Einsteigeressen

Am Beginn der Beikost stellt sich natürlich zunächst einmal die Frage: was soll das Kind denn essen? Und gleich danach kommt die Frage: was kann das Kind essen? Und wenn man dann noch weiter nachdenkt dann kommt noch: was soll das Kind essen? Also Fragen über Fragen und denen wollen wir uns heute widmen.

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Egal ob ihr mit Babybrei oder BLW startet, am Anfang ist einmal wichtig, dass das angebotene Obst oder Gemüse leicht verdaulich ist. Sehr beliebt ist da Karotte (Vorsicht, die macht schöne Flecken) und natürlich Apfel. Beides muss man kochen oder dünsten. Sonst ist es zu hart für die kleinen Esser. Bei Brei wird es ohnehin gekocht und püriert. Apfel haben wir relativ lange gedünstet, einfach weil meine Tochter so spät erst Zähne bekommen hat. Ich habe daher am Anfang lieber Birne genommen, da die weicher ist und ich sie auch roh geben konnte.


Auch Banane ist ein gutes Starter-Obst (wenn man nicht ein Kind wie meines hat, das keine Banane wollte). Beim Gemüse ist man mit Kartoffel, Pastinaken oder Zucchini auch gut dabei. Wir haben auch sehr bald Süßkartoffel und Kürbis gehabt, das macht aber noch schlimmere Flecken als Karotten. Ich empfehle da ein Ganzkörper Lätzchen, oder man zieht das Kind halt nach jeder Mahlzeit um.


Wichtig, egal was ihr nun als erstes Obst oder Gemüse anbietet, ist, dass es frei von Schadstoffen ist. Daher empfiehlt sich Biogemüse. Wenn ihr etwas aus dem eigenen Garten habt, natürlich noch besser. Ich habe auch immer geschaut, dass ich mich ein bisschen an der Jahreszeit orientiert habe, also was es denn gerade heimisches so gab. Aber das ist eine Geschmacksfrage.


Jedes neue Lebensmittel muss einzeln eingeführt werden. Das heißt nicht, dass ihr nur das eine Lebensmittel auf den Teller legt, sondern, dass es nur dieses eine neue Lebensmittel für ein paar Tage gibt, und sonst nur bereits bekannte dazu. Damit merkt ihr wenn euer Kind etwas nicht vertragen sollte. Bei Essanfängern sagt man ca. eine Woche pro Lebensmittel.


Ihr fangt also in der ersten Woche zum Beispiel mit Birne an. Dann gibt ihr eine Woche lang nur Birne, und dann das erste Mal Karotte dazu. Dann gibt es eine Woche Birne und Karotte und dann das erste Mal Kartoffel und so weiter. Nach ein paar Wochen habt ihr dann ein nettes Repertoire, aus dem ihr euch das heutige Gemüse heraussuchen könnt. Ihr müsst euch keine Sorgen machen, dass es euren kleinen Essern zu langweilig ist. Kinder haben viel mehr Geschmacksknospen als wir, sie schmecken also viel intensiver. Außerdem müssen sie ja am Anfang überhaupt erst lernen zu essen, und das ist schon ziemlich aufregend. Wichtig ist, dass ihr durch die immer wieder neuen Lebensmittel Abwechslung in den Speiseplan bringt. Je mehr Geschmäcker euer Baby am Anfang ausprobieren kann, umso mehr wird ihm auch im Laufe seines Lebens schmecken. Es trainiert seine Geschmackknospen und kann so später besser mit neuen Geschmäckern umgehen. Seid also durchaus kreativ und probiert ruhig jedes Lebensmittel aus, das ihr selbst auch gerne esst. Es gibt nur ein paar Lebensmittel auf die ihr im ersten Lebensjahr verzichten solltet.


Allem voran sollet ihr am Anfang Dinge wie Fisch, Fleisch oder Eier durch kochen. Krankheitserreger, die ihr gar nicht merkt, weil euer Körper sie bereits abwehren kann, könne bei Babys zu schlimmen Erkrankungen führen. Honig sollet ihr auch nicht geben, da er ebenfalls ein spezielles Bakterium enthält, das schlimme Folgen haben kann.


Im ersten Lebensjahr solltet ihr ein bisschen darauf schauen wie viel Kuhmilch euer Kind trinkt. Das liegt am Fettgehalt, aber auch an den Proteinen die in der Milch sind. Als Faustregel gilt, nicht mehr als 200ml Kuhmilch täglich. Ihr könnt natürlich auch statt mit Kuhmilch, mit Flaschenmilch arbeiten. Das habe ich nicht gemacht, weil meine Tochter keine Flaschenmilch mochte. Ich habe als Alternative gerne Hafermilch genommen. Da muss man auch nicht so sehr auf die Menge achten. Außerdem ist Hafer ein super Eisenlieferant.


