Umzug, die Zweite

Heute kommt der zweite Teil über unseren Umzug und den damit verbunden Schwierigkeiten. Meist ist es ja mit dem Einzug in die neue Wohnung nicht getan. Vieles muss sich noch einspielen, und die alte Wohnung muss auch noch wieder auf Vordermann gebracht werden.

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Wir haben versucht fasst alles auf eine Schlag zu übersiedeln. Aber irgendwie scheint uns dabei ziemlich viel durch die Lappen gegangen zu sein. Auch als wir dann mit samt Bett und Küche endgültig drüben waren, war in der alten Wohnung noch einiges an Zeugs. Manches davon musst eh einfach nur weg. Wobei sich das „einfach nur weg“ leider als schwieriger heraus gestellt hat, als gedacht. Ich selbst kaufe gerne secondhand, allein schon wegen dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Selbst aber etwas gebrauchtes zu verkaufen hat sich als schwieriger heraus gestellt als ich dachte. Entweder es hat sich niemand dafür interessiert, oder die Leute wollen aus meiner Sicht unverschämte Preise zahlen. Manches habe ich ohnehin verschenkt, wobei ich selbst da schlecht Erfahrungen gemacht habe. Scheinbar bin ich die einzige die es nötig findet, zu ausgemachten Terminen auch tatsächlich zu erscheinen. Pünktlich ist sowieso so gut wie niemand. Scheinbar sind die meisten Menschen Egoisten die über die Auswirkungen ihres Handelns überhaupt nicht nachdenken. Zwei sind zu den ausgemachten Termine ohne Ankündigung gar nicht erschienen. Die haben dann von mir auch einfach nichts mehr gehört. Da war ich dann schon ziemlich sauer. Eine hat sich nach dem verpassten Termin selbst gar nicht mehr gemeldet. Da frag ich mich doch manchmal ob das Erwachsene sind, oder doch Kinder. Zusammengefasst muss ich leider sagen: ich kaufe gerne secondhand. Verkaufen werde ich aber nur noch Dinge, die ich wirklich unbedingt weiterreichen möchte und bei denen ich hoffen kann, dass sie auch jemand haben will. Die Stoffwindeln werden so ein Fall sein. Vielleicht auch das eine oder andere Kindermöbelstück. Aber ansonsten werde ich mir die Arbeit einfach nicht mehr antun. Bringt nur viel Frust, frisst Zeit und der Output ist sehr überschaubar.


Wir blieben leider auf einigen der Möbel, die eigentlich weg sollten, sitzen. So haben sie dann doch noch die Wohnung wechseln müssen und lagern jetzt im, zum Glück recht großen, Kellerabteil. Wir werden sie tatsächlich entsorgen. Dabei wären ein paar davon noch funktionstüchtig und ohne nennenswerte Gebrauchsspuren. Ich selbst brauche sie aber einfach nicht mehr, und los bin ich sie nicht geworden. Man kann da jetzt drüber denken was man will, aber wenn ich etwas einfach nicht mehr haben will, und sich Aufheben nicht lohnt, dann kommt es weg. Ich schaffe deshalb ja nicht unbedingt etwas neues an.


Wir mussten, vor allem weil wir viel an der Wand montiert hatten (haha, wie das halt so ist, wenn man Kinder hat und in einer Wohnung mit begehbarem Kasten wohnt), die alte Wohnung ausmalen. Mein Mann ist eine Woche jeden Tag nach der Arbeit hin gefahren und hat die Wände verspachtelt und vorbereitet, so dass wir dann mit zwei Freundinnen an einem Tag nur noch ausmalen mussten. Meine Tochter fand das Ausmalen total toll. Sie durfte die meiste Zeit mit einem der beiden Mädels spielen, fand unsere Wandaktionen scheinbar lustig und zu Mittag gab es Essen vom Asiaten (sie liebt Teigtaschen). Nur der Mittagsschlaf war ein Kampf. Wir haben extra das Reisebett noch stehen gehabt und das Schlafzimmer zuerst gestrichen. Aber sie war natürlich viel zu aufgeregt, um schlafen zu gehen. Eine ¾ h habe ich gebraucht, bis sie endlich geschlafen hat. Da war sie dann selbst auch schon ziemlich fertig, und ich mit den Nerven ziemlich am Ende. Dafür hat sie dann sehr gut geschlafen und wir haben sie sogar aufwecken müssen, als wir fertig waren. Man sagt immer: „Kinder schlafen so schlecht ein, weil sie Angst haben etwas zu verpassen.“ Meine Tochter scheint gerade in dieser Phase angekommen zu sein. Nur dass sie, sobald sie mal schläft, scheinbar komplett drauf vergisst. Im Moment sind 2 bis 2 ½ h keine Seltenheit. Sehr angenehm, da es mir im Moment ohnehin nicht so gut geht. Aber mir graut schon etwas davor, wenn das nicht mehr so ist. Ich genieße gerade sehr die Ruhe. Gerade weil so viel Stress in den letzten Wochen war.


