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Natürlich ist jeder etwas anders gestrickt was das Thema Geschenke angeht. Aber ich bin sicher ihr alle habt schon das eine oder andere Geschenk zur Geburt erhalten, dass nicht so richtig euer Geschmack war. Bei mir hat das sehr oft mit der Farbe zu tun. Wir haben eine Tochter und leider fühlen sich sehr viele dazu genötigt uns alles in rosa zu schenken. Warum Mädchen unbedingt alles in rosa haben müssen versteh ich nicht. Ich selbst kann die Farbe überhaupt nicht leiden und bekomme schon bei rosa Aufschrift auf T-Shirts einen Ausschlag. Außerdem möchte ich so viel wie möglich auch beim zweiten Kind weiter verwenden. Mag ja sein, dass man auch Burschen rosa anziehen kann, es ist aber noch weniger gesellschaftstauglich als blau bei Mädchen. Zwar kann ich diese Einteilung in die Geschlechter bei Kleinkindern ohnehin nicht verstehen, aber ich muss es ja auch nicht noch unterstützen, indem ich für Mädchen rosa und für Burschen blau kaufe. Daher meine Bitte an alle Schenker: fragt vorher ob die Farbe erwünscht ist. Nur weil es ein Mädchen ist muss die Decke nicht rosa sein. Und auch ein Bursch sieht in rot süß aus. Wenn ihr euch nicht sicher seid, könnt ihr auch die Rechnung behalten und im schlimmsten Fall umtauschen. Das kann manchmal auch eine gute Lösung sein.


Schon in der Schwangerschaft habe ich sehr viel Gewand geschenkt bekommen. Das hatte den Vorteil, dass ich im Grunde nicht selber kaufen musste. Aber halt auch den Nachteil, dass unser Kasten vor Babygewand nur so übergeht. Dazu kommt, dass die meisten lieber einen Body kaufen als Hosen oder Socken. Meist hat man dann am Ende zwar zwanzig Oberteile, aber leider nur drei Hosen und zwei Paar Socken. Natürlich freu ich mich sehr über jedes Gewand mit liebem Muster oder Farbton. Ich finde sicher einen Weg es in unsere Auswahl zu integrieren. Wenn ihr aber nicht genau wisst, wie der Kleiderschrank des Babys gefüllt ist, dann ist es eine super Idee zu fragen ob ein Body oder eine Hose besser wären. Oder ob vielleicht ein Schlafanzug gerade der Renner wäre. Auch bei der Größe ist Nachfragen eine super Sache. Manche Babys sind bei der Geburt schon so groß, dass die kleinsten Größen gar nicht erst ausgepackt werden. Oder ein Kind überspringt beim Wachsen mal eine Größe, weil es so schnell geht.


Ich habe als meine Tochter vier Monate alt war von Verwandten einen Beißring bekommen. Das war eines der besten Geschenke des ganzen ersten Jahres. Es war genau so einer wie ich ihn zu dieser Zeit gesucht habe (von Grünspecht, Naturkautschuk) und meine Tochter hat mit dem Zahnen ohnehin so viele Probleme gemacht. Wie sie darauf gekommen sind weiß ich nicht, aber es war ein Schuss ins Schwarze. Manchmal sind nützliche Dinge eben genau dass, was am ehesten gebraucht wird. Gerade Alltagsutensilien braucht man als junge Eltern oft in unüberschaubaren Mengen. Da hat man eh schon zehn Spucktücher, aber irgendwie wäre das Elfte dann doch manchmal echt praktisch. Oder vielleicht habt ihr auch Stoffwindeln und eine weitere Überhose wäre nicht schlecht. Wenn euch jemand fragt, dann bringt sowas unbedingt an, denn daran habt ihr selbst dann wirklich Freude. Und an die Schenkenden gilt auch hier wieder: fragt nach. Es ist nicht schlimm banale Dinge zu schenken, denn meistens sind es gerade die, die uns Eltern am schnellsten Ausgehen. Ich zum Beispiel liebe die Spucktücher mit Tiermotiven die ich von meiner Cousine habe sehr. Sie finden auch bei meiner mittlerweile über einem Jahr alten Tochter noch viel Verwendung.


Kommen wir nur zu den schwierigsten, aber beliebtesten Geschenken. Dinge für „die lieben Kleinen“. An Spielsachen mangelt es meiner Tochter vom ersten Tag an nicht. Wir haben schon mehrere Schmusetücher und Stofftiere gehabt, noch bevor sie auf der Welt war und es wurde nicht weniger. Natürlich verstehe ich, dass diese Dinge einfach süß sind und sich die meisten auch denken: eine Kleinigkeit ist doch schon in Ordnung. Leider seid ihr mit dieser Kleinigkeit aber nicht alleine und so gehen Spielzeugkisten und Stofftiersammlungen schnell mal über. Gerade ganz kleine Babys sind mit zu vielen Dingen ohnehin überfordert. So manches wird dann nicht mal angeschaut, weil viel zu viel anderes eh da ist. Meine Tochter hat Dinge, die hat sie vielleicht drei Mal angeschaut. Weniger ist da oft mehr. Natürlich will ich niemanden verbieten ein Spielzeug zu schenken. Aber auch hier ist es eine gute Idee zu fragen, ob es denn etwas gibt, was gewünscht wird. Wir haben zum Beispiel an ihrem ersten Geburtstag vor allem Bücher gesucht. Sie liebt Bücher über alles und beschäftigt sich sehr lange damit. Davon kann man meines Erachtens auch nur schwer zu viele haben, daher ist das bei uns immer eine gute Wahl. Vielleicht habt ihr ja auch etwas, was eure Kleinen besonders lieben und wovon immer zu wenig da ist.


Gerade bei Geburtstag oder zu Weihnachten, wo mehrere Leute gleichzeitig etwas schenken, kann man auch gut gemeinsam etwas besorgen. Hier kommt wieder meine Tendenz zu praktischen Geschenken zum Tragen. Gerade frisch gebackene Eltern brauchen sehr viele Dinge, die meistens auch eine ganze Menge kosten. Ob das nun ein Kinderwagen (eher vor der Geburt), ein größerer Sitz fürs Auto oder Zubehör fürs Fahrrad ist. Gemeinsam kostet es dann schon gar nicht so viel. Und diese Dinge werden dann auch viel genützt und sind sehr beliebt. Schon in meiner Kindheit war es üblich große Geschenke wie ein neues Fahrrad im Kollektiv zu kaufen. Das biete sich aus meiner Sicht auch für die Kleine sehr gut an. Wir haben zum Beispiel unseren Fahrrad-Gepäcksträger-Sitz auf diese Weiße angeschafft.


Schlussendlich ist es aus meiner Sicht auch gar nicht so wichtig, dass es überhaupt ein Geschenk gibt. Natürlich steht das jedem frei, aber ich bin niemanden böse, wenn er mir oder meiner Tochter keine Kleinigkeit mit bringt, nur weil wir uns länger nicht gesehen haben. Ich selbst bin eine lausige Schenkerin und vergesse schon mal, dass jemand Geburtstag hatte. Daher bin ich auch nicht sauer, wenn jemand anderes bei mir auch nichts mit hat. Am Ende ist mir eine Umarmung von Herzen lieber als ein Notgeschenk, nur damit man etwas hergeben kann. Und gerade bei Kindern finde ich, sollten Geschenke auch immer etwas Besonderes sein. Wenn sie größer sind bekommen sie schließlich auch nicht immer wenn Oma kommt etwas geschenkt, daher sollte es aus meiner Sicht auch am Anfang nicht sein.