Zahnen, die Erste

Das Zahnen ist, wie alles bei Babys und Kindern, etwas sehr individuelles. Vom Zeitpunkt über die Reihenfolge bis zu den Symptomen gibt es eine sehr große Bandbreite was „normal“ ist. Und selbst wenn das Baby scheinbar nirgendwo rein passt, heißt das noch lange nicht, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Die meisten Babys bekommen ihren ersten Zahn irgendwann zwischen dem Dritten und 12 Monat. Ihr seht schon, hier ist die Bandbreite sehr groß. Oft liest man vom 5. Bis 7. Monat, aber das ist nur ein sehr eingeschränkter Durchschnittswert. Statistiken sind halt leider so, dass ein Mittelwert nichts über die Streuung aussagt (für alle nicht Statistikaffinen: Streuung heißt: wie weit dürfen Werte vom Mittelwert abweichen und sie sind trotzdem noch im normalen Bereich. Eine Weite Streuung heißt, der Mittelwert ist nicht so eindeutig wie er auf den ersten Blick vielleicht scheint und eine Abweichung ist nicht dramatisch).


Im Allgemeinen kommt als erster Zahn meist einer der unteren ersten Schneidezähne, oft kommen auch beide zeitgleich oder zeitnah. Das heißt nicht, dass es bei jedem so ist. Es gibt auch Babys die bekommen zuerst die oberen Schneidezähne, oder die zweiten, oder die Eckzähne… also wieder: sehr individuell das Ganze.


Die Symptome können von ein bisschen Sabbern, alles Anknabbern und Kauen über weinerlich bis wirklich Schreien gehen. Und sie können von wenigen Tagen bis Wochen, sogar Monate dauern. Gerade bei Kindern die starke Schmerzen haben und über Tage oder Wochen hinweg sehr viel schreien, solltet ihr mal euren Kinderarzt fragen. Das Problem könnte immer auch eine andere Ursache haben. An sich ist langes Zahnen aber nichts Ungewöhnliches. Ich habe bei meiner Recherche hier oft Angaben von drei bis acht Wochen gefunden. Nun ja…meine Tochter hat vom Auftreten der ersten Symptome, mit ca. 3 ½ Monaten, bis der erste Zahn endlich heraußen war sechs Monate gebraucht. Gut Ding hat hier halt Weile gebraucht.


Das Ganze ist immer Wellenartig aufgetreten und wurde dann wieder besser. An der Spitze so einer Welle war sie meist für ein paar Tage sehr anstrengend, wollte viel getragen werden, hat vor allem unter tags sehr schlecht geschlafen und teilweiße hat sie auch schlechter gegessen. Dazwischen war es mit starkem Sabbern und Kauen (auf so ziemlich allem, am liebsten aber auf Holz, Stoff oder Kautschuk) eher unauffällig. Die ersten paar Wochen (ich glaub die ersten 6-8) haben wir viel mit einer pflanzlichen Salbe (Osa) ihre Kauleisten eingeschmiert. Diese Salbe kühlt und hat durch die enthaltenen Nelken auch eine leicht schmerzstillende/betäubende Wirkung. Wenn die Schmerzen nicht zu schlimm waren, hat ihr das meist ausgereicht um gut durch den Tag zu kommen. Das war auch der Beginn der Phase in der sie nachts schlechter geschlafen hat. Teilweiße ist sie zwischen drei und fünf Mal pro Nacht wach gewesen. Besonders mit 7., 8. Monaten war es sehr anstrengend. Ich bin dann schon sehr fertig gewesen und habe mich oft gefragt, wie ich die Tage durchstehen sollen. Da sie aber zum Glück meist schnell wieder eingeschlafen ist, hatte ich zwar einen unruhigen Schlaf, aber ich habe geschlafen.


Die Wellenspitzen wurden mit der Zeit schlimmer und auch die Phasen dazwischen. Daher sind wir auf Dentinox umgestiegen. Einer Salbe mit chemischem Wirkstoff, die die Kauleisten betäubt. Das hat es erheblich verbessert, wenn auch leider nur untertags. Nachts hat sie sich vor allem mit Stillen beruhigen lassen.