Meine Tochter ist ja ein großer Sonnenschein und eigentlich immer gut drauf. Sie macht sich auch überall immer schnell Freunde, weil sie auf fast jeden offen und freundlich zu geht. So war sie auch als wir die alte Wohnung abgegeben haben. Und da war sie sicher besser als wir, weil uns die Hausverwaltung schon sehr auf die Nerven ging. Der Herr hat mit der Lupe (überspitzt gesagt) gesucht, um ja etwas zu finden, was er uns von der Kaution abziehen kann. Und was soll ich sagen: er hat es auch gefunden. Dinge, die ich jetzt nicht unbedingt als so schlimm empfunden hätte. Aber manche sind wohl der Auffassung, dass eine Wohnung nach einer Vermietung wie vorher aussehen muss. Und drinnen Wohnen ist wohl das absolute Unding… Naja, zumindest sind wir die jetzt los. Sie haben bei mir jedenfalls keinen guten Eindruck hinterlassen. Gemeldete Dinge wurde nie nachgegangen, man wartet ewig auf Emails und das verhalten bei der Übergabe war alles andere als freundlich. Manche Menschen möchte ich einfach kein zweites Mal treffen.


Wir haben uns langsam an die neue Wohnung gewöhnt. Die weiteren Wege (kann man das bei drei Zimmern denn schon sagen?) waren am Anfang sehr komisch. Ich bin immer noch etwas verwirrt wenn ich in der Nacht in das Zimmer meiner Tochter muss, ob der zwei geschlossenen Türen und dem Gang dazwischen. Aber der viele Platz ist super und die Kleine scheint viel Spaß am herumlaufen zu haben. Wir genießen auch unseren größeren Balkon, der ganz von selbst Kindersicher ist, weil mit stabiler Glaswand, wo weder sie noch ihre Spielsachen herunter fallen können.


Ich hatte jetzt schon mehr Kontakt zu den Nachbarn als in drei Jahren in der alten Wohnung. Bisher eher nur guten. Irgendjemand scheint vorzugsweise um neun am Abend die Bohrmaschine zu benutzen, aber ich hoffe, dass das bald ein Ende hat, wenn dann alle soweit eingezogen sind. Dann sind wir wahrscheinlich die nervigsten, weil die Kleine halt Ball spielt oder nicht gerade leise durch die Wohnung rennt.


Jetzt müssen nur noch die letzten Möbel besorgt werden (wenn wir sie bei der Holzknappheit im Möbelhandel denn überhaupt irgendwann bekommen) und die Lampen aufgehängt werden. Vor allem das Klo wird sicher lustig, da hatten wir in zwei vorherigen Wohnung noch nie einen Lampe. Mein Mann hat schon gewitzelt, wir bleiben einfach bei der losen Glühbirne. Aber das möchte ich nicht. Und wenn dann nur mit einer dieser sehr schönen LED-Birnen im Eddison-Stil…


Ich halte euch auf den Laufenden wie es weiter geht. Bis dahin geh ich mit meiner Tochter schaukeln. Sie hat jetzt heraußen wie man auf normalen Schaukeln schaukelt und ich bekomme sie vom Spielplatz fast nicht mehr heim. Dabei haben wir zu Hause sogar ein Schaukelpferd, aber das ist halt nicht so toll. Dabei ist sie ein Pferdefan. Ich sollte mal wieder mit ihr zu den Ponys fahren… So viel zu tun und so wenig Zeit. Zumindest wird uns nie langweilig, wie das eben so ist, mit Kindern.

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