Die meisten Nährstoffe bekommt man über eine abwechslungsreiche Ernährung sehr leicht in ausreichenden Mengen. Bei Manchen ist es aber etwas kniffliger. Eisen ist so ein Kandidat. Es ist leider nicht in so vielen Lebensmitteln enthalten und noch seltenen kann unsere Körper es dann aus diesen Lebensmitteln so einfach auch herauslösen. Einige Gemüsesorten wie Spinat, Kohl oder auch Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen enthalten Eisen. Leider können wir Eisen aus Pflanzlichen Quellen nicht so gut verarbeiten. Tierisches Eisen aus Fleisch und Fisch verwerten wir viel einfacher. Der obengenannte Hafer ist eine gute Eisenquelle, besonders in Verbindung mit Zitronensäure wie sie in Äpfel enthalten ist. Ihr müsst also nicht unbedingt Fleisch füttern, aber ihr müsst dann ein bisschen besser schauen, was ihr eurem Kind an Gemüse anbietet. Generell würde ich nicht komplett auf tierische Produkte verzichten. Sie enthalten neben Eisen auch viele wichtige Vitamine (Vitamin B6) sowie Eiweiße, und sind ein natürlicher Bestandteil der menschlichen Ernährung.


Worauf ihr im ersten Lebensjahr verzichten sollet ist Salz und Zucker. Allerdings aus zwei unterschiedlichen Gründen. Salz ist ab einer bestimmten Menge giftig, also genauer, es ist so stark dehydrierend, dass eure Zellen Schaden nehmen und ihr schwere Schäden davon tragt. Das gilt auch für erwachsene. Da diese Grenze sich aber auf das Körpergewicht bezieht, sind Babys, mit viel weniger Gewicht natürlich sehr schnell gefährdet. Als Faustregel gilt: nicht mehr als 1g Salz pro kg Körpergewicht pro Tag. Das wird bei einem 6 Kilo Baby schnell zu viel. Daher lieber ganz auf Salz verzichten. Wie oben erwähnt schmeckt für Babys sowieso alles intensiver, sie vermissen das Salz also nicht. Ich habe als Würze auch gerne Kräuter genommen. Oder aber aus Schalen von Karotten, Pastinaken, Kartoffel und Zucchini eine Suppengewürz ohne Salz hergestellt. Das genaue Rezept schreib ich euch mal in einem andern Beitrag auf.


Zucker ist da etwas anders. Man muss ziemlich große Menge Zucker zu sich nehmen, um sich mit einer Einmaldosis vergiften zu können. Aber Zucker blockiert unseren Geschmackssinn. Es ist einfach alles süß. Von Natur aus sind wir darauf programmiert süße Speisen zu lieben, wie sie Energie liefern. Zucker, oder andere Kohlenhydrate, ist der Energielieferant schlecht hin. Unser Gehirn läuft ausschließlich auf Zucker, wir brauchen ihn also. In Gemüse aber gerade in Obst ist jedoch bereits recht viel Zucker enthalten und das reicht vollkommen aus um den Tagesbedarf zu decken. Zusätzlicher Zucker wird als nicht gebraucht. Wir gewöhnen uns jedoch an den Geschmack, und finden die Dinge ohne Zucker dann nicht mehr süß. Daher ist es sinnvoll möglichst lange (durchaus auch länger als das erste Lebensjahr) so viel wie geht auf Zucker zu verzichten. Dann ist euer Kind vielleicht auch mit einer Schüssel Erdbeeren zufrieden, und will nicht immer nur Pudding essen. Ab einem bestimmen Alter sollet ihr aber langsam mit Zucker anfangen. Allein schon, da es spätestens im Kindergarten von andren Kindern Süßigkeiten bekommen wird, und dann solle es lieber einen vernünftigen Umgang damit lernen, als es immer nur verboten zu bekommen und dann halt heimlich zu naschen.


Wenn ihr euer Baby nach BLW füttert (auch wenn das natürlich kein füttern ist) so müssen die Kleine das Essen natürlich irgendwie selbst in den Mund bekommen. Bei Obst und Gemüse bieten sich Sticks an. Die sollten etwas länger als die Babyfaust sein, damit sie gut gegriffen und gehalten werden können. Die Kleinen knabbern oder beißen dann ein Stück ab. Meine Tochter mochte das Abbeißen überhaupt nicht, sie hat sich die Stücke lieber ganz in den Mund geschoben, weshalb ich sie immer kleiner geschnitten habe. Zu klein dürfen sie aber nicht werden, da der Pinzettengriff am Anfang noch nicht so gut ausgeprägt ist. Aber kein Sorge, ihr merkt schnell, wie es eurem Baby am besten passt. Ich durfte auch nie zu viel auf einmal auf den Teller legen, weil sie das essen dann noch mehr herum geworfen hat, als normalerweise. Drei Stück auf einmal war meistens eine ganz gute Zahl, und ich hab dann einfach nachgelegt, wenn sie noch etwas wollte.