Irgendwann, ich glaube so am Ende des 8. Monats, habe ich dann angefangen einfach jeden Tag in der Früh die Salbe aufzutragen. Im Laufe des Tages hat man dann gut gemerkt wenn sie nicht mehr wirkte und sie wieder stärkere Schmerzen hatte, dann habe ich nach geschmiert. Es waren dann nur mehr sehr wenige Tage in denen es besser war, aber zumindest waren die Spitzen auch nicht viel schlimmer. Daran geglaubt dass das mit den Zähnen noch mal was wird, hab ich da schon eher nicht mehr. Auch wenn ich natürlich weiß, dass alle Babys am Ende noch ihre Zähne bekommen haben. Geholfen hat mit dann die Freundin meines Cousins. Deren gemeinsamer Sohn ist nur ein Monat älter als meine Tochter und hat sehr ähnlich gezahnt wie sie. Bei ihm waren dann die ersten beiden Zähne von einem Tag auf den anderen mit ca. 9. Monaten plötzlich da. Dass hat mir ein bisschen Hoffnung gemacht. Und was soll ich sagen, mit ziemlich genau 9. Monaten waren auch bei meiner Tochter dann, ohne dass man es an ihrem Verhalten hätte erkennen können plötzlich eines Morgens die untern beiden 1. (also die ersten Schneidezähne ganz vorne) da. Und von einem Tag auf den Anderen waren die Symptome des Zahnes weg. Sie hat nicht mehr stark gesabbert und hat erheblich weniger gejammert. Sie kaut noch immer auf allem Möglichen herum, aber das ist nichts Ungewöhnliches. Da sich im Mund sehr viele Sinneszellen befinden begreifen Babys und auch Kleinkinder ihre Umgebung sehr gerne über den Mund. Daher stecken sie sich auch alles was sie finden können erst mal in den Mund, um es zu kosten (oder begreifen). Das kann leider auch zum verschlucken führen. Daher sollte man unbedingt immer darauf achten, dass die Gegenstände nicht zu klein sind.


Interessanter Weiße ist das durchbrechen der ersten Zähne bei uns noch mit eine weiteren Ereignis zusammen gefallen. Nur sehr kurze Zeit später hat meine Tochter sich selbst abgestillt. Sie hat zu diesem Zeitpunkt nur noch nachts gestillt, meist zwei Mal. Innerhalb von nur einer Woche hat sie dann zuerst auf einmal pro Nacht und dann auf kein Mal/durchschlafen umgestellt. Ich weiß nicht, ob das etwas mit den Zähnen zu tun hatte, aber es war eine sehr nette Begleiterscheinung.


Was mit dem durchbrechen der ersten Zähne auf jeden Fall einher geht ist der Beginn der Zahnpflege. Schon die ersten kleinen Milchzähnchen müssen unbedingt von Anfang an geputzt werden. Wir haben uns dafür zunächst eine Fingerzahnbürste aus Stoff, mit eingearbeiteten Silberfäden gekauft. Die ist sehr weich und angenehm im Mund, sodass unsre Tochter das Ganze nicht so tragisch fand. Leider ist der Stoff sehr schnell ziemlich ranzig. Wir sind dann auf Silikon umgestiegen. Auch da gibt es Fingerzahnbürsten in Drogerien oder Kinderausstattungsgeschäften. Ich werde in nächster Zeit einmal einen Beitrag mit einer Sammlung an Internetseiten und Geschäften machen, wo ich die meisten der in den Texten genannten Produkte gekauft habe und wie gut wir mit ihnen zurecht gekommen sind. Die Silikonbürste hat den Vorteil, dass sie richtige kleine Borsten hat, und damit besser wirkliches Putzen darstellt. Sie ist aber auch unangenehmer. Meine Tochter mochte sie anfangs überhaupt nicht. Es hat ein paar Tage gedauert bis sie aufgehört hat zu weinen, wenn ich damit in ihrem Mund war. Da es aber keine Alternative zum Putzen gibt, mussten sie und ich da durch. Nach ca. zwei Wochen hatte sie sich daran gewöhnt und macht sogar brav den Mund auf, wenn man mit der Zahnbürste kommt.


Ihre nächsten Zähne kamen kurz nach ihrem ersten Geburtstag. Das waren dann gleich vier Stück auf einmal (alle oberen Schneidezähne), und es hat ca. 5 Tage gedauert. Im Vergleich zum ersten Mal war das Ganze ein Kinderspiel. Ich habe in diesen 5 Tagen vielleicht drei Mal Dentinox geschmiert und sie war weder sonderlich grantig noch hat sie auffällig schlecht geschlafen. Nur Zähneputzen gibt in dieser Zeit, und auch ca. 10 Tage danach, überhaupt nicht. Obwohl sie es zu dieser Zeit schon recht gut gemacht hatte. Ich nehme an, das Zahnfleisch war sehr Druckempfindlich, auch wenn es wohl nicht stetig weh getan hat, wie bei den ersten zwei Zähnen. Sobald sich alles beruhig hatte war auch das Zähneputzen kein Problem mehr.


Über die weiteren Zähne und alles was so rund um sie herum passiert, werde ich dann in den nächsten Teilen erzählen.

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