Ein Tag mit uns im achten Monat

Der Alltag mit Baby kann stressig und unorganisiert sein. Manchmal schaff ich nur die Hälfte der Dinge, die ich mir vorgenommen habe. Aber ich habe schnell gemerkt, dass es für mich sehr viel Stress heraus nimmt, wenn ich versuche meinen Tag zu planen und nach Möglichkeit immer den gleichen Ablauf habe. Heute möchte ich euch einmal durch eine Tag mitnehmen, so wie er bei uns im achten Lebensmonat meistens war.

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Gleich vorweg, nur weil ich es so geplant habe, hieß das noch lange nicht, dass es dann auch genau so abgelaufen ist. Meistens ist uns dann doch irgendwas dazwischen gekommen. Besondere Ereignisse, Besuche aller Art zum Beispiel, können auch noch drei Tage später für Wirbel und Irritation sorgen. Und auch die Launen meiner Tochter und mir sind so manches Mal zum Problem geworden.


Unser Tag beginnt ca. um sieben, manchmal etwas später, manchmal etwas früher. Meine Tochter ist eine Langschläferin, steht sie schon um sechs Uhr auf, ist sie meist den ganzen Tag grantig. Dafür geht sie halt auch am Abend erst um neun ins Bett. Mein Mann steht um sechs Uhr auf. Je nach dem wann meine Tochter das letze Mal getrunken hat, wacht sie davon auf oder nicht. Oft schläft sie dann aber wieder ein, gerne auch bei uns im Bett. Manchmal ist die Nacht dann aber auch vorbei.


Nach dem Aufstehen ziehe ich sie an und richte unser Frühstück her. Für sie gibt es Obststicks, für mich Joghurt mit Haferflockenmüsli. Das habe ich mir nach der Geburt angewöhnt, weil meine Hausärztin meinte, Müsli würde meine Darmbeschwerden verbessern, die ich nach der Geburt hatte. Ich mag eigentlich keine Haferflocken, daher habe ich ein Müsli mit relativ wenig Haferanteil.


Nach dem Obst bekommt meine Tochter immer auch noch die Brust. Je nachdem wie viel Obst sie gegessen hat (also nur drei Bissen oder doch schon einen halben Apfel) trinkt sie mehr oder weniger. Wasser gebe ich ihr keines, durch die Muttermilch bekommt sie genug Flüssigkeit und ich will nicht, dass sie sich den Magen mit leeren Kalorien füllt.


Vormittag sind wir zuhause. Sie spielt oder übt krabbeln und ich kann Wäsche aufhängen, Bügeln oder was sonst so im Haushalt anfällt. Was leider nicht geht, ist Staubsaugen, weil sie große Angst vorm Staubsauger hat. Daher muss da immer jemand Zweiter dabei sein, damit der sie beruhigen kann. Wenn ich einkaufen muss machen wir das auch in dieser Zeit. Da muss ich dann schnell sein, damit sie mir nicht am Nachhauseweg im Auto schon einschläft.


Ca. um 11 Uhr trinkt sie noch mal etwas und macht dann ein Nickerchen. Das dauert meist nicht länger als einen Stunde. Manchmal schläft sie dabei in ihrem eigenen Bett, wenn ich es geschafft habe sie abzulegen, dann kann ich in der Zeit auch mal was alleine machen. Manchmal schläft sie aber auch noch auf mir, dann ist außer lesen leider nicht viel möglich.


Wenn sie früher aufgestanden ist, ist sie manchmal auch schon früher müde, dann bekomm ich sie aber meistens nicht ins Bett, und sie schläft auf mir. Oft schläft sie auch zuerst im Bett und dann noch ein bisschen auf mir weiter. Je nachdem wie lange sie schon geschlafen hat, versuche ich sie wieder ins Bett zu bringen, oder aber (wenn sie eh schon 40 Minuten geschlafen hat) ich lass sie einfach aufstehen. Das ist meistens entspannter als sie krampfhaft wieder hinlegen zu wollen.


Um 13 Uhr gibt es Mittagessen. Ich bin da ziemlich genau, auch weil ich selber dann meist schon ziemlichen Hunger habe. Für sie gibt es dann Gemüse. An guten Tagen isst sie auch ganz ok, meistens landet aber ziemlich viel am Boden. Sie wirft das Essen auch gerne herunter. Da ich es immer schade um das Gemüse finde, und selbst Essen auch von unserem Fußboden essen würde, heb ich die Sachen auch wieder auf und gebe sie zurück auf ihren Teller. Wenn sie aber nur noch wirft und gar nicht mehr isst, heißt das meistens, dass sie fertig ist. Auch zu Mittag stillen wir noch nach. Insgesamt hat sich ihre getrunkene Milchmenge allerdings bereits etwas reduziert, auch wenn es stark vom Tag abhängt.