Die Sache mit dem Pinzetten griff ist übrigens auch der Grund warum man am Anfang keinen Mais oder Erbsen geben kann/soll. Es kann einfach nicht gegriffen werden. Außerdem sind die semielastischen Beeren und Kugerln leider schlecht zu kauen, was die Verschluckungsgefahr erhöht. Sobald euer Baby sie aber selbst greifen kann, könnt ihr sie ihm auch getrost anbieten. Ich habe bei meiner Tochter gemerkt, dass sie meistens sehr genau weiß, ob und wie sie etwas essen kann.


Wenn ihr also nach ein paar Wochen die ersten Gemüse und Obstsorten eingeführt habt, und euer Baby langsam auch etwas isst (vielleicht auch nur neben bei, wenn es das Essen mal nicht durch die gegen wirft 😉)kommt das Getreide dran. Das ist so eine Sache, denn ganze Getreidekörner werden natürlich nicht gegessen. Bei Brei ist es relativ einfach, denn so ein Weizenbrei, Haferbrei oder Dinkelbrei gibt es in jedem Supermarkt. Bei Breifreiessern wird es da schon lustiger. Ich habe mit Rezepten von einer Bloggerin gearbeitet, die Breifreierezepte sammelt und postet (Linkt findet ihr ganz unten im Text). Leider waren mir oft viel zu viele Zutaten in den Gerichten. Gerade am Anfang hat man ja nicht so eine große Auswahl und braucht vor Allem einfache Dinge. Daher habe ich dann selbst ein bisschen experimentiert, hab geschaut, was ich weg lassen oder ersetzen kann und manchmal auch einfach wild drauf los gemixt. Mein Kredo war dabei immer: es muss halbwegs schmecken. Ich habe also alles was meine Tochter bekam auch selbst probiert. Das ist natürlich am Anfang gewöhnungsbedürftig, da alles komplett anderes schmeck als man es sich so vorstellt. Aber wenn man offen für Neues ist, kann das auch ganz interessant sein.


Fleisch haben wir erst sehr spät eigeführt, was ich rückblickend beim nächsten Mal anders machen würde. Wenn ihr es durchgart könnt ihr Hackfleisch mehr oder weniger von Anfang an anbieten. Besonders beliebt war es bei uns in Tomatensauce, allerdings erst ab dem 10 Monat. Fleisch in Stücken mag meine Tochter leider immer noch nicht wirklich, die Fasern scheinen sie zu stören. Aber zum Glück kann man ja fast alles klein schneiden und weich kochen. Lustiger weiße isst meine kleiner sehr gerne Wurst (seit sie über ein Jahr alt ist und das Salz auch essen darf), da muss ich nur sehr genau auf die Menge schauen, damit es nicht zu viel wird.


Dinge wie Nüsse, die Allergien auslösen könne, sind übrigens nicht per se im ersten Lebensjahr tabu. Da müsst ihr euch immer fragen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass euer Kind reagiert. Prinzipiell solltet ihr Allergene auch nicht zu spät einführen, da dann die Wahrscheinlichkeit einer Allergie wieder ansteigt. Wenn ihr Allergiker in der Familie habt, dann besprecht das aber unbedingt mit eurem Kinderarzt.


Komplett unabhängig von den eingeführten Lebensmitteln ist übrigens wie viel euer Baby isst. Bei Breifrei-Essern müsst ihr einfach Geduld haben, sehr viel Geduld. Ich bin oft am Rande der Verzweiflung gewesen, weil das Kind auch nach drei Monaten Beikost immer noch nicht wirklich gegessen hat. Haltet euch immer vor Augen, was schon geht und nicht, was noch nicht geht. Vielleicht isst euer Baby ja schon begeistert zu Mittag eine ganze Karotte auf, am Abend möchte es aber lieber nur stillen. Oder es ist den ganzen Vormittag schon nur Obst, am Nachmittag muss aber noch Muttermilch her. Jedes Baby ist das sehr individuell. Meine Tochter hat sehr lange nachts noch gestillt. Tagsüber hat sie bereits gar nicht mehr getrunken (nachdem sie oft nur noch einen Schluck gemacht hat, weil sie eigentlich eh satt war, habe ich angefangen ihr die Brust gar nicht mehr anzubieten) Nachts dafür drei oder vier Mal.


Als ihre Zähne endlich da waren hat sie dann auch in wenigen Wochen das Stillen nachts eingestellt. Ob das an den Zähen lag der ob sie einfach so weit war, weiß ich nicht. Aber es geschah ganz von selbst. Da muss man leider wirklich abwarten und Stilltee trinken 😉


Hier noch der versprochen Link zu dem Blog mit den Breifrei-Rezepten. Das ist eine Werbung, sondern soll einfach nur ein Tipp von mir sein.

https://breifreibaby.de/

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