Das elfte Monat/ Verschluckbare Kleinteile

Im 11. Monat hat meine Tochter die Höhe für sich entdeckt. Und damit war nichts mehr vor ihr sicher. So schnell konnte ich gar nicht sein, schon hat sie wieder irgendetwas in der Hand gehabt. Der Tag bräuchte manchmal echt mehr Stunden, damit sich alles ausgeht. Für uns alle war es eine sehr spannende Zeit.

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Da sich meine Tochter mit ziemlich genau 10 Monaten dann doch etwas plötzlich selbst abgestillt hat, musste ich plötzlich viel besser darüber nachdenken, was sie eigentlich alles so isst im Laufe des Tages. Sie hat nie Flaschenmilch angenommen, daher mussten wir wohl oder übel ohne Back-Up was die Nährstoffe betrifft auskommen. In einem früheren Kapitel habe ich euch den Blog aufgeschrieben, nachdem ich die meisten Sachen für meine Kleine koche. Leider sind da viele Dinge mit Ei dabei. Das an sich ist gar nicht das Problem, nur so viel Ei wollte ich ihr nicht geben. Zumal sie langsam anfing, ziemlich ordentliche Portionen zu essen. Also mussten Alternativen her.


Ei kann man durch vieles ersetzen, ich habe am liebsten Apfelmus verwendet, da es auch eine leichte Süße mitbringt. Für herzhafte Dinge benutze ich Leinsamen in Wasser aufgeweicht, das ist zum Binden sehr angenehm. Fluffig werden die Dinge damit leider nicht. Von meiner Schwägerin, die vegan lebt, habe ich den Tipp bekommen einen Löffel Speisestärke hineinzugeben. Das macht Mehlspeisen locker und ist auch praktischer, als Dinge wie Johannisbrotkernmehl besorgen zu müssen.


Neben dem rasant wachsenden Speiseplan (den ich in dieser Zeit auch mit verschiedenen Gewürzen erweitert habe, z.B. Zimt, Curcuma und Kräuter wie Thymian oder Oregano) hat sich auch der Radius meiner Tochter noch einmal erweitert. Sie hat das frei Stehen gelernt.

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Zunächst ist mir das gar nicht aufgefallen, bis sie einmal plötzlich neben mir stand, und weit und breit nichts war, an dem sie sich festhalten konnte. Das hat mich dann doch etwas überrascht. Zu Beginn hat sie sich an Dingen hoch gezogen und dann los gelassen, aber sie ist auch immer öfter einfach so aufgestanden. Damit waren plötzlich Dinge in ihrer Reichweite, die ich so nicht bedacht hatte. Sie hat sich zwar bereits an Reagalen hoch gezogen, aber da sie sich noch festhalten musste, war es nicht so einfach Dinge heraus zu nehmen. Nun waren diese Dinge aber plötzlich greifbar. Und natürlich auch sofort überall in der Wohnung verstreut.


An andere Dinge habe ich einfach nicht gedacht. Und das sollte sich rächen. Sie hatte schnell heraußen, dass man sich auch nach Dingen strecken kann und ich war natürlich noch nicht darauf vorbereitet. Da lagen die Ohrstecker auch schon unten und überall im Schlafzimmer verstreut. Nachdem ich sie (zumindest dachte ich das) alle wieder eingesammelt hatte und das Kind aus dem Schlafzimmer verfrachtet war, habe ich dann im Vorzimmer noch welche gefunden. Sie hatte sie scheinbar in ihrer Latzhose und hat sie dann dort verloren. Damit wusste ich nun, dass welche fehlten. Und ich wusste nicht welche meiner Ohrstecker an sich nur noch als Einzelstücke vorhanden waren, und ob sie womöglich welche geschluckt hatte.


Kurz um, ich rief beim Kinderarzt an. Die Sprechstundenhilfe war sehr gelassen. Zusammengefasst war ihre Aussage: isst, trinkt und atmet sie normal? Dann warte Sie einfach ab bis sie wieder heraus kommen. Was anderes könne man eh nicht machen. Das ist nicht gerade das, was ich hören wollte. Da meine Tochter in diesem Moment gerade genüsslich ihr Frühstück verspeiste, war ich allerdings geneigt einfach nichts zu tun und abzuwarten. Am Ende haben wir drei Tage später einen Ohrstecker in der Windel gefunden. Ich habe ihn nicht wieder heraus genommen, sondern weggeworfen. Es war ohnehin nur ein billiger Plastikstern. Seither steht der Schmuck weit außerhalb ihrer Reichweite. Und eine Zeitlang durfte sie auch nicht alleine ins Schlafzimmer.


Es war mir eine Lehre, und ich ging im Kopf einmal durch wo sich sonst noch so gefahren auftun könnten. Natürlich habe ich bei Weitem nicht alle gefunden. Man glaubt halt einfach nicht, was Kinder alles als erkundungswürdig erachten könnten. Aber ich habe es zumindest versucht.


Ich weiß nicht woran es genau lag, aber wir haben es mal wieder geschafft, dass Mutter und Kind gleichzeitig krank waren. Diesmal kam meine Tochter aber recht gut damit zurecht. Nur ich leider nicht. Jeder der schon mal selbst krank war und ein an sich gesundes Kleinkind bespaßen musste, weiß wovon ich rede, wenn ich sage: es war mühsam. Sie war sehr lieb und ruhig, wobei sie nie wirklich laut ist. Ich hatte fast das Gefühl, dass sie Rücksicht auf mich nimmt, wobei sie das ja noch gar nicht kann. Allerdings konnte sie auch mehr Blödsinn anstellen als sonst.


Ich versuche auch in solche Zeiten möglichst immer ein bisschen mit ihr raus zu gehen. Einerseits weil ich glaube, das frische Luft wichtig ist und wir alle ohnehin viel zu viel in der Stube hocken. Andererseits, weil sie damit beschäftigt ist und ich mich, zumindest im Kopf, mal kurz ausrasten kann. Und sie kann mir in der Zeit auch nicht die Wohnung ausräumen 😉.


Fazit des 11 Monats, alles wie gehabt. Nur die Reichweite des Kindes nimmt zu. In diesem Monat ist bei uns mal nicht so viel passiert. Dafür haben wir alle Kräfte für das Nächste sammeln können. Denn dann ging es rund.

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