Nachmittags ist wieder Spielen angesagt. Wir gehen dann auch eine Runde in den Park spazieren. Eigentlich sollte sie dann auch ihr zweites Nickerchen halten, aber das klappt nicht immer so gut. Oft schläft sie dann nur recht kurz, oder erst am Heimweg ein. An guten Tagen kann ich sie dann im Vorzimmer im Kinderwagen liegen lassen und sie schläft noch etwas weiter.


Um 17 Uhr kommt mein Mann von der Arbeit heim. Meistens trinkt sie zu dieser Zeit auch noch etwas. Bei uns zu Hause kocht mein Mann, daher spiele ich noch mit der Kleinen, wenn er das Essen richtet. Abends ist sie leider oft schon recht anstrengend und will viel getragen werden. Je nachdem wie viel sie geschlafen hat kann man sie mehr oder weniger gut von ihrem Jammern abbringen. Da sie langsam anfängt sich im Vierfüßler umzusehen und versucht zu krabbeln, kletter sie auch sehr gerne auf einem herum.


Abendessen gibt’s um 19 Uhr, also so genau wie es sich halt mit kochen und einem schon etwas müden Baby ausgeht. Sie bekommt meistes wieder Gemüse, manchmal auch Obst dazu. Abends isst sie eigentlich immer am Besten. Ich glaube, dass hat damit zu tun dass wir dann alle da sind und gemeinsam essen, aber ich weiß es nicht. Am Wochenende isst sie auch mittags besser, daher glauben wir, sie hat einfach lieber Gesellschaft beim Essen. Das Abendessen kann schon mal eine Weile dauern, weshalb wir nach dem Wegräumen meistens schon mit der Abendvorbereitung anfangen.


Während mein Mann unter der Dusche ist, ziehe ich der Kleine den Pyjama an und mache sie bettfertig. Wir geben die Vitamin D-Tropfen immer abends auf ihren Schnuller drauf. Das macht die Vergabe einfach und durch den immer gleichen Ablauf können wir es auch nicht so leicht vergessen. Ich bin furchtbar was solche Dinge betrifft und vergesse recht schnell, wann ich wie viel von welchem Medikament nehmen oder geben muss, wenn mal sie oder ich krank ist/bin. Ohne Rituale würde ich komplett den Faden verlieren.


Abends bringt mein Mann sie ins Bett. Das sind dann meine paar Minuten freie Zeit, die ich einfach nur mit mir verbringen kann. Wobei ich es meist auch nutze, um Spielsachen und dergleichen wegzuräumen, damit wir das Wohnzimmer am Abend auch wieder benutzen können. Abends ist meine Tochter meist schon ziemlich müde und schläft recht bald ein.


Dann haben wir noch ein bisschen Zeit als Paar, auch wenn wir schauen, dass wir nicht zu spät ins Bett gehen. Um 10 herum will die Kleine meist zum ersten Mal trinken, so dass es ganz angenehm ist, ungefähr zu dieser Zeit ins Bett zu gehen. Sie schläft in ihrem Gitterbett neben meiner Bettseite. Daher kann ich sie in der Nacht schnell heraus nehmen und anlegen. Sie stillt meist um 1 und 4 Uhr noch einmal. Das sind auch ungefähr die Zeiten, an denen sie unter Tags etwas zu essen bekommt. Das ist mir erst nach einer Weile aufgefallen, aber es hat dann irgendwie auch Sinn gemacht. Manchmal kommt sie auch öfter, aber das sind meistens dann besonders stressige Tage oder wenn die Zähne mal wieder besonders stark weh tun.


Und das war unser Tag dann auch schon wieder. Nicht sehr aufregend und auch ziemlich stark strukturiert, denkt ihr euch jetzt sicher. Mir gibt die Struktur Sicherheit, weil ich dann immer weiß was jetzt als nächstes kommt. Außerdem kann ich mir immer Denken: noch diese und jene Punkte, dann kommt mein Mann nach Hause und ich muss nicht mehr alleine schauen, wie ich klar komme. Nicht jeder möchte seinen Tag so extrem Planen, aber eine gewisse Struktur hilft meiner Meinung nach sehr, um Ruhe in alles hinein zu bringen. Gerade Babys und Kleinkinder mögen die immer gleichen Abläufe, diese geben ihnen Sicherheit. Daher glaube ich, dass es zumindest für uns der beste Weg ist. Und wenn meine Tochter ihren Rhythmus verändert (anders schläft oder isst) wird der Ablauf einfach darauf angepasst. Dann wissen wir trotzdem was als nächstes kommt, sie kann sich aber nach ihren eigenen Bedürfnissen entfalten.

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