Der Wochenfluss/in, am, ums Bett

Der Wochenfluss ist der Blutig-Schleimige Ausfluss, der in den ersten Wochen nach der Geburt aus der Gebärmutter austritt. Im Grunde ist es die abgestoßene Schleimhaut, die, ähnlich einer sehr langen Periode, aus dem Körper ausgespült wird. Meist ist er zunächst blutig, wird im Laufe der Zeit aber braun, da nur noch altes Blut und Gewebe heraus kommen, kann dann gelb werden und hört schließlich auf.

Details Bis zu acht Wochen kann das ganze dauern und die Menge an Blut und Schleim kann sehr unterschiedlich sein. Die ersten Tage ist es besonders viel. Im Krankenhaus bekommt man Spezielle Einlagen, die besonders aufnahmefähig sind und auch sehr dick. Später kann man sehr ähnliche Modelle in der Drogerie, bei Müller oder DM nachkaufen. Wichtig ist es hierbei darauf zu achten, dass die Einlage sehr Atmungsaktiv ist, also möglichst kein oder kaum Kunstfasern enthält. Normale Perioden-Binden sind daher nicht zu empfehlen. Damit alles gut abheilen kann, sollte es nicht gerade zum Brutschrank für Bakterien und Pilze werden, daher gut lüften und die Einlage regelmäßig wechseln.

Soviel zu den allgemeinen Eckdaten des Ganzen. Und nun zu meinem persönlichen Erlebnis. Weh tut das Ganze nicht, so viel sei einmal gesagt. Es fließt ganz einfach, und ist gerade die ersten Tage, wenn man ohnehin nicht gerne aufsteht und aufs Klo geht, nicht sehr angenehm. Aufs Klo gehen ist sehr unangenehm, auch wenn alles an sich in Ordnung ist. Das Gewebe ist stark beleidigt und sollte man, wie ich, genäht worden sein, kommt das als Störfaktor auch noch dazu. Ich bin sehr empfindlich da unten, und die Feuchtigkeit, die durch den Ausfluss dauermäßig herrscht, war für meine Haut nicht das Wahre. Da ich direkt nach der Geburt nach Hause gegangen bin, hatte ich nicht den Luxus, Einlagen ohnehin jederzeit Griffbereit da zu haben. Mein Mann ist also erst mal einkaufen gefahren. Solltet ihr im Krankenhaus bleiben, habt ihr dieses Problem zumindest Anfangs nicht. Beim Besuch der Hebamme schaute diese nicht nur das Kind an, sondern auch die Mutter. Da ich keine Schmerzen hatte, konnte ich mir das peinliche Unterherum frei machen sparen. Aber sie tastet ob sich die Gebärmutter richtig zurückzieht, und ob auch nichts verhärtet oder ungewöhnlich ist. Die ersten Tage erkundigt sie sich auch nach dem Toilettengang. Das ist überhaupt so etwas, was einen nach der Geburt irgendwie jeder medizinische Mensch andauernd fragt. Die Krankenschwestern und Ärzte im Krankenhaus, wie auch die Hebamme danach. Das ist jedoch auch wichtig. Manche Frauen leiden die Tage nach der Geburt an Verstopfung, was ich auch hatte, wenn auch nicht sehr stark ausgeprägt. Wenn dann doch endlich was geht, kann das mit ziemlichen Schmerzen verbunden sein. Nach ca. eineinhalb Wochen war der Blutige Teil bei mir vorbei, und es kam nur noch brauner Schleim nach. Ab dann ist es weniger unangenehm und auch die Einlagen sind nicht mehr dauermäßig so voll.



