Alles nach Plan

Wie vielleicht schon aufgefallen ist, planen ich gerne. Also eigentlich nicht gerne, es ist eher so, dass ich gerne weiß, was auf mich zu kommt. Daher mache ich mir Gedanken darüber, wie ich etwas machen möchte. Das fängt beim Kochen an und hört beim Tagesablauf auf. Gerade am Anfang habe ich oft gemerkt, wie viel Sicherheit mir dieses Planen im Umgang mit meiner Tochter gegeben hat. Daher möchte ich heute einmal erzählen, wie ich solche Pläne mache und was dann am Ende dabei raus kommt.

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Mein Mann meint liebevoll ich sei unflexibel. Ich selbst würde mich eher als vorausschauend bezeichnen. Ich schaue gerne voraus und bereite mich auf das Kommende vor. Das geht natürlich nur, wenn ich möglichst früh weiß, was da auf mich zukommt. Daher steht und fällt ein guter Plan (für das Monat, die Woche, den Tag) damit zu wissen, was man alles erledigen muss. Ich bin schnell drauf gekommen, dass zu viele Dinge in kurzer Zeit meine Tochter sehr stressen. Ob es sie war oder ich dadurch gestresster war und wir uns deshalb gespießt haben, sei jetzt mal dahingestellt. Jedenfalls wurde sie grantig, hat mehr geweint, schlechter geschlafen und war schlicht und ergreifend aus ihrem Rhythmus. Daher habe ich mir ein Limit von maximal drei aufregenden Tagen pro Woche gesetzt. Das heißt natürlich nicht, das wir nur an drei Tagen die Woche etwas machen. Eher, dass ich schaue, dass es immer wieder dazwischen auch Tage gibt, wo wir ihren normalen Ablauf möglichst gut einhalten und vielleicht nichts neues passiert, sondern nur Dinge die sie kennt, aber halt nicht so oft vorkommen (Großeinkäufe, Großeltern besuchen, usw.). Jedes Kind ist natürlich anders. Manche wollen viel Trubel, andere brauchen mehr Pausen. Ich glaube wir sollten uns da so gut es geht nach unseren Kleine richten. Davon haben wir am Ende auch etwas, weil wir ein zufriedenes Kind haben, das uns nicht den ganzen Ausflug verdirbt, weil es nur herum jammert.


Nach Möglichkeit mache ich die aufregenden Tage nicht hintereinander. Geht es nicht anders, weil es zum Beispiel ein Wochenende mit vielen Dinge ist, so mache ich danach gezielt mehrere Tage nichts großartiges, damit wir alle wieder zu Ruhe kommen. Oft braucht meine Tochter ein oder zwei Tage um alles soweit verarbeitet zu haben. Am Tag selber ist sie entspannt, erst am nächsten wird es dann schwierig. Auch daher ist es immer angenehmer, wenn ein Tag Pause ist, weil sie dann nicht ihren anstrengenden Tag hat und wir etwas unternehmen wollen. Geht natürlich nicht immer, aber auch hier gilt, gute Planung nimmt vieles vorweg.


Wie lange eine Aktivität dauert hat bei mir starken Einfluss darauf, wann ich sie mache. Meine Tochter hat von Anfang an ihre langen Wachphasen am Vormittag gehabt. Daher hat es sich immer Angeboten möglichst viel am Vormittag zu machen. Es sei den es sind Dinge, bei denen sie ohnehin schlafen kann. Seit sie nur noch einmal am Tag schläft, versuche ich um diesen Zeit herumzubauen. Also alles davor oder danach zu machen. Wenn ich irgendwo länger hinfahren muss, und es ist nicht direkt in der Früh, dann lege ich die Fahrt in ihre Schlafzeit. Dann kann sie im Auto schlafen und ist am Ziel dann ausgeruht.


Auch Essen muss natürlich eingeplant werden. Solange gestillt, ist das kein Problem. Meine Tochter hat eigentlich immer und überall gestillt. In den Zeiten wo sie entwicklungstechnisch etwas schwierig getrunken hat, habe ich mich dann ins Auto gesetzt oder bin an einen ruhigen Ort (Nebenzimmer bei Besuchen usw.) gegangen. Hat das nicht gereicht, dann habe ich ihr einfach später die Brust wieder angeboten. Irgendwann ist der Hunger groß genug, um auch bei Aufregung etwas zu trinken. Das hat manchmal stark an meinen Nerven gezehrt (auch weil die übervollen Brüste schmerzhaft wurden und ich dann gerne auch mal ausgelaufen bin), trotzdem war es insgesamt die stressfreieste Methode.


Mit Beikost, oder dann auch ganz ohne Stillen, wird es natürlich um einiges komplizierter. Ich habe dann immer auch etwas zu Essen für sie eingepackt. Natürlich ist es gar nicht so einfach, dann auch immer einen Ort zu finden, wo sie essen konnte. Und sie hat unterwegs auch manchmal nur sehr wenig gegessen. Wenn es irgendwie ging, habe ich Essen mitgenommen, das sie besonders gerne hat. Ob das nun Apfelspalten waren, Banane, Karotten. Später Hirsebällchen, Palatschinken oder Grießschnitten. Alles was sich gut einpacken lässt, möglichst nicht aufgewärmt werden muss (außer man ist bei Leuten zu Besuch, wo man eine Küche benutzen kann) und was sie gerne und gut isst. Wenn es dann einmal etwas viel Apfel an einem Tag gab, sei´s drum. Besser, als sie isst gar nichts.

Ich habe auch ihren Teller eingepackt. Sie isst von einem Holzteller ich Katzenform. Gerade am Anfang hat sie nur von diesem Teller gegessen, alles Andere wurde scheinbar nicht mit Essen verbunden. Daher habe ich ihn überall hin mitgenommen. Wenn es irgendwie geht, setzt ich sie auch in einen eigenen Sessel und nicht zu mir auf den Schoß. Dafür haben wir einen Hängesessel den man an den Tisch klemmen kann, den wir mitnehmen wenn es wo hin geht, wo kein Sessel vorhanden sein wird. Sie sitzt nicht gerne zum Essen auf meinem Schoß, daher ist das die einfachere Methode. Im schlimmsten Fall kann sie auch im Kinderwagen sitzen zum Essen.


Was man oben reinfüllt, kommt auch unten wieder heraus. Also müssen auch Windeln eingepackt werden. Möglichst so viele, dass ich sicher auskomme, aber nicht zu viele, weil Stoffwindeln Platz brauchen und in der Masse dann auch recht schwer sind. Also plane ich ein, wie lange wir brauchen werden und wie oft ich sie normalerweise in dieser Zeit wickeln muss. Das hängt bei meiner Tochter auch von er Tageszeit ab. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich sie meistens zu ähnlichen Zeiten am Tag wickeln muss, und richte mich sehr stark danach. Außerdem schaue ich immer vor Autofahrten nach, ob sie nass ist. Meine Tochter meldet leider sehr schlecht, dass sie zu wickeln wäre, daher muss ich selbst daran denken. Wechselgewand habe ich auch immer dabei, besonders, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind. Im Kindersitz ist sie, dadurch das sie selbstverständlich angeschnallt ist, leider schneller durch alle Schichten nass, weil die Stofflagen zusammen gedrückt werden (als würde man die Windeln ausdrücken). Selbst wenn ich tagelang kein Wechselgewand gebraucht habe, unterwegs brauche ich es dann sicher, daher kommt es immer mit.


Zuletzt ist immer noch die Frage: wann kommen wir nach Hause. Ist es am Abend, dann schaue ich , dass wir entweder noch vor der Abendessenszeit daheim sind (was bei uns 19 Uhr ist) oder aber das wir so heim kommen, dass sie im Auto zu ihrer gewohnten Zeit einschlafen kann (wir also so um 21 Uhr von wo auch immer wegfahren). Das hat sich für uns am angenehmsten erwiesen. Entweder das ganze Abendritual findet zu Hause statt, oder aber sie schläft im Auto ein und muss dann nur noch ins Bett gelegt werden. In diesem Fall habe ich dann alles (also Pyjama, Nachtwindel, Stoffbären, Schnuller, usw.) bereits mit, und mache sie vor der Heimfahrt bettfertig. Das verschafft uns auch etwas mehr Zeit bei Freunden oder Verwandten.


Seit meine Tochter mehr spielt und nicht nur die Umgebung anschaut, habe wir, wen wir Freunde besuchen, auch immer Spielsachen mit. Selbst wenn sie nicht immer damit spielt (weil vielleicht eh alles andere unterhaltsamer ist), habe ich lieber etwas da, sollte ihr langweilig werden. Bücher gehen dafür immer, aber auch ihr Lieblingsstofftier oder ein Auto mit dem sie gerade gerne spielt sind OK. Hauptsache es lässt sich gut einpacken. Und man muss natürlich schauen, dass die Dinge nachher wieder mitkommen.


Ihr seht, je mehr ihr vorher schon wisst was passieren wird, um so eher habt ihr dann auch alles dabei, was gebraucht wird. Trotz aller Planung geht immer mal wieder etwas schief. Ich hätte auch schon mal drei oder vier Garnituren Wechselgewand gebraucht. Oder das eigentlich geliebte Essen war heute leider nicht so das Wahre. Ich habe auch schon mal viel zu wenige Windeln mit gehabt oder die Hälfte der Sachen zum Wickeln (Wetbag, Überhosen, usw.) vergessen. Aber die meiste Zeit bin ich mit meiner Planung recht zufrieden. Flexibel bin ich dadurch nicht, aber ich bin immer für fast alle Eventualitäten gerüstet, also alle, die ich voraus planen konnte ;).

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