Eigentlich war dann recht schnell immer weniger da, bis dann, ca. 4 Wochen nach der Geburt, auf einmal wieder Blut dabei war, frisches Blut. Das sollte natürlich nicht so sein. Daher bin ich zum Frauenarzt gegangen. Seltsam genug zu dieser Zeit, da Pandemie, auch noch mit Baby, weil ich so schnell niemanden aufgetrieben habe, der sie genommen hätte. Mein Mann war zu dieser Zeit bereits wieder Arbeiten. Zum Glück hat sie Wartezeit und Untersuchung selenruhig verschlafen. Und heraus kam dabei: Nichts. Also nichts Ernstes. Ich hatte eine ganz normale Periode, vier Wochen nach der Geburt. Das kommt öfter mal vor. Es zeigt jedoch auch sehr gut, dass man unbedingt von Beginn an verhüten sollte. Das Ganze hat dann ca. eine Woche gedauert und als ich 6 Wochen nach der Geburt zum regulären Frauenarzttermin wieder dort war, war der ganze Spuk wieder vorbei.



Zusammenfassend kann ich sagen: der Wochenfluss ist unangenehm, weil Blut und Feuchtigkeit auf ohnehin gereizter Haut nicht schön sind. Man sollte, wenn man nicht gleich Einkaufen gehen möchte, unbedingt vorher Einlagen besorgt haben, oder welche aus dem Krankenhaus mitnehmen (wenn einem das gelingt, uns haben sie die leider nicht einfach ausgegeben). Achtet ein bisschen auf euren Körper. Gerade nach oder beim Spazierengehen hat es bei mir immer besonders stark geblutet, weshalb es ratsam ist, da Einlagen mit zu haben oder direkt davor und danach zu wechseln. Je nachdem wie lange ihr gehen könnt oder wollt. Scheut euch nicht bei Hebamme oder Frauenarzt nachzufragen, wenn euch Stärke, Farbe oder Geruch seltsam vor kommen. Es muss nichts Ernstes sein, kann jedoch auch ein Anzeichen für Entzündungen oder Infektionen sein und sollte unbedingt abgeklärt werden.



Das Wochenbett bezeichnet im Eigentlichen die Zeit, in der der Wochenfluss fließt. Also die ersten Wochen nach der Geburt. Vielleicht habt ihr schon mal die drei Wochen Regel gehört: erste Woche im Bett, zweite Woche am Bett, dritte Woche ums Bett. Das heißt so viel wie: die erste Woche eher nur Liegen, ob wirklich im Bett oder wie ich eher auf der Couch, ist dann Geschmackssache. Lasst euch da durchaus von eurem Partner helfen. Meine Tochter hat in dieser Zeit selbst auch nicht viel gemacht, außer zu schlafen und zu essen, also war es nicht so schwer, da wirklich nicht allzu viel zu machen. In meinen Fall hat mein Mann gekocht. Sollte das bei euch nicht gehen, könnt ihr auch in der Zeit vor der Geburt Vorkochen und Einfrieren, oder ihr lasst euch etwas liefern. Auch Großeltern, die Zeit haben und einmal etwas zu Essen vorbei bringen oder im Haushalt helfen, können eine Möglichkeit sein. Wenn ihr das Wollt. Ich habe Bewusst die ersten Wochen keinen Besuch da gehabt, und werde das beim nächsten Kind wieder so machen. So konnte ich mich voll und ganz meiner Tochter und mir selbst widmen. Ich war ab der Zweiten Woche wieder regelmäßig draußen, auch wenn einem das nicht empfohlen wird. Ich brauche die Bewegung und die Luft und habe das sehr genossen. Wir waren immer nur kurze Runden mit der Kleinen im Kinderwagen. Wurde es mir zu Anstrengend haben wir Pause gemacht und mein Mann hat sie dann weiter geschoben. Ab der dritten Woche ging es bei mir mit normalem Gehen schon wieder recht gut.



Wenn ihr es euch einrichten könnt, dann hab in dieser Zeit jemanden bei euch daheim, am besten natürlich euren Partner. Nicht nur, dass es natürlich eine wichtige Zeit mir eurem Baby ist, es ist auch einen Zeit der Regeneration für euch. Daher lasst euch so viel helfen wie ihr das möchtet. Genießt einfach die Ruhe und Gemeinschaft in der Familie und lasst euch nicht hetzen. Ob ihr nach drei Tagen oder drei Wochen das erste Mal vor die Tür geht ist genauso euch überlassen, wie die Frage ob ihr Besuch empfangen wollt oder nicht